USA: Washingtons Führungsanspruch stößt in Südamerika an Grenzen
Salvador. In Washington wird Außenminister Marco Rubio bereits als „Viceroy“ von Venezuela bezeichnet, also als eine Art kolonialer Statthalter der USA, nachdem die amerikanische Regierung dort zum Jahresbeginn den Diktator Nicolás Maduro abgesetzt hat.
Mit seiner dreitägigen Reise nach Kolumbien, Ecuador und Peru wollte Rubio demonstrieren, wie eng Washington inzwischen mit den konservativen Regierungen in der Region zusammenarbeitet. Doch wer erwartet hatte, dass sich die drei Staatsoberhäupter Washington ähnlich bedingungslos unterordnen würden wie die Führung in Venezuela, wurde enttäuscht. Das gilt sowohl für die militärische Zusammenarbeit als auch für die Beziehungen zu China.
Das klang vor Rubios Abreise noch anders: „Wir haben viele gemeinsame Interessen mit diesen Ländern – sowohl beim Kampf gegen den grenzüberschreitenden kriminellen Terrorismus in der Region als auch bei den Wirtschaftsbeziehungen“, sagte der Außenminister, der kubanische Wurzeln hat.
Zwar haben sich nun alle Staaten bereit erklärt, dem „Shield of the Americas“ beizutreten. Trump gründete diese sicherheits- und verteidigungspolitische Allianz für Lateinamerika im März. Gemeinsam wollen Washington und seine Partner gegen Drogenkartelle und organisierte Kriminalität vorgehen, Migrationsströme kontrollieren sowie den Einfluss Chinas und Russlands begrenzen. 20 Staaten sind bereits Mitglieder. Doch über die Einzelheiten der militärischen Zusammenarbeit herrscht bisher kein Konsens.