USA: Wie Trump den Nikotinbeutel zum Milliardengeschäft macht
New York. Ein Soldat springt aus dem Flugzeug, noch im Fall schiebt er sich einen Nikotinbeutel unter die Lippe. Mit diesem Video auf Tiktok feierte das Weiße Haus dieser Tage eine neue Fabrik des US-Tabakkonzerns Philip Morris International (PMI). Dazu ist General Dan Caine zu hören, der ranghöchste Soldat der USA: Während des Kriegs gegen den Iran hätten amerikanische Truppen umgerechnet mehr als 3,6 Millionen Liter Kaffee und zwei Millionen Energydrinks konsumiert – und eben „jede Menge Nikotin“. Für insgesamt 1,2 Milliarden Dollar hat Philip Morris ein Werk in Colorado aufgebaut, wo nun massenweise Nikotinbeutel hergestellt werden. Die tabakfreie Zigarettenalternative Zyn ist das Herzstück des Konzernumbaus. Das Unternehmen erzielte im zweiten Quartal erstmals mehr als elf Milliarden Dollar Umsatz, getragen vor allem vom internationalen Geschäft mit rauchfreien Produkten. Washington hilft kräftig mit: Seit Ende Juni dürfen einige Beutel in den USA als weniger schädlich beworben werden als Zigaretten – trotz Protesten mancher Gesundheitsverbände. Während in Deutschland der Verkauf faktisch untersagt ist, erleichtert Washington der Branche den Weg auf den Markt.