Vaillant, Bosch und Viessmann bekommen ein echtes Problem mit Wärmepumpen
Ein neues Gesetz sollte Europas Wärmepumpen-Markt abschotten, doch jetzt kommen die Konkurrenten erst recht.
Die Europäische Union plant ein neues Industriegesetz, das die heimische Wirtschaft stärken soll – doch es könnte einen unerwarteten Effekt haben.
Chinesische Wärmepumpenhersteller wollen nach Europa
Kern des „Industrial Accelerator Act“ ist die Idee, staatliche Förderungen für Wärmepumpen künftig daran zu koppeln, dass die Geräte auch in der EU hergestellt wurden. Damit würden Wärmepumpen aus China für Verbraucher deutlich teurer, da die Zuschüsse geringer ausfallen oder ganz gestrichen werden.
Doch anstatt sich aus dem europäischen Markt zurückzuziehen, reagieren die chinesischen Hersteller mit einer Gegenstrategie. Brancheninsider berichten, dass mindestens drei große Konzerne aus China derzeit aktiv nach Übernahmezielen oder Produktionsbeteiligungen in Europa suchen. Für die Unternehmen ist der Kauf einer bestehenden Fabrik deutlich attraktiver als ein langwieriger Neubau, da so eine Produktion unter dem Label „Made in Europe“ viel schneller hochgefahren werden kann.
Europa will die Kontrolle behalten
Mit den neuen Regeln will die EU verhindern, bei einer weiteren Schlüsseltechnologie in die Abhängigkeit von China zu geraten. Politiker wie die Europaabgeordnete Anna Cavazzini warnen, dass Europa seine technologische Führungsrolle bei Solarenergie und Batterien bereits verloren hat. Ein ähnliches Szenario soll sich bei den für die Energiewende so wichtigen Wärmepumpen nicht wiederholen. Es geht darum, die Souveränität der europäischen Industrie zu sichern.
Einige EU-Staaten setzen bereits nationale Regeln um, noch bevor das EU-Gesetz in Kraft tritt. Frankreich fördert schon seit September nur noch Wärmepumpen, die nachweislich im Europäischen Wirtschaftsraum produziert wurden. Deutschland plant ab 2027, die Zuschüsse für Geräte aus Nicht-EU-Ländern zu halbieren. Und Italien hat bereits eine Übernahme des Heizungskonzerns Riello durch chinesische Investoren mit einem Veto verhindert (Quelle: Handelsblatt).
Die EU betont zwar, dass chinesische Investitionen grundsätzlich willkommen seien, stellt aber Bedingungen. Das geistige Eigentum und die Kontrolle müssten bei den europäischen Unternehmen bleiben, um feindliche Übernahmen zu verhindern. Während die Politik die Details des neuen Gesetzes noch aushandelt, schaffen die Unternehmen aus China bereits Fakten, um sich ihren Anteil am lukrativen europäischen Markt auch in Zukunft zu sichern.