DAX -1,18 % 26.128,36 Pkt 18:00:00 MDAX -1,92 % 31.839,83 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,95 % 6.468,17 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,72 % 53.343,40 Pkt 22:40:06 S&P 500 -1,21 % 7.691,76 Pkt 22:38:24 Nasdaq -1,64 % 26.289,71 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,57 % 65.724,25 Pkt 04:35:03 Gold -0,19 % 4.409,50 USD 04:45:14 Silber -4,59 % 63,09 USD 04:44:43 Brent +0,79 % 91,59 USD 04:45:06 WTI +0,25 % 84,71 USD 04:45:11 Bitcoin -0,60 % 64.293,08 USD 04:55:14 EUR/USD +0,02 % 1,15850 USD 04:54:57 EUR/GBP +0,07 % 0,85540 GBP 04:55:16 EUR/CHF +0,11 % 0,93990 CHF 04:55:16 EUR/JPY +0,02 % 184,561 JPY 04:55:16

Verbände fordern Stopp der Tegut-Übernahme durch Edeka und Rewe

Wirtschaft

Fuldaer Zeitung Fulda Mehrere Verbände fordern Stopp der Tegut-Übernahme durch Edeka und Rewe Von: Sabrina Mehler Uns auf Google folgen Mehrere Organisationen und Verbände fordern das Bundeskartellamt auf, die Übernahme von Tegut-Standorten durch Edeka und Rewe zu verhindern. Fulda – Mehrere Verbände und Organisationen haben das Bundeskartellamt aufgefordert, die geplante Übernahme von Tegut-Standorten durch die Handelskonzerne Edeka und Rewe zu untersagen. Konkret wenden sich Oxfam Deutschland, das Forum Fairer Handel und Rebalance Now mit einer eindringlichen Stellungnahme an die Bonner Wettbewerbsbehörde. Das Bundeskartellamt prüft derzeit die geplante Aufteilung der Supermarktkette Tegut. Vorgesehen ist, dass mehr als 300 Märkte an den Edeka-Verbund und rund 40 Filialen an Rewe gehen. Die Organisationen warnen nun aber vor einer weiteren Konzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Warnung vor zunehmender Marktkonzentration Nach ihrer Einschätzung dominieren bereits heute die vier großen Handelsgruppen den Markt: Edeka, Rewe, Aldi sowie die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland, die zusammen rund 88 Prozent des Marktes kontrollierten. Durch die Zerschlagung von Tegut drohe eine weitere Stärkung dieser Marktmacht. Gleichzeitig gehe aus Sicht der Verbände mit Tegut eine wichtige Alternative im Handel verloren, die bislang ein vielfältiges, innovatives und ökologisch ausgerichtetes Konzept verfolge. Besonders kritisch sehen die Organisationen mögliche Auswirkungen auf regionale und ökologische Erzeuger sowie auf Verbraucherinnen und Verbraucher. Tegut habe sich als wichtiger Abnehmer für regionale, kleine und mittelständische Produzenten sowie als Anbieter von Bio-Produkten und regionalen Lebensmitteln etabliert. Mit dem möglichen Rückzug dieses Absatzkanals könnten regionale Lieferketten geschwächt und der wirtschaftliche Druck auf Landwirte und Bio-Hersteller erhöht werden. Auch im Backwarenbereich habe insbesondere Edeka seine Position in den vergangenen Jahren „systematisch“ durch Beteiligungen und Übernahmen ausgebaut. „Mit der geplanten Übernahme der Herzberger-Bäckerei von Tegut würde dieser Trend fortgeführt“, schreiben die Organisationen in einer Pressemitteilung. Zudem befürchten sie, dass die Tegut-Eigenmarke nach einer Übernahme eingestellt werden könnte, was für bestehende Lieferanten „die Existenz kosten kann“. Mit dem Verschwinden von Tegut drohten insgesamt weniger Wettbewerb, eine geringere Produktauswahl und zusätzlicher Preisdruck in der gesamten Lieferkette. Vor allem im Raum Hessen mit seinen vielen Tegut-Filialen entfalle für regionale Lieferanten in zuverlässiger Abnehmer. Die Verbände betonen zudem die Rolle von Tegut als Unternehmen im Einzelhandel, „das immer wieder innovative Ansätze ausprobiert hat“. Verlust von Wettbewerb und Innovation So habe es bereits 1997 als erster Händler in Deutschland Kreditkartenzahlung ermöglicht und zudem früh auf den Bio-Trend und regionale Zulieferer gesetzt: „Tegut war führend im Aufbau von regionalen ökologisch angelegten Lieferketten.“ Mit den Teo-Märkten sei zudem ein neues innovatives Ladenkonzept entwickelt worden, das gerade für kleine Orte oder als zusätzlicher Anbieter interessant sei und den Wettbewerb beleben könne. In ihrer Argumentation erinnern Oxfam Deutschland, das Forum Fairer Handel und Rebalance Now außerdem an die Entscheidung im Fall Kaiser‘s Tengelmann: 2015 hatte das Bundeskartellamt eine Übernahme durch Edeka zunächst untersagt, weil wettbewerbliche Bedenken bestanden – erst mit einer Ministererlaubnis wurde die Fusion damals möglich. Der damaligen Haltung des Kartellamts entsprechend fordern die Verbände, auch im aktuellen Verfahren eine weitere Marktkonzentration zu verhindern. Das Bundeskartellamt müsse Migros beziehungsweise Tegut „die Schließung oder wirtschaftliche Entwertung der betroffenen Standorte verbieten“ und mögliche negative Folgen für Standorte und Lieferketten berücksichtigen. Überdies, so die Überlegung der drei Organisationen, könnten die Probleme von Migros und Tegut auch daran gelegen haben, dass die führenden Unternehmen wie Edeka und Rewe in den vergangenen Jahren ihre Macht durch Fusionen konsequent ausgeweitet hätten. Das müsse verhindert werden.

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