Verbraucher meiden Blattgemüse: Ursache für explosionsartigen Durchfall weiter unklar – Gemüsehändler schlagen Alarm
Nachdem in den USA eine massive Durchfallwelle Tausende Menschen in Dutzenden Bundesstaaten infiziert hat, meiden die US-Verbraucher offenbar bestimmte Restaurantketten und kaufen in Supermärkten weniger Salat ein. Das geht aus den jüngsten Analysen der Cloud-Plattform „Placer.ai“ hervor, auf der die Verweildauer von Gästen in Lokalen und Läden sowie die Besucherfrequenz gemessen werden. Offenbar sorgt eine allgemeine Verwirrung um die Ursache für den Krankheitsausbruch und die Frage, welche Lebensmittel jetzt noch als sicher gelten, für den Rückgang der Käufe. Zunächst stand Eisbergsalat im Verdacht, für Tausende Fälle von explosionsartigem Durchfall in den USA verantwortlich zu sein. Konkret sorgte laut der US-Gesundheitsbehörde CDC ein Ausbruch des Parasiten Cyclospora für die massenhaften Erkrankungen. Die Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde FDA brachte die Durchfallwelle schließlich mit Salat in Verbindung, der in „Taco Bell“-Restaurants serviert wurde und aus den Betrieben des Privatunternehmens „Taylor Farms“ in Zentralmexiko stammte. „Taco Bell“ reagierte prompt und nahm am 17. Juli den Salat des Lieferanten „Taylor Farms“ aus dem Sortiment. Auch der Zulieferer erklärte, dass man bereits alle potenziell betroffenen Produkte vom Markt genommen habe. Doch die Fallzahlen stiegen unvermindert weiter. Schließlich ruderte auch die FDA-Behörde zurück und verdächtigte die zunächst in den Fokus gerückten Unternehmen nicht mehr weiter. Welche Lieferanten oder Ketten für den Krankheitsausbruch verantwortlich sind, bleibt also weiterhin fraglich. Auch nach dem auslösenden Lebensmittel wird aktuell weiter gesucht. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge untersuchen Gesundheitsbehörden nun weitere potenzielle Infektionsquellen wie etwa Petersilie und Koriander. Weil aktuell die Region Zentralmexiko mit dem Ausbruch in Verbindung gebracht wird, stoppten einige große Händler und Restaurationketten wegen Befürchtungen der Kontamination ihre Lieferungen aus diesen Gebieten. US-Verbraucher kaufen weniger Salat Die US-amerikanischen Verbraucher reagierten indes prompt. Der Analyse-Plattform „Placer.ai“ zufolge ging der Besucherandrang bei „Taco Bell“ seit dem 13. Juli täglich zurück. Demnach sank der Kundenverkehr am Donnerstag, dem 23. Juli, im Vergleich zum Durchschnitt der Donnerstage zwischen dem 1. Januar und dem 6. Juli um mehr als 20 Prozent. Auch bei großen Salat-Restaurantketten gingen die Besucherzahlen jüngst eklatant zurück. So verzeichnete der Bowl- und Salat-Anbieter „Chopt“ am Donnerstag, den 23. Juli, einen Einbruch der Laufkundschaft um mehr als 12,2 Prozent im Vergleich zu den durchschnittlichen Besuchen an Donnerstagen der sechs Vormonate. Bei der Restaurantkette „Chipotle Mexican Grill“ gingen die Besuchszahlen im Vergleichszeitraum um 1,4 Prozent zurück, bei der Sandwich-Kette „Panera Bread“ um 3,1 Prozent. Gleichzeitig brachen die Salatkäufe in Supermarktketten ein. Der Chef des Gemüseanbauers „Little Leaf Farms“, Paul Sellew, beklagte laut Reuters einen massiven Umsatzrückgang. „Die gesamte Kategorie der Frischprodukte im Einzelhandel verzeichnet einen Rückgang“, so der Agrarunternehmer. „Die Verbraucher lassen sich von Angst leiten.“ Dr. Tyler Evans von der Gesundheitsorganisation „Wellness Equity Alliance“ sagte Reuters, dass man als gesunder Erwachsener auch weiterhin bedenkenlos Blattgemüse verzehren könne, solange es nicht aus Regionen wie Michigan stammt, wo die Durchfallerkrankung aktuell grassiere. Zu einem kompletten Salatverzicht möchte Evans nicht raten: „Wenn es sich um einen Rückruf von Süßigkeiten oder Lakritz handeln würde, würde ich sagen: ‚Essen Sie es einfach nicht.‘ Aber der ernährungsphysiologische Nutzen von Blattgemüse ist erheblich, daher wollen wir den Menschen nicht raten, darauf um jeden Preis zu verzichten.“ (Reuters, TSP) Hinweis: Teile dieses Textes wurden mithilfe von KI übersetzt.