Verbraucherpreise: Die Angst vor dem KI-Inflationsschock
New York. „Willkommen in der KI-Ära, wir glauben, dass du es lieben wirst“, schreibt ein Nutzer nicht ganz ohne Ironie auf der Onlineplattform Reddit. In dem Beitrag reagieren zahlreiche Nutzer auf den Preishammer des iPhone-Herstellers Apple. Der US-Konzern hat vor wenigen Tagen angekündigt, die Preise für eine Reihe seiner Produkte deutlich anzuheben. Von MacBook über iPad bis zu TV-Box – in der Spitze werden die Produkte um bis zu 66 Prozent teurer. Als „unvermeidlich“ sieht Apple den Schritt. Der Grund: Der rasante Boom der Künstlichen Intelligenz (KI) verteuert die Komponenten – allen voran die Kosten für Speicherchips. Die Nachfrage nach Halbleitern, Netzwerkausrüstung, Rechenzentren und Strominfrastruktur übersteige das derzeitige verfügbare Angebot, bringt es die Investmentexpertin Nadége Dufossé vom Vermögensverwalter Candriam auf den Punkt. Ob Chips, Rechenzentren, Strom, Kupfer, Verteidigungsgüter oder Energieinfrastruktur – „ein Teil der Wirtschaft will von allem mehr, und zwar sofort.“ Dabei könnten die Preissteigerungen der Tech-Konzerne erst der Anfang sein. „Die Preise für fast alle Konsumgüter werden steigen“, warnte Moody’s Chefökonom Mark Zandi jüngst im Sender CNBC. Droht der Wirtschaft nun der KI-Inflationsschock? Müssen sich die Notenbanken auf eine völlig neue Herausforderung einstellen?