Verbraucherzentrale warnt: Diese Klimaanlagen solltet ihr nicht kaufen
Wer bei Hitze schnell ein Klimagerät kauft, zahlt am Ende oft doppelt. Die versprochene Abkühlung entpuppt sich dabei oft als heiße Luft. Wenn die Temperaturen steigen, boomen die Angebote für Klimageräte, die schnelle Abkühlung zu kleinen Preisen versprechen. Doch die Verbraucherzentrale NRW warnt eindringlich vor voreiligen Käufen, denn viele dieser Schnäppchen können ihre Werbeversprechen in der Praxis nicht halten. Energieexperte Ingo Wagner rät zur Vorsicht bei Angeboten, die gezielt zum spontanen Kauf verleiten sollen, am Ende aber für mehr Frust als Abkühlung sorgen. Das richtige Klimagerät kaufen Bevor ihr also zuschlagt, solltet ihr die häufigsten Fallen kennen. Oft sind es die gleichen Schwachstellen, auf die man bei günstigen Angeboten achten sollte, um keine böse Überraschung zu erleben. Die Verbraucherzentrale hat die wichtigsten Punkte zusammengefasst, die auf Probleme hindeuten können. Unrealistische Kühlleistung: Sogenannte Mini-Klimageräte können niemals einen ganzen Raum herunterkühlen. Prüft die angegebene Watt-Leistung pro Quadratmeter. Fehlende Wärmeabfuhr: Ein Klimagerät muss die Wärme aus dem Raum nach draußen leiten. Geräte ohne Abluftschlauch oder Außeneinheit sind physikalisch wirkungslos. Gesundheitsrisiken: Geräte, die mit Wasserverdunstung kühlen, können zu Bakterienschleudern werden, wenn sie nicht penibel gereinigt werden. Unseriöse Anbieter: Fehlende technische Daten, ein mangelhaftes Impressum oder eine Adresse im fernen Ausland sind klare Warnsignale für einen Fakeshop. Zuerst solltet ihr genau klären, was das Gerät leisten muss. Soll ein ganzer Raum gekühlt werden, ist eine Kühlleistung von mindestens 60 Watt pro Quadratmeter eine gute Faustregel. Eine Anforderung, an der die meisten kleinen Würfel und „Mini-Klimaanlagen“ aus der Onlinewerbung scheitern. Geht es nur darum, einer einzelnen Person, zum Beispiel direkt am Arbeitsplatz, Erfrischung zu verschaffen, ist ein einfacher Ventilator oft die ehrlichere, günstigere und effektivere Wahl. Technik-Fallen und gefährliche Shops Es gibt keine Wundertechnologie, die Wärme einfach verschwinden lässt. Echte Klimaanlagen funktionieren, indem sie der Raumluft Wärme entziehen und diese aktiv nach draußen abgeben. Das geschieht entweder über einen dicken Abluftschlauch bei Monoblock-Geräten oder über ein separates Außenteil bei Split-Anlagen. Fehlt diese Ableitung, bleibt die Wärme im Raum und der Kühleffekt ist praktisch null. Eine andere verbreitete Methode zur Kühlung ist die Verdunstung von Wasser. Diese Geräte sind technisch gesehen Luftbefeuchter. Bei diesen Verdunstungskühlern ist jedoch besondere Vorsicht geboten. Das stehende Wasser im Tank kann bei mangelnder Hygiene zur Brutstätte für Keime und Bakterien wie Legionellen werden, die dann in der Raumluft verteilt werden. Die Hersteller raten in den Anleitungen oft zu einem wöchentlichen Wassertausch und einer gründlichen Reinigung mit Essig oder Zitronensäure. Diesen zusätzlichen Aufwand solltet ihr vor dem Kauf unbedingt bedenken, um keine Gesundheitsrisiken einzugehen. Onlineshops überprüfen Ein weiteres großes Risiko stellen die Anbieter selbst dar. Fehlende technische Daten, eine unverständliche Produktbeschreibung oder eine auffallend schlechte Übersetzung sollten euch misstrauisch machen. Viele Onlineshops erwecken mit deutschen Namen und professionell wirkenden Webseiten den Eindruck, seriös zu sein, haben ihren Sitz jedoch im außereuropäischen Ausland.