Verdacht auf Quecksilber: Betrieb im DHL-Zentrum in Leizen steht still
Stand: 23.09.2026 14:45 Uhr
Das DHL-Logistikzentrum in Leizen bei Waren an der Müritz steht wegen eines Gefahrstoffverdachts seit Dienstagnachmittag still. Eine Mitarbeiterin hatte sich bei der Polizei gemeldet und über Symptome berichtet, die auf Quecksilber hindeuten könnten, so ein Polizeisprecher.
Spezialisten der Feuerwehr klären, um welchen Gefahrstoff es sich handeln könnte. Die Substanz soll sich an oder in einem Paket befunden haben. Das Paketzentrum in Leizen wurde am Dienstagnachmittag vorsichtshalber evakuiert, mehr als 20 Mitarbeiter mussten das Gebäude verlassen. Der Betrieb ruhe in dem Logistikzentrum. Einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter standen am Mittwochvormittag vor dem Gebäude und warten ab. Wie ein NDR Reporter von vor Ort berichtet, waren auch einige Zustellerinnen und Zusteller vor Ort, die befürchten, dass auch an einer ihrer Sendungen eine giftige Substanz sein könnte.
Analytische Taskforce aus Berlin angefordert
Seit Dienstagnachmittag sind Polizei und Feuerwehr an dem DHL-Standort im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte im Einsatz, die Untersuchungen dauern auch am Mittwoch weiter an. Dafür wurde auch die sogenannte Analytische Taskforce aus Berlin angefordert. Die Spezialeinheit verfügt über umfangreiche Messtechnik und soll feststellen, um welchen Stoff es sich handelt. Zudem muss geklärt werden, woher die Fracht stammt und ob weitere Personen oder Gegenstände kontaminiert worden sein konnten.
Paketzustellerin aus Krankenhaus entlassen
Nach NDR Informationen wurden Spuren einer chemischen Substanz sowohl im Transporter als auch in der Wohnung der Paketzustellerin gefunden. Ob es sich dabei um Quecksilber handelt, wird derzeit untersucht. Es können nach Polizeiangaben bis zu zwei Tage vergehen, bis ein belastbares Ergebnis vorliegt.
Die 50-jährige Paketzustellerin soll am Freitag eine Fracht nach Neustadt-Glewe geliefert haben. Welche Symptome bei ihr auftraten, konnte der Polizeisprecher zunächst nicht sagen. Nach Angaben der Frau könnten die Beschwerden mit einer Flüssigkeit zusammenhängen, mit der sie am Freitag während ihrer Arbeit in Kontakt gekommen sein soll. Die Frau wurde am Dienstag vorsorglich in einem Krankenhaus untersucht, konnte dieses aber wieder verlassen.
DHL: Post- und Paketversand nicht eingeschränkt
DHL betonte, die Sicherheit und das Wohlergehen der Mitarbeiter hätten höchste Priorität. "Erfreulicherweise sind alle Mitarbeitenden wohl auf. Der reguläre Post- sowie Paketversand in der Region sind nicht beeinträchtigt", so ein Unternehmenssprecher. DHL unterstütze die laufenden Untersuchungen der zuständigen Behörden, beteilige sich aber nicht an Spekulationen.
Quecksilber ist hochgiftiges Schwermetall
Das hochgiftige Schwermetall Quecksilber ist das einzige Metall, das bei Raumtemperatur flüssig ist. Es kann bei einer Belastung über längere Zeit zu schweren Gesundheitsschäden führen. Beispielsweise durch das Einatmen von Quecksilberdämpfen können Gehirn, Lunge, Nieren und das Immunsystem dauerhaft geschädigt werden.
Zuvor Quecksilberfund in Neustadt-Glewe