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Verdacht der Bestechlichkeit: Durchsuchungen bei Berliner SPD

Nation

Razzia bei Steffen Krach: In der Schöneberger Wohnung des Berliner SPD-Spitzenkandidaten, in der Landesparteizentrale in Wedding sowie in Krachs früherem Amtssitz in Hannover haben Ermittler an diesem Mittwoch diverse Räume durchsucht. Das erfuhr der Tagesspiegel aus Sicherheitskreisen.

Krach wird in einem Verfahren der Staatsanwaltschaft Hannover wegen möglicher Bestechlichkeit als Verdächtiger geführt. Der Vorwurf: SPD-Politiker Krach soll noch in Hannover von einem Träger im Gesundheitswesen womöglich eine Spende erhalten haben, um sich für ihn in einem Bieterverfahren einzusetzen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Krach war zwischen Ende 2021 und Anfang 2026 Präsident der 1,1-Millionen-Einwohner-Region Hannover. Seitdem ist er unbezahlt beurlaubt, um sich auf den Wahlkampf in Berlin konzentrieren zu können.

Als Regionspräsident saß er dem Aufsichtsrat der kommunalen Krankenhauskette vor, der zehn Kliniken gehören. Vor drei Jahren entschied seine Regionalverwaltung, das alte Krankenhaus in der Gemeinde Lehrte bis 2030 zu schließen und stattdessen ein moderneres Gesundheitszentrum aufzubauen: Unbekannte drohten Krach dafür sogar mit dem Tod, die Polizei ermittelte.

Damals sagte Krach öffentlich, welches Konzept er für besser hielt: Es war das Modell jenes Anbieters, der später nicht den Zuschlag bekam. Die Ermittler in Hannover schließen nach Tagesspiegel-Informationen jedoch nicht aus, dass Krach von diesem Anbieter eine wie auch immer geartete „Spende“ erhielt – ob die an ihn als Person oder die SPD der Region gerichtet gewesen sein soll, ist nicht klar.

Schon im Mai gab es wegen der Klinik einen Polizeieinsatz

Die Staatsanwaltschaft bestätigte auf Anfrage lediglich, ein Ermittlungsverfahren laufe und es habe dazu Durchsuchungen gegeben. Schon im Mai 2026 waren beim unterlegenen Anbieter die Geschäftsräume durchsucht worden – auch damals wegen eines möglichen „Korruptionsdelikts“. Als solche gelten vor allem Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung sowie Bestechlichkeit und Bestechung.

„Als SPD Berlin und im Namen unseres Landesvorsitzenden und Spitzenkandidaten Steffen Krach weisen wir die Unterstellungen in aller Entschiedenheit zurück”, sagte ein Berliner SPD‑Sprecher. „Selbstverständlich kooperieren wir mit den Behörden vollumfänglich, um diese haltlosen Unterstellungen auszuräumen.“

Unter Krankenhausleitern und Chefärzten war Krach damals auch außerhalb Niedersachsens für das Projekt gelobt worden. „Das Klinikum Lehrte befindet sich in einem alten Bau, es fehlen zudem Fachkräfte“, sagte Krach dem Tagesspiegel 2025. „Doch auch dank des medizinischen Fortschritts bleiben Patienten kürzer im Krankenhaus, die ambulante Versorgung wird wichtiger.“ Man habe ein Gesundheitszentrum auf der Höhe der Zeit geschaffen, auch im Geiste der Krankenhausreform des früheren Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach (SPD). Dessen Ziel war: weniger Kliniken, dafür mehr Spezialisierung.

Steffen Krach war von 2014 bis 2021 Wissenschaftsstaatssekretär in Berlin und als solcher für die Charité, die größte Universitätsmedizin Europas, zuständig.

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