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Verdächtiger festgenommen: Offenbar Anschläge auf Polens Premier Tusk und Verteidigungsminister geplant

Welt

Polen hat nach Informationen über mögliche Pläne für einen Anschlag auf den Regierungschef Donald Tusk und den Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz einen Verdächtigen festgenommen. „Der Mann, der mit einem Attentat gedroht hat, ist festgenommen worden“, schrieb Tusk am Sonntag im Onlinedienst X. Er dankte der Polizei für ihr „schnelles und entschlossenes Eingreifen“.

Der polnischstämmige Mann sei über 60 Jahre alt und in Niederschlesien festgenommen worden, sagte der Sprecher des Geheimdienstkoordinators, Jacek Dobrzynski.

Man habe die Wahrscheinlichkeit, dass die Anschlagsdrohungen wahr gemacht würden, als sehr hoch eingeschätzt, sagte Dobrzynsk laut der Nachrichtenagentur PAP. „Wir nehmen das todernst.“ Daher habe man umgehend ein Krisentreffen anberaumt.

Hinweis kam per E-Mail

Die Information über den geplanten Anschlag soll nach Berichten polnischer Medien zunächst per Mail beim Staatsschutzdienst (SOP) eingegangen sein, der für den Personen- und Gebäudeschutz der Regierung und des Präsidenten zuständig ist. Dieser Dienst habe die Polizei informiert.

Wie der Sender TVN24 berichtete, soll aus dem Bericht der Sicherheitsdienste hervorgehen, dass der Hinweisgeber über soziale Medien Kontakt mit einer radikalen Organisation aufgenommen habe, die Freiwillige für ein Attentat mit Schusswaffen gesucht habe. Der Hinweisgeber habe sich daraufhin mit einem Mann namens Krzysztof getroffen, mit dem er über Waffen, Hass auf die Regierung und geplanten Massenmord gesprochen habe.

Regierungssprecher Adam Szlapka sagte dem Sender TVN24, Tusk sei am frühen Sonntagmorgen über die Erkenntnisse informiert worden. „Dieses Signal war wesentlich beunruhigender als ähnliche Signale in der Vergangenheit.“ Der Regierungschef habe aber normal weitergearbeitet.

Polen ist politisch tief gespalten. Im kommenden Jahr stehen Präsidentschaftswahlen an. Der rechte Block um die ehemalige Regierungspartei PiS und rechtsradikale Parteien hätte laut aktuellen Umfragen eine knappe Mehrheit, ist aber tief zerstritten.

Innenminister Kierwinski sagte am Sonntag bei TVP Info, es sei „in diesem Stadium wahrscheinlich noch zu früh“, bei den Anschlagsplanungen von einem „Auslandsbezug“ zu sprechen. Es scheine sich eher um „einen Mann aus sehr radikalen Gruppen“ zu handeln, der über das Internet „sehr radikale Kontakte zu verschiedenen Personen“ geknüpft haben. (Reuters, AFP)

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