„Verdammter Thunfisch“
rosenheim24-de Welt Welt-News „Verdammter Thunfisch“: Alpenwirt von Berghütte platzt wegen Wanderern der Kragen Von: Martina Hunger Uns auf Google folgen An einer traditionsreichen Berghütte dürfen Wanderer sogar ihre eigenen Speisen zubereiten. Einige Gäste danken es dem Wirt auf eine Weise, die ihn inzwischen zu einem deutlichen Appell veranlasst. Dolomiten/Italien – Wer Lebensmittel auf den Berg trägt, sollte Verpackungen und Reste auch wieder mit ins Tal nehmen. An diese einfache Regel halten sich offenbar nicht alle Besucher einer bekannten Berghütte in den Dolomiten. Hüttenwirt Daniele Bortoluzzi ärgert sich besonders über Wanderer, die das Öl aus Thunfischdosen einfach in die Natur kippen. Bortoluzzi bewirtschaftet gemeinsam mit seiner Mutter das Rifugio Venezia am Fuß des Monte Pelmo. Die Schutzhütte liegt auf 1947 Metern Höhe in der Gemeinde Vodo di Cadore in der norditalienischen Provinz Belluno. Auch interessant: Alpenwirt platzt wegen Urlaubern der Kragen: „Wir sind kein Spielplatz“ Wanderer kippen Öl in Regenrinne der Berghütte In einem Instagram-Video mit dem Titel „Verdammter Thunfisch“ machte der Hüttenwirt seinem Unmut Luft. Das Problem sei kein Einzelfall: Immer wieder beobachte das Team Gäste, die eine Thunfischdose öffneten und das darin enthaltene Öl auf den Boden schütteten. Manche hätten es sogar in die Regenrinne am Dach des Biwaks gekippt. Dabei zeigt sich die Berghütte gegenüber Selbstversorgern besonders großzügig. Nicht nur zahlende Gäste dürfen die Tische und Bänke im Außenbereich nutzen. Auch andere Wanderer können dort rasten, mitgebrachte Lebensmittel essen und nach Angaben des Wirts sogar selbst kochen. Die einzige Bitte: Alles, was auf den Berg gebracht wird, soll anschließend wieder mitgenommen werden. Genau daran scheitert es offenbar bei einigen Besuchern. Auch interessant: Neue Wirte auf beliebter Berghütte in Oberbayern – „Es langt, wenn man alles kann“ Hüttenwirt richtet deutlichen Appell an seine Gäste Bortoluzzi erinnerte daran, dass die Umgebung der Berghütte möglichst unberührt bleiben solle. Jeder könne mit einer kleinen Anstrengung dazu beitragen, die Landschaft zu schützen. Für geöffnete Konserven empfiehlt er, eine zusätzliche Tüte mitzunehmen und das Öl darin aufzufangen. Verpackungen, Speisereste und andere Abfälle gehören anschließend zurück in den Rucksack und mit ins Tal. Auch in Deutschland darf Speiseöl nicht über den Abfluss oder die Toilette entsorgt werden. Das Umweltbundesamt nennt Speiseöl ausdrücklich als Abfall, der nicht ins Abwasser gehört. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, kleinere Mengen in einem verschlossenen Gefäß über den Restmüll zu entsorgen; für größere Mengen kommen Wertstoffhöfe infrage. Auch interessant: Traumjob oder Knochenarbeit? Tiroler Berghütte sucht dringend einen Nachfolger Rifugio Venezia gehört zu ältesten Berghütten der Dolomiten Das Rifugio Venezia wurde bereits 1892 errichtet und zählt nach Angaben der Betreiber zu den ältesten Berghütten der Dolomiten. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude im September 1944 von deutschen Truppen niedergebrannt und später wieder aufgebaut. Heute bietet die Hütte insgesamt 62 Schlafplätze sowie zehn weitere Betten im angrenzenden Biwak. Die Betreiber stellen auf ihrer Internetseite ausdrücklich die Werte Einfachheit, Sorgfalt und Respekt in den Mittelpunkt.