Vereitelter Drohnenanschlag in Leipzig/Halle: Russischer Militärgeheimdienst soll hinter Anschlagsversuch stecken
Die Ermittlungen zum versuchten Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle führen einem Medienbericht zufolge zum russischen Militärgeheimdienst GRU. Wie die Welt am Sonntag unter Berufung auf geheime Ermittlungsunterlagen berichtet, soll ein mutmaßlicher GRU-Mitarbeiter als Logistiker der Operation fungiert und den Anschlag vorbereitet haben. Bei dem Verdächtigen handele es sich um eine Person aus Russland, berichtete die Zeitung unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise.
Dem Bericht zufolge soll der Mann über die Türkei nach Deutschland eingereist und später über den Flughafen Berlin-Brandenburg nach Serbien ausgereist sein. Den Ermittlern sei seine Verbindung zum Geheimdienst bei der Einreise bekannt gewesen, er sei jedoch nicht observiert worden. Der Mann halte sich inzwischen wieder in Russland auf. Die Welt am Sonntag berichtete auch von einem zweiten Verdächtigen. Er stamme aus Belarus.
Am Abend des 4. August war auf dem Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff beladene Drohne nahe einer ukrainischen Transportmaschine entdeckt und entschärft worden. Sie war zuvor auf einer Tragfläche des Flugzeugs eingeschlagen, aber nicht explodiert. Der Flughafen Leipzig/Halle ist Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen an die Ukraine.
Die Bundesregierung machte Anfang September offiziell Russland für den Vorfall verantwortlich und verhängte neue Strafmaßnahmen gegen das Land. Die russische Regierung weist jede Beteiligung zurück.
DNA-Spuren könnten Hinweise geliefert haben
Laut Bundesregierung führten unter anderem die am Tatort sichergestellte Drohnenkonfiguration, Sprengstoff und Zündtechnik zu den Verdächtigen. Diese seien aus anderen hybriden Operationen Russlands bekannt. Laut Welt am Sonntag sollen unter anderem DNA-Spuren an einer Antennenkonstruktion zur Steuerung der Drohnen Hinweise auf die Verdächtigen geliefert haben. Bereits im August hatte die Bild-Zeitung von DNA-Spuren berichtet. Diese seien identisch mit einer Spur, die bereits im Zusammenhang mit dem Brandanschlag auf das DHL-Logistikzentrum in Leipzig vom 20. Juli 2024 festgestellt wurde.
Die DNA-Spuren wurden laut Welt am Sonntag unter Berufung auf die Behördenerkenntnisse bereits in Finnland und Litauen registriert. Der zweite Tatverdächtige sei dort aktenkundig. In Finnland werde er unter anderem wegen Diebstahls geführt. Die polnischen Behörden bringen ihn dem Bericht zufolge zudem mit einem als Sabotage gewerteten Brand in einem Baumarkt im polnischen Łódź im Jahr 2024 in Zusammenhang. Hier hätten die polnischen Ermittler ebenfalls Spuren nach Russland gefunden.
Sprengstoff könnte per Lastwagen transportiert worden sein
Der in Leipzig eingesetzte Sprengstoff könnte über Bulgarien und Serbien nach Deutschland gelangt sein, wie die Welt am Sonntag unter Berufung auf Behörden berichtete. Die Ermittler gehen demnach davon aus, dass er in Hohlräumen von Lastwagen transportiert und anschließend in Erddepots versteckt wurde.