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Vereitelter Terroranschlag auf Basis RAF Fairford

Welt

In Grossbritannien stehen fünf Männer unter Terrorverdacht, die am Sonntag unweit des Militärflugplatzes Fairford festgenommen worden sind. Die britische Polizei teilte am Montag mit, dass es sich bei den fünf Männern ausschliesslich um britische Staatsangehörige handele, die in London leben.

Nach Angaben der Anti-Terror-Polizei wurden sie in den frühen Morgenstunden verhaftet, nachdem sie mit drei verdächtigen Fahrzeugen in Richtung des Militärflugplatzes RAF Fairford in Gloucestershire gefahren waren. Ermittelt wird inzwischen wegen des Verdachts der Vorbereitung einer Terrortat, ausserdem wegen möglicher Verstösse gegen das Sprengstoffgesetz.

Kurz nach der Festnahme wurden Sprengstoffspezialisten in das neben der Basis gelegene Dorf Whelford entsandt, um die Fahrzeuge zu untersuchen. Um den Bereich wurde ein weiträumiger Sperrgürtel eingerichtet, der auch am Montagmorgen noch nicht zugänglich ist. 85 Haushalte waren bereits am frühen Sonntagmorgen vorsichtshalber evakuiert worden. Ihre Bewohner konnten noch immer nicht zurückkehren. Luftaufnahmen der BBC vom Montagmorgen zeigen einen ferngesteuerten Roboter im Einsatz, der sich drei weissen Lieferwagen nähert.

Details zu den Hintergründen des Vorfalls sind noch nicht bekannt. «Wir befinden uns in einem frühen Stadium der Ermittlungen», sagte eine Sprecherin der britischen Anti-Terror-Polizei.

Iran oder Russland?

In britischen Medien wird auf mögliche Verbindungen zu Iran verwiesen. RAF Fairford wird seit Jahren von der amerikanischen Luftwaffe als Stützpunkt genutzt. Die besonders lange Start- und Landebahn, die sich über fast drei Kilometer erstreckt, ist baulich verstärkt und kann deshalb auch von schweren Bombern genutzt werden.

Im März, kurz nach Beginn amerikanischer Luftangriffe gegen Iran, hatte der damalige Premierminister Keir Starmer die Genehmigung erteilt, dass die USA britische Stützpunkte für «defensive Aktionen» gegen iranische Raketenstellungen nutzen dürfen. Kurz darauf landeten vier amerikanische Bomber auf dem Stützpunkt RAF Fairford. Im Juli hatten die iranischen Revolutionswächter gemahnt, dass jeder Stützpunkt, der für Angriffe gegen Iran genutzt werde, ein legitimes Ziel darstelle.

Von Beobachtern wurden aber auch andere Motive wie russische Sabotage oder ein islamistischer Hintergrund nicht ausgeschlossen. «Zum jetzigen Zeitpunkt der Ermittlungen kann ich keine Angaben zur Identität der Personen oder zu ihren Zielen und Beweggründen machen», sagte Verteidigungsminister Wes Streeting am Montagmorgen der BBC. Die Öffentlichkeit werde informiert, sobald die Untersuchungen weiter fortgeschritten seien.

Über eine iranische Beteiligung wollte Streeting nicht spekulieren, sagte aber auch: «Wir wissen, und das ist aktenkundig, dass das iranische Regime unseren Interessen und unseren Verbündeten Schaden zufügen würde, wenn sich die Gelegenheit böte.»

Eine Anwohnerin warnte

Auch der amerikanische Präsident Donald Trump hatte am Sonntag angedeutet, dass amerikanische Geheimdienste über die Gefahr im Bilde gewesen seien und mit ihren britischen Kollegen zusammengearbeitet hätten, um einen Anschlag zu vereiteln. «Die Zusammenarbeit mit Grossbritannien war hervorragend», sagte er vor Journalisten. «Wir hatten sie im Visier. Sie hatten vor, unserer Festung grossen Schaden zuzufügen. Wir hatten sie lange Zeit im Blick und haben sie erwischt.»

Doch diese Aussage über eine angeblich koordinierte Überwachung passt nicht recht zusammen mit übereinstimmenden Berichten, dass es der Anruf einer besorgten Anwohnerin war, der den Polizeieinsatz und die Festnahmen am Sonntagmorgen ausgelöst hatte.

Sie sei von einer Feier spät nach Hause gekommen, als ihr mehrere maskierte Männer neben der Strasse aufgefallen seien, berichtete die Landwirtin, die anonym mit mehreren Medien gesprochen hatte. Als diese sie gesehen hätten, seien die Männer in verschiedene Richtungen davongelaufen. Ihr sei klar geworden, dass etwas nicht stimme. Darauf habe sie zunächst bei der Basis angerufen, dort habe aber niemand das Telefon abgenommen.

Anschliessend habe sie die Polizei informiert. Innerhalb kurzer Zeit seien dann bewaffnete Polizisten im Dorf gewesen. «Ich glaube, dass es mein Notruf war, der die Pläne vereitelt hat», sagte sie. Sie zeigte sich fassungslos, dass eine solche Meldung Zivilisten überlassen bleibe.

Der Vorfall überschattet die jährliche Parteikonferenz der Labour-Partei, die am Sonntag in Liverpool begonnen hat. Andy Burnham, Premierminister und Labour-Parteichef , der den Vorfall als «zutiefst beunruhigend» bezeichnete, musste seinen Tagesablauf anpassen, um über die Ermittlungen informiert zu werden. Beeinträchtigen könnten weitere Erkenntnisse auch Burnhams Hoffnung, den Parteitag als Forum für eine Botschaft von Optimismus und Hoffnung auf positiven Wandel zu nutzen.

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