Verfahren nach Treppeneinsturz in Witten eingestellt
Es sind schwerwiegende Fehler gemacht worden, sonst wären die Betontreppen in dem Wittener Geschäftshaus nicht plötzlich über drei Etagen zusammengebrochen. Gutachter haben bestätigt, dass Teile der Treppe nicht nach den damals geltenden Standards errichtet worden sind. Damals, das war 2002, als das fünfstöckige Gebäude nahe der Wittener Innenstadt gebaut wurde.
Die Bochumer Staatsanwaltschaft hat in den vergangenen Monaten wegen des Verdachts der fahrlässigen Baugefährdung ermittelt.
Lauter Knall während der Bürozeiten
Physiotherapeuten, Rechtsanwälte, Ärzte, Steuerberater und andere haben in dem Geschäftshaus gearbeitet - bis es am 11. März 2026 um 10:02 Uhr einen lauten Knall gibt. Die Betontreppe im Hausflur bricht über drei Etagen wie eine Ziehharmonika zusammen.
Mieter bekommen keine Antworten
Alle suchen Lösungen, um weiter arbeiten zu können. Ein Hausarzt hat mittlerweile neue Praxisräume und auch der Steuerberater hat eine neue Adresse. Andere behelfen sich seit Monaten mit Übergangslösungen, haben aber zum Teil hohe finanzielle Einbußen.
Kein neuer Bauantrag
Der Eigentümer, ein Düsseldorfer Immoblienunternehmen, beantwortet auch unsere Mail nicht. Wir erfahren aber von der Stadt Witten, dass kein Bauantrag für neue Treppen eingegangen ist.
Passanten erzählen, dass es manchmal laut sei, wenn Bauarbeiter in dem Gebäude seien. Das, was von den Treppen übrig war, ist mittlerweile abtransportiert worden. Das ist von außen zu sehen.
Wer Fehler gemacht hat, bleibt ungeklärt
Auf WDR-Nachfrage sagt die Bochumer Staatsanwaltschaft, dass sie das Verfahren jetzt eingestellt hat. Sie habe nicht klären können, ob bei der Planung des Wittener Geschäftshauses oder beim Bau Fehler gemacht wurden.
Die beteiligten Personen und Firmen, die ermittelt werden konnten, seien aber sehr kooperativ und bemüht gewesen, an der Aufklärung mitzuwirken. Erfolgreich war das aber nicht.