DAX -0,89 % 26.104,22 Pkt 12:34:39 MDAX -1,49 % 31.875,56 Pkt 12:34:38 Euro Stoxx 50 +0,07 % 6.472,64 Pkt 12:34:30 Dow Jones -0,72 % 53.343,40 Pkt 22:40:06 S&P 500 -1,21 % 7.691,76 Pkt 22:38:24 Nasdaq -1,64 % 26.289,71 Pkt 23:15:59 Nikkei -3,16 % 65.326,42 Pkt 08:45:03 Gold +1,27 % 4.421,60 USD 12:39:22 Silber -0,85 % 63,40 USD 12:39:07 Brent +1,21 % 92,12 USD 12:39:08 WTI +0,29 % 85,19 USD 12:39:32 Bitcoin -0,53 % 64.339,88 USD 12:49:33 EUR/USD +0,27 % 1,16140 USD 12:48:57 EUR/GBP +0,14 % 0,85600 GBP 12:49:38 EUR/CHF +0,16 % 0,94040 CHF 12:49:38 EUR/JPY +0,07 % 184,659 JPY 12:49:39

„Vergleichen sollte man“

Nation

Startseite Politik Knobloch sieht Ähnlichkeiten zwischen AfD und NSDAP: „Man kann nicht gleichsetzen, vergleichen sollte man“ Von: Katja Thorwarth Uns auf Google folgen Denkt die ehemalige Präsidentin des Zentralrates der Juden, Knobloch, an die AfD, fühlt sie sich an dunkle Zeiten erinnert. Man müsse zu radikalen Mitteln greifen. München – Die 1932 geborene Charlotte Knobloch, die den Holocaust in Franken überlebte und seit 1985 das Amt der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern bekleidet, zieht Vergleiche zwischen der AfD und der NSDAP. Die 93-Jährige äußert sich zu den Wahlen im Osten Deutschlands, wo am 6. September in Sachsen-Anhalt erstmals mit Ulrich Siegmund ein AfD-Politiker Ministerpräsident werden könnte. In Mecklenburg-Vorpommern wird am 20. September gewählt, und auch dort liegt die AfD in Umfragen vorn. Gegenüber dem Stern erklärte Knobloch: „Natürlich sahen die Nazis von damals anders aus, hatten Uniformen, waren anders organisiert. Sie hatten von Anfang an klargemacht, was sie vorhatten, wie ihre Politik aussehen würde. Jeder konnte das wissen.“ Auf die Frage nach einem Vergleich zwischen den derzeitigen Erfolgen der AfD und dem Siegeszug der NSDAP in den 1930er-Jahren antwortete sie: „Man kann es nicht gleichsetzen, aber vergleichen sollte man.“ Knobloch zu AfD: „Ihre Politiker testen aus, was zumutbar ist“ Und weiter: „Auch die NSDAP hat einmal klein angefangen und ausprobiert, was alles möglich ist. Exakt das passiert bei der AfD: Ihre Politiker testen aus, was zumutbar ist. Und wir sehen: Sie wachsen mit zunehmender Radikalität“, sagte Knobloch und betonte: „Ich sehe in vielen Bereichen keinen Unterschied mehr zur NSDAP, bevor diese an die Macht gekommen ist. Ich habe viele schreckliche Parteien erlebt, NPD, Republikaner, DVU. Sie sind gekommen und wieder verschwunden. Keine war so gefährlich, wie es die AfD ist.“ Zudem stellt sie eine entscheidende Frage im Stern: „Bei vielem, was AfD-Politiker so von sich geben, frage ich mich: Wo ist die Justiz? Wieso darf man heute ungestraft gegen Menschen hetzen? Wir müssen in der Bekämpfung dieser Radikalen selbst zu radikalen Mitteln greifen, anders werden wir es nicht schaffen“, forderte Knobloch, wobei sie eine neuerliche Prüfung des Verbotsverfahrens empfahl, selbst wenn es scheitern könnte: „Versuchen sollte man es vielleicht dennoch.“ Ebenso spricht sie sich dafür aus, einzelnen Personen das passive Wahlrecht, also die Wählbarkeit in ein Amt, zu entziehen: „Alles, was helfen könnte, sollte versucht werden.“ Knobloch war von 2006 bis 2010 Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland und von 2005 bis 2013 Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses. Bereits im Oktober 2006 hatte sie entschlossenes Vorgehen angemahnt: „Antisemitische und rechtsradikale Attacken haben eine Offensichtlichkeit und Aggressivität erreicht, die an die Zeit nach 1933 erinnern.“ (Quellen: Stern, dpa, eigene Recherche) (ktho)

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