Verkehrsminister Steffen Bilger nennt Deutschlandticket für Gelegenheitsfahrer "spannende Idee"
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hält den Vorschlag eines neuen bundesweit geltenden Tickets für gelegentliche Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln für eine »spannende Idee«. »Denn ein einfacher Zugang zu den Angeboten von Bus und Bahn ist wichtig. Die Digitalisierung kann dazu neue Möglichkeiten schaffen«, sagte der CDU-Politiker dem »Kölner Stadt-Anzeiger«.
Zwar hätten die Verkehrsminister der Länder das Thema vorerst bis zur nächsten Verkehrsministerkonferenz vertagt, da es noch Fragen zu den finanziellen Auswirkungen sowie zur konkreten Umsetzung zu klären gebe. »Als Bundesverkehrsministerium beobachten wir die weitere Entwicklung daher mit Interesse«, sagte Bilger.
Nordrhein-Westfalen und Hamburg hatten den Vorschlag zur Einführung eines »bundesweiten elektronischen Gelegenheitstarifs« im Regionalverkehr gemacht, er wurde jedoch bereits zum Auftakt der Konferenz der Verkehrsminister von der Tagesordnung genommen und nicht diskutiert.
Die Idee eines Tickets für Gelegenheitsfahrten sollte eine Ergänzung zum Deutschlandticket sein. Per Smartphone sollten dabei Fahrten registriert werden und der günstigste Tarif automatisch berechnet werden.
In Nordrhein-Westfalen gibt es bereits ein Modell, bei dem per App ein- und ausgecheckt wird. Die monatlichen Kosten sind dabei auf 63 Euro gedeckelt, dem aktuellen Preis für das Deutschlandticket. Der Tarif gilt jedoch nur innerhalb des Bundeslands.
Oliver Krischer (Grüne), der Verkehrsminister aus Nordrhein-Westfalen, hatte klargestellt, dass es bei dem jetzt vorgeschlagenen bundesweiten Digitalticket für Gelegenheitsfahrer keine Preisobergrenze geben soll. »Wir wollen bundesweit natürlich keinen Preisdeckel, das würde das Deutschlandticket konterkarieren«, sagte Krischer zum Abschluss der Verkehrsministerkonferenz in Hohenschwangau in Bayern.
Krischer sprach von einem entscheidenden Zukunftsthema für den ÖPNV. Es solle nicht nur ein Deutschlandticket für die Vielfahrer geben, sondern auch ein digital bundesweit gültiges Ticket für diejenigen, die gelegentlich den ÖPNV nutzten.