Vermisstenfall: Polizei findet fünf Leichen
PATTAYA: Im Fall der ermordeten russischen Geschwister Diana Nazimova (22) und Roman Nazimov (17), deren Leichen nach der Tat im Bezirk Bang Lamung (Provinz Chonburi) verscharrt worden waren, haben die Ermittlungen eine neue Wendung genommen. Nachdem die beiden Tatverdächtigen in der Provinz Sakaeo festgenommen worden waren, führten sie die Ermittler zu der Grabstelle. Nach Angaben der Verdächtigen sei das Motiv der Tat der Raub des Motorrads gewesen. Im Zuge der weiteren Ermittlungen wurden zudem die Leichen einer dreiköpfigen Familie entdeckt. Am Freitag (31. Juli 2026) gegen 18.33 Uhr suchten Ermittler aufgrund der Geständnisse der Beschuldigten das mutmaßliche Grab auf. Dieses befand sich am Fuße des Khao Phradon nahe der Motorway 7 (Pattaya–Map Ta Phut) im Dorf Chak Ngaeo, Moo 10, Huai Yai, Bang Lamung. Mehr als 300 Kräfte sichern den Fundort Die Einsatzkräfte mussten rund 100 Meter zu Fuß in unwegsames Gelände vordringen. Dort fanden sie eine große Grube, die mit Ästen und Laub sorgfältig getarnt worden war. Wegen des großen Medien- und Zuschauerandrangs wurde das Gebiet von mehr als 300 Polizisten, Verwaltungsbeamten und Rettungskräften abgesichert. Beleuchtungsanlagen wurden aufgebaut und der Tatort weiträumig abgesperrt. Zahlreiche Schaulustige beschimpften die mutmaßlichen Täter lautstark. Geschwister lagen übereinander im Grab Gegen 21.40 Uhr trafen hochrangige Polizeibeamte der Region 2, Ermittler, Kriminaltechniker sowie Gerichtsmediziner am Tatort ein und begannen mit der Bergung der Leichen. Die etwa 60 Zentimeter breite, 1,5 Meter lange und ebenso tiefe Grube enthielt die Leiche von Roman Nazimov im oberen Bereich. Seine Hände waren auf dem Rücken gefesselt, bekleidet war er lediglich mit einer kurzen Hose. Darunter lag die Leiche seiner Schwester Diana Nazimova, ebenfalls mit auf dem Rücken gefesselten Händen. Sie trug ein rotes Oberteil, einen BH und Unterwäsche. Beide Leichen befanden sich bereits in fortgeschrittener Verwesung. Außerdem wurden im Grab die Sandalen der Opfer gefunden. Tatortrekonstruktion unter Polizeischutz Weniger als fünf Minuten später brachte eine Spezialeinheit den Hauptverdächtigen Pong zum Tatort, damit er die Grabstelle im Rahmen seines Geständnisses identifizieren konnte. Er trug ein blaues Shirt und einen schwarzen Integralhelm. Auch der zweite Verdächtige Thong wurde mit Schutzweste und schwarzem Helm vorgeführt. Die Polizei schirmte beide Männer mit Schutzschilden ab und setzte starke Sicherheitskräfte ein, um einen möglichen Lynchversuch durch aufgebrachte Zuschauer zu verhindern. Kurz vor der Rekonstruktion ging bei der Polizei ein Hinweis ein, wonach sich ein bewaffneter Ausländer im Bereich des Tatorts aufhalten solle. Eine Überprüfung blieb jedoch ohne Ergebnis. Medienvertreter durften sich der Grabstelle deshalb nicht nähern. Nach rund einer Stunde wurde Pong wieder vom Tatort weggebracht. Geständnis deckt sich mit Beweisen Um 22.50 Uhr erklärte Pol Lt Gen Chatchai Suresetphong, Kommandeur der Provinzpolizei Region 2, dass die Aussagen der Beschuldigten mit zahlreichen Beweismitteln übereinstimmten. Beide Opfer seien gemeinsam in derselben Grube verscharrt worden – Diana Nazimova unten, Roman Nazimov darüber. Die Leichen seien nicht eingewickelt, sondern unmittelbar nach dem Ablegen mit Erde bedeckt worden. Die erste Obduktion ergab, dass Diana Nazimova keine Schussverletzungen aufwies, jedoch durch massive Gewalteinwirkung getötet worden war. Roman Nazimov war nach einem Kampf mit den Tätern zweimal angeschossen worden – einmal in den Bauch und einmal in den Kopf. Da sich die Leichen noch nicht vollständig zersetzt hatten, konnten zahlreiche forensische Spuren gesichert werden. Täter täuschten Polizeikontrolle vor Nach bisherigen Erkenntnissen fanden die Ermittler keine Hinweise auf einen sexuellen Übergriff auf Diana Nazimova. Die Verdächtigen erklärten, dass sie die russischen Geschwister zuvor nicht gekannt hätten. Sie hätten sich als Polizeibeamte ausgegeben und mit einem Dienstausweis das Vertrauen der Opfer erschlichen, um diese widerstandslos kontrollieren zu können. Ziel sei gewesen, das Motorrad zu stehlen. Die Ermittlungen ergaben zudem, dass beide Männer gemeinsam gehandelt hätten. Nach bisherigen Erkenntnissen war jedoch vor allem Pong der Haupttäter. Er soll sowohl Diana Nazimova misshandelt als auch Roman Nazimov erschossen haben. Thong erklärte dagegen, dass er von Pong gezwungen worden sei und nur eine untergeordnete Rolle gespielt habe. Die Polizei will seine Angaben anhand der Beweislage überprüfen. Geständnis offenbart weiteren Mordfall Nach der Tat verscharrten die Täter noch in derselben Nacht die Leichen und zerlegten anschließend das Motorrad der Opfer, das ebenfalls vergraben wurde, um Spuren zu beseitigen. Diese Darstellung deckt sich nach Angaben der Ermittler mit den bisherigen Funden. Im Rahmen seiner Vernehmung machte Pong außerdem Angaben zum Verschwinden einer dreiköpfigen Familie. Demnach hätten die Täter sich auch in diesem Fall als Polizeibeamte ausgegeben, die Opfer mit Handschellen gefesselt und ihnen eine Verwicklung in Drogendelikte vorgeworfen. Anschließend seien sie beraubt, erschossen und gemeinsam in einem Grab verscharrt worden. Ermittler überprüften daraufhin auch diese Stelle. Ermittler prüfen weitere Verbrechen Nach Angaben der Polizei sind die Geständnisse für die Ermittlungen von erheblicher Bedeutung und stimmen in vielen Punkten mit den vorhandenen Beweisen überein. Gleichzeitig werde geprüft, ob die Verdächtigen für weitere ähnlich gelagerte Verbrechen verantwortlich sein könnten. Beide Männer waren erst vor rund zwei Monaten aus dem Gefängnis entlassen worden. Im Fall der dreiköpfigen Familie erklärte die Polizei, dass insgesamt vier Personen an der Tat beteiligt gewesen seien. Alle mutmaßlichen Beteiligten seien inzwischen identifiziert und festgenommen worden. Pol Lt Gen Chatchai betonte, dass die Ermittlungen trotz der Geständnisse umfassend fortgesetzt würden. Neben den Aussagen der Beschuldigten würden sämtliche forensischen Beweise, Zeugenaussagen und Indizien ausgewertet, um eine lückenlose Beweislage zu schaffen und mögliche weitere Straftaten aufzuklären. Zweites Grab mit drei Leichen entdeckt