Verreisen wie Oma: Gen Z erlebt einen neuen Urlaubstrend
Keine Fotos auf Instagram posten, stattdessen Postkarten schreiben und am Strand stricken? Die Gen Z feiert Nonnamaxxing jetzt auch auf Reisen.
Nonnamaxxing ist schon länger ein Trend, bei dem vor allem dem Lebensstil der Nonnas (deutsch: Großmütter) nachgeeifert wird. Dabei werden die alten Zeiten romantisiert, der Fokus geht weg vom Selbstoptimierungsdruck von Social Media, hin zum "echten Leben".
Im Fokus steht das, was man sich vom idealisierten Leben einer italienischen Nonna vorstellt. Im eigenen Garten Obst und Gemüse anpflanzen, selbst Kochen und backen und alles ein bisschen langsamer erleben. Auch auf Reisen ist der Lebensstil beliebt.
Nonnamaxxing im Urlaub
Wie "BBC" berichtet, hat sich der Trend mittlerweile zum Geschäftsmodel entwickelt. Es geht also nicht mehr nur darum, am Strand auf das Handy zu verzichten und mit frischen Zutaten in der Ferienunterkunft selbst zu kochen. Stattdessen werden etwa Koch- oder Backkurse angeboten, in der Regel von älteren Frauen.
Oft finden die Kurse in Privathäusern statt und vermitteln so ein Gefühl von Authentizität: fast so, als würde man bei der eigenen Oma in der Küche stehen.
Mehrheit würde Geld für Aktivitäten mit alten Menschen bezahle
Eine Studie von "Get Your Guide", die in Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den USA unter über 8000 Teilnehmenden durchgeführt wurde, zeigt: 76 Prozent der Befragten wären bereit, eine "Oma-inspirierte" Aktivität zu buchen. 69 Prozent der Teilnehmenden lernen lieber von alten als von jungen Gruppenleiter:innen.
In Deutschland sind viele der Hobbys auch im Alltag angekommen und funktionieren ohne speziell angeleitete Kurse: Fast zwei Drittel (62 Prozent) der Befragten beschäftigen sich regelmäßig mit Kreuzworträtseln oder Sudokus, 61 Prozent schreiben noch Postkarten oder Briefe.
Während der Trend vor allem darauf zurückzuführen ist, dass Gen Z und Millennials sich vom Leistungsdruck und den idealen Erscheinungsbildern auf Social Media unter Druck gesetzt fühlen, weisen Kritiker:innen immer wieder darauf hin, dass Nonnamaxxing auch ein Leben idealisiert, das so nicht stattgefunden hat.
Dabei wird angemerkt, dass auch italienische Großmütter nicht Gemüse angepflanzt und gekocht haben, um mit sich selbst ins Reine zu kommen, sondern aus Notwendigkeit, um die Familie zu ernähren. Sich davon etwas abzuschauen und statt der Schnelllebigkeit von Social Media auf ein ruhiges Leben zu setzen, kann trotzdem hilfreich sein, um zur Ruhe zu kommen.