DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin -0,04 % 64.285,40 USD 08:14:37 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Versorgung in Gefahr: Wer zahlt Weiterbildung zum Psychotherapeuten?

Wissenschaft

Stand: 09.07.2026 16:41 Uhr Die Zahl der Menschen, die dringend einen Therapieplatz brauchen, wächst auch in Niedersachsen. Zugleich wird bei den Psychotherapeuten massiv gespart. Ambulante und stationäre Weiterbildungsstellen fehlen. von Bärbel Wiethoff Franka Lenski und Fanny Schneider studieren klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Göttingen. Wie es nach dem Master-Abschluss weitergeht, wissen sie nicht. Nur mit Weiterbildung dürfen sie als Psychotherapeutinnen arbeiten. Dafür gibt es aktuell aber viel zu wenige Stellen. "Man fühlt sich im Stich gelassen von der Regierung", kritisiert Franka Lenski. Sie wolle Menschen helfen, bekomme aber Steine in den Weg gelegt. Auch Fanny Schneider, die kurz vor ihrem Master-Abschluss steht, sagt, es sei frustrierend, nicht zu wissen, ob sie überhaupt einen Weiterbildungsplatz finde, und selbst wenn man eine Stelle habe, bekomme man wahrscheinlich doch nicht das, was finanziell versprochen worden ist. Ausbildung soll bezahlt werden Wer als kassenärztlicher Psychotherapeut arbeiten will, muss nach Studium, Master-Abschluss und Approbationsprüfung eine fünfjährige Weiterbildung absolvieren. Vor der Reform des Psychotherapeutengesetzes im Jahr 2020 mussten die angehenden Therapeutinnen und Therapeuten die Ausbildung selbst zahlen. Das kostete mehrere zehntausend Euro. Nun soll die Weiterbildung bezahlt werden - genauso wie bei Ärztinnen und Ärzten. Aber wer die Kosten dafür letztlich übernimmt, ist auch sechs Jahre nach der Reform immer noch nicht vollständig geregelt. Kammer: "Laufen sehenden Auges in eine Versorgungslücke" Schon jetzt warten viele Menschen ein halbes Jahr oder länger auf einen Therapieplatz. Und es könnte noch schlimmer werden, befürchtet die Psychotherapeutenkammer Niedersachsen. Denn viele Studierende seien verunsichert, zu wenige melden sich zur Approbationsprüfung an. "Wir laufen hier sehenden Auges in eine Versorgungslücke rein, die uns wirklich ganz massiv auf die Füße fallen wird", sagt Kristina Schütz, Präsidentin der Psychotherapeutenkammer Niedersachsen. Aktuell würden die jetzigen Psychotherapeuten in Ausbildung in den Kliniken und in den psychiatrischen Institutsambulanzen viel Arbeit auffangen. Und die werde es bald einfach nicht mehr geben. "Die letzten Kohorten starten eigentlich dieses Jahr, wenn die weg sind, ist keiner mehr da, der die Arbeit macht", betont Schütz. Kostenübernahme sechs Jahre nach Reform ungeklärt Die Psychotherapeutenkammer sieht ganz klar den Bund in der Pflicht, vollständig gesetzlich zu regeln, wer die Kosten für die Weiterbildung zum Psychotherapeuten übernimmt. Das Bundesgesundheitsministerium dagegen erklärt auf mehrfache Anfrage des NDR Niedersachsen, das sei Ländersache. Das Land Niedersachsen weist das zurück, der Bund sei zuständig. Die Krankenkassen seien verantwortlich, die Weiterbildung zu refinanzieren. Die Kassen aber erklären, sie zahlten schon einen Teil der Weiterbildung, für die "medizinisch notwendige Versorgung der Versicherten", also die Arbeit am Patienten. Aber für das, was für die Supervision und Selbsterfahrung für die angehenden Psychotherapeuten berechnet wird, dafür sehen sie sich nicht zuständig. Dieser Punkt sei nicht gesetzlich geregelt. Für die Weiterbildung fehlen Hunderte Plätze Die Folge: Für die Weiterbildung fehlen laut Psychotherapeutenkammer allein in Niedersachsen 600 Plätze, weil Kliniken, ambulante Institute und Praxen auf die vollständigen Regelungen warten. Hinzu kommen die massiven Kürzungen bei den Psychotherapeuten, die die Bundesregierung plant. Bei Studierenden kurz vor dem Abschluss löse das Ängste aus, sagt die Präsidentin der Psychotherapeutenkammer Schütz. Sie fragten sich, ob sie künftig überhaupt noch genug Geld verdienen könnten. Dabei werden Psychotherapeuten dringend gebraucht. Der Bedarf steigt.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren