DAX -0,16 % 25.422,78 Pkt 09:06:14 MDAX -0,96 % 32.083,29 Pkt 09:06:14 Euro Stoxx 50 +0,49 % 6.279,15 Pkt 09:06:00 Dow Jones -1,18 % 51.594,14 Pkt 23:12:38 S&P 500 -1,31 % 7.316,15 Pkt 23:12:40 Nasdaq -1,96 % 24.442,94 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,71 % 61.867,43 Pkt 08:45:03 Gold +1,68 % 4.102,50 USD 09:11:12 Silber -0,36 % 57,66 USD 09:11:00 Brent +1,70 % 92,28 USD 09:10:00 WTI +0,71 % 85,06 USD 09:11:06 Bitcoin +0,17 % 64.018,57 USD 09:21:10 EUR/USD +0,52 % 1,14460 USD 09:20:23 EUR/GBP +0,05 % 0,85730 GBP 09:21:14 EUR/CHF +0,09 % 0,93380 CHF 09:21:12 EUR/JPY +0,35 % 187,229 JPY 09:21:14

Versorgung soll 2027 einbrechen: Apacer geht von ca. 70 % weniger Chips aus

Technologie

Werbung Die Versorgung unabhängiger Speicherhersteller mit DRAM-Chips droht im kommenden Jahr dramatisch einzubrechen, wenn es nach Apacer geht. C.K. Chang, Chef des taiwanesischen Modulspezialisten Apacer, rechnet damit, dass die großen Chipfabriken 2027 nur noch rund 30 % der Menge an DRAM an Modulbauer wie sein Unternehmen liefern werden, die sie 2026 bereitgestellt haben. Dies entspricht logischerweise einem Rückgang um ca. 70 %. Ursache ist die anhaltend starke Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory (HBM) und Server-Speicher. Samsung, SK Hynix und Micron, die zusammen über 90 % des weltweiten DRAM-Marktes kontrollieren, priorisieren zunehmend diese margenstarken Produkte für KI- und Cloud-Kunden. Nach Changs Einschätzung fließen inzwischen rund 60 % der DRAM-Kapazitäten in servernahe Anwendungen. Klassische DDR4- und DDR5-Module für PCs, Notebooks und Embedded-Systeme müssen sich den Rest teilen. Für Apacer und ähnliche Hersteller bedeutet das: Als größtes Risiko ist nicht mehr der hohe Einkaufspreis, sondern überhaupt keine Chips mehr zu bekommen. Das Unternehmen hat deshalb seine Lagerbestände bis Ende Juni auf umgerechnet 383 Millionen US-Dollar aufgestockt – ein Plus von rund 48 % gegenüber dem Vorquartal. Zusätzlich plant Apacer einen syndizierten Kredit über bis zu 124 Millionen US-Dollar, um bei jeder sich bietenden Gelegenheit weitere Chips zu sichern. Die Preisdynamik bleibt daher weiterhin sehr angespannt. Für das dritte Quartal 2026 erwartet Chang einen Anstieg der DRAM-Vertragspreise um etwa 30 % und bei NAND-Flash um mehr als 20 %. Im vierten Quartal soll das Tempo dann etwas nachlassen. Dennoch geht der Apacer-Chef davon aus, dass die Knappheit mindestens bis Mitte 2027 anhält. Andere Branchenvertreter sind noch pessimistischer: Samsung und SK Hynix hatten bereits vor Engpässen bis über 2027 hinaus gewarnt, und der Chef von ADATA spricht sogar von einem Jahrzehnt andauernder DRAM-Knappheit. Auch NAND-Flash wird zunehmend von der KI-Welle erfasst. Hochkapazitive Enterprise-SSDs dienen als günstigerer Speicher für Modelldaten und Cache-Auslagerungen und treiben die Nachfrage zusätzlich an. Chinesische Hersteller wie CXMT und YMTC können die Lücke vorerst nicht schließen: Ihre DDR5-Produkte werden zwar wettbewerbsfähiger, doch die heimische Nachfrage übersteigt das Angebot, und Kapazitätsausbau sowie Validierung benötigen Zeit. Zudem liegen die Preise der neuen Module bereits nahe an denen der großen Drei. Doch soll auch Huawei mit erster Fertigungsanlage ins DRAM-Geschäft einsteigen, wenngleich mit Priorität, zuerst China zu versorgen.

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