Verstappen eigentlich Schnellster: So kam Leclerc in Austin auf Platz 1
(Motorsport-Total.com) - Charles Leclerc hat sich im ersten Freien Training zum Grand Prix der USA 2026 Platz 1 gesichert. Der Ferrari-Pilot stellte auf dem Circuit of the Americas (CoTA) in Austin, Texas, eine Bestzeit von 1:36.052 Minuten auf und verwies Singapur-Sieger Max Verstappen (Red Bull) um 0,084 Sekunden auf Platz 2.
Dabei hatte Verstappen zunächst eine Bestzeit von 1:35.860 Minuten vorgelegt. Diese wurde ihm aber wegen Verstoß gegen die Tracklimits-Regel gestrichen. So war der Weg frei für Leclerc, dessen Ferrari-Team in Austin mit einem runderneuerten Unterboden antritt. Ein Update, dessen Wirkung von den beiden Fahrern im Vorfeld mit nur etwa einer Zehntelsekunde pro Runde beziffert wurde.
Hinter Verstappen und Leclerc wurde Lando Norris (McLaren/+0,245) Dritter, gefolgt von dem Mercedes-Duo George Russell und Kimi Antonelli. Sechster wurde Lewis Hamilton (Ferrari), mit einem Rückstand von 0,503 Sekunden auf seinen Teamkollegen. Allerdings fuhren Hamilton und Norris am Ende überzeugende Longruns.
Platz 7 ging an Oscar Piastri (McLaren/+0,734), Platz 8 an Gabriel Bortoleto (Audi/+0,943). Nico Hülkenberg im zweiten Audi sicherte sich mit zwei Sekunden Rückstand Platz 18.
Zum Thema:
Ergebnis: 1. Freies Training GP USA, Austin
F1-Ticker Austin: Paddock live mit Ruben Zimmermann
Ungewöhnliche Lenkprobleme bei Verstappen
Es ist fast schon Tradition in der Formel 1 2026, dass Verstappen zu Beginn eines Rennwochenendes Probleme mit seinem Fahrzeug meldet. Das war am Freitag in Austin nicht anders. Der viermalige Weltmeister funkte gleich auf seinem ersten Run, er verspüre "Reibung" beim Einlenken - fast so, als habe sich irgendwas in der Lenksäule verklemmt. Trotzdem fuhr er in 1:38.040 Minuten gleich mal die erste Bestzeit.
Nach 20 Minuten hatten dann die Ferraris die Spitze übernommen: Leclerc führte mit einer Bestzeit von 1:36.761 Minuten auf den gelben Mediumreifen 0,074 Sekunden vor Hamilton. Knapp eine halbe Sekunde dahinter reihten sich der bald entthronte Weltmeister Norris und der angehende Weltmeister Antonelli ein, der in Austin seinen ersten "Matchball" 2026 verwandeln könnte. Verstappen hatte zwar zehn Runden absolviert, war aber auf Rang 8 abgerutscht.
Zwischendurch meldete Hülkenberg ein "sehr merkwürdiges" Ansprechverhalten seiner Audi-Powerunit in der letzten Kurve. Am Boxenfunk konnte er zunächst nicht zuordnen, ob das Problem originär im Motor oder im Getriebe auftrat. Hülkenberg absolvierte dennoch mehr als 20 Runden, blieb aber mehr als eine Sekunde hinter Teamkollege Bortoleto zurück.
Viel Zeit an der Box verbrachten die beiden Williams-Fahrer. Zumindest laut offizieller Auskunft des Teams waren dafür aber keine technischen Probleme ursächlich: "Während des ersten Freien Trainings werden beide Fahrer ein Aerodynamik-Testprogramm absolvieren, um die Weiterentwicklung sowohl des diesjährigen Autos als auch des FW50 für die kommende Saison voranzutreiben", hieß es noch während der Session auf Anfrage.
Gut 20 Minuten vor Schluss packten die Topteams dann einen frischen Satz Softreifen aus. Verstappen verbesserte sich zunächst auf 1:35.860 Minuten und legte damit vor, seine Bestzeit wurde aber wegen Tracklimits in Kurve 19 gestrichen. Somit stand Leclerc mit seiner Bestzeit von inzwischen 1:36.052 Minuten auf Platz 1, 0,084 Sekunden vor Verstappens zweitbester (aber regulärer) Zeit der Session.
Nach Malaysia-Chaos: Softwaretest am Ende des Trainings
Am Ende des Trainings kam es bei Kurve 15 zu einem ungewöhnlichen Bild: Die Fahrer reduzierten auf ihrer Auslaufrunde gezielt das Tempo und fuhren einen kurzen Streckenabschnitt mit niedriger Geschwindigkeit im sogenannten Low-Grip-Modus. Eine Folge der zuletzt aufgetretenen Softwareprobleme, die unter anderem beim Regen-Grand-Prix in Malaysia einige Autos außer Gefecht gesetzt hatten.
Hintergrund war ein von der FIA gemeinsam mit den Teams und Motorenherstellern organisierter Softwaretest. Dabei sollten zusätzliche Schutzmechanismen für die Powerunits erprobt werden, die bei geringer Streckenhaftung zum Einsatz kommen. Dafür mussten die Fahrer bestimmte Eingaben am Lenkrad vornehmen, um entsprechende Situationen zu simulieren und die Software unter kontrollierten Bedingungen zu überprüfen.
Austin: Heimrennen für die US-Player in der Formel 1
Zumindest im ersten Freien Training des Grand Prix der USA war auch ein amerikanischer Fahrer am Start. Colton Herta übernahm als Freitagspilot das Cadillac-Cockpit von Sergio Perez. Herta, ein ehemaliger IndyCar-Star, fährt 2026 eigentlich in der Formel 2, liegt dort in der Gesamtwertung aber nur an 19. Position. Ab dem zweiten Freien Training fährt dann wieder regulär Perez.
Herta absolvierte bei seinem Auftritt 21 Runden und belegte den 21. Platz, knapp vier Sekunden hinter der Trainingsbestzeit und 0,926 Sekunden hinter seinem Teamkollegen Valtteri Bottas.
Neben Herta nehmen in Austin übrigens auch zwei amerikanische Teams am Grand Prix der USA teil: eben der neue Rennstall Cadillac des General-Motors-Konzerns, und das Haas-Team von Gene Haas.
Zeitplan Formel 1 Austin: Wie geht's weiter?
Mit dem Grand Prix der USA auf dem Circuit of The Americas in Austin macht die Formel 1 Station in Texas. Die anspruchsvolle Strecke mit ihren schnellen Kurvenkombinationen, deutlichen Höhenunterschieden und der markanten Bergauf-Passage zur ersten Kurve gehört seit 2012 zum Formel-1-Kalender.
Anders als in den vergangenen drei Jahren wird 2026 in Austin kein F1-Sprint ausgetragen. Stattdessen stehen drei Freie Trainings auf dem Programm, bevor am Samstag um 23:00 Uhr deutscher Zeit das Qualifying beginnt. Der Grand Prix startet am Sonntag um 21:00 Uhr deutscher Zeit (15:00 Uhr Ortszeit). Zu beachten ist die Zeitumstellung in Europa in der Nacht auf Sonntag, durch die sich der Zeitunterschied zu Texas von sieben auf sechs Stunden verkürzt. (Hier geht's zum Formel-1-Kalender 2026!)
Die gewohnten Formel-1-Livestreams können Fans am Samstag (Nacht auf Sonntag) und Sonntag (Nacht auf Montag) auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de verfolgen. Mit einer Zusammenfassung des Geschehens und Analysen weit über das Ende der TV-Übertragungen hinaus. Host Kevin Scheuren präsentiert die Streams wieder in der Stammbesetzung mit Chefredakteur Christian Nimmervoll als Experte.