Versuchter Drohnenanschlag in Leipzig: Zwei Tatverdächtige im Visier
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Versuchter Drohnenanschlag in Leipzig: Zwei Tatverdächtige im Visier
Von: Franziska Schwarz
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Nach dem Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig zieht Berlin Konsequenzen. Moskau droht mit Vergeltung. Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen zwei Beschuldigte.
Bischkek/Berlin/Brüssel – Update, 19.38 Uhr: Im Zusammenhang mit dem versuchten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle haben die Ermittler laut Medienberichten zwei Tatverdächtige im Visier. Wie die Zeit berichtet, ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen zwei Beschuldigte. NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung berichten, es sei dem Bundeskriminalamt gelungen, zwei Verdächtige zu identifizieren. Die Bundesanwaltschaft wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern.
Später berichtete die Deutsche Presse-Agentur, dass Italien Informationen prüfen will, wonach ein möglicher Beteiligter an dem mutmaßlich russischen Anschlagsversuch mit einem von Italien ausgestellten Touristenvisum in die EU eingereist sein soll. Der italienische Außenminister Antonio Tajani sagte am Rande eines EU-Treffens in Irland, es werde nun alle notwendigen Untersuchungen geben.
Deutschland macht Russland für Drohnen-Bombe verantwortlich: Putin reagiert deutlich
Erstmeldung: Russlands Präsident Wladimir Putin hat die neuen deutschen Strafmaßnahmen als „schweren Fehler“ bezeichnet. Bei einer Pressekonferenz im kirgisischen Bischkek stellte er die Ermittlungsergebnisse der deutschen Behörden infrage und forderte: „Wo sind die Beweise?“
Putin warf Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor, aus rein innenpolitischen Motiven zu handeln und die nationalen Interessen Deutschlands nicht zu schützen. Die Maßnahmen liefen den Interessen der deutschen Bevölkerung zuwider, so der russische Präsident.
Deutsche Sanktionen nach Drohnen-Vorfall für Kreml eine „Provokation“
Das russische Außenministerium und die Botschaft in Berlin schlossen sich der Kritik an. Sie bezeichneten die Vorwürfe als „absurd“ und sprachen von einer „hastig zusammengezimmerten Provokation“. Moskau werde auf die Ausweisungen entsprechend reagieren.
Hintergrund der diplomatischen Krise ist ein Vorfall vom 4. August. Sicherheitskräfte hatten im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff präparierte Drohne nahe ukrainischer Frachtmaschinen entdeckt. Der Flughafen ist ein wichtiges Drehkreuz für militärische Hilfsgüter an die Ukraine.
Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen eines schwerwiegenden Angriffs auf die Transportinfrastruktur. Nach Angaben von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) belegen polizeiliche Ermittlungen, Tatmuster und geheimdienstliche Erkenntnisse eine eindeutige russische Verantwortung für den Vorfall.
Sprengstoff-Drohne in Leipzig: Das sind die Sanktionen gegen Moskau
Als Reaktion auf den Vorfall hat die Bundesregierung weitreichende Konsequenzen gezogen:
Schließung von Vertretungen: Das letzte noch offene russische Generalkonsulat in Bonn muss bis zum 18. September schließen. Damit verbunden ist die Ausweisung weiterer russischer Diplomaten.
Ende des „Russischen Hauses“: Der Vertrag mit der Kultureinrichtung in Berlin wird gekündigt. Die Sicherheitsbehörden vermuten, dass die Einrichtung als Tarnung für Spionage genutzt wurde.
Verschärfte Kontrollen: Der Bund verschärft die Einreisekontrollen für russische Staatsangehörige und plant zudem ein Vorgehen gegen die sogenannte russische Schattenflotte.
Drohnen-Vorfall in Leipzig: Rückendeckung von NATO und EU für Russland-Sanktionen
International erfährt Deutschland breite Unterstützung. NATO-Generalsekretär Mark Rutte bezeichnete die Beweislage als eindeutig. Auf Initiative Berlins berät der NATO‑Rat über die wachsende hybride Bedrohung durch Russland, ruft Beratungen/Konsultationen nach Artikel 4 jedoch nicht aus.
Auch auf EU-Ebene ist der Vorfall Thema. Bei einem Außenministertreffen in Irland betonte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas die Notwendigkeit, Russland von weiteren Provokationen abzuschrecken. Innenminister Dobrindt fasste die aktuelle Sicherheitslage zusammen: Deutschland befinde sich zwar nicht im offenen Krieg, sei jedoch täglich Ziel hybrider Angriffe. (Quellen: AFP, dpa) (frs)