Verteidigung in Gefahr: Trumps Krieg im Iran gefährdet jetzt auch Amerikas Freunde
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Washington – Der Iran-Krieg wird für die USA zum gefährlichen Kraftakt. Die amerikanischen Waffenlager schrumpfen offenbar dramatisch. Besonders bei Luftabwehrraketen und hochpräzisen Langstreckenwaffen sollen die Bestände auf ein besorgniserregendes Niveau gefallen sein. Nach Angaben hochrangiger US-Regierungsvertreter wurden bereits Tausende teurer Raketen im Krieg gegen den Iran eingesetzt. Gleichzeitig zieht das Pentagon Waffen, Schiffe, Flugzeuge und Luftabwehreinheiten aus Europa und Asien ab. Dort wächst deshalb die Sorge, dass die USA im Ernstfall weniger militärische Schlagkraft zur Verfügung hätten. Das hat besonders dramatische Folgen. Denn auch die Ukraine bekommt das zu spüren. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) erklärte, sein Land erhalte 2026 deutlich weniger Luftabwehrraketen von westlichen Verbündeten als noch 2025. Am Mittwoch konnte die Ukraine keine einzige von 28 russischen Raketen abfangen. Mindestens 17 Menschen starben. Experten sprechen Warnungen offen aus Laut Insidern haben die USA derzeit weniger als 1700 Patriot-Abfangraketen. Das berichtet die „New York Times“. Mehr als 1500 dieser Art von Raketen seien allein im Iran-Krieg eingesetzt worden. Das Wiederauffüllen der Bestände könnte Jahre dauern. Tom Karako vom Center for Strategic and International Studies warnt dem Bericht zufolge vor dramatischen Folgen. Die Erschöpfung der Munitionsbestände sei eine „generationenübergreifende Vernichtung der Mittel zur konventionellen Abschreckung“. Besonders aufmerksam dürften dabei China und Russland zuschauen. Beide Staaten beobachten die US-Waffenbestände genau. Experten fürchten: Die geschwächten US-Arsenale könnten Peking und Moskau zu riskanteren Schritten verleiten. Verteidigungsanalyst Todd Harrison vom American Enterprise Institute warnt: „Je länger dieser Krieg dauert und je länger wir den Schusswechsel mit dem Iran fortsetzen, desto schlimmer wird das Munitionsproblem für die Vereinigten Staaten und desto größer und sichtbarer wird dieses Zeitfenster der Verwundbarkeit.“ USA ziehen Waffen aus verbündeten Ländern ab Ein kurzer Satz Trumps sorgt derweil für Aufsehen. Als er am vergangenen Donnerstag im Oval Office von einem Reporter nach Selenskyjs Bitte um weitere Raketen gefragt wurde, entgegnete er: „Wir wollen auch Raketen.“ Das Problem betrifft vor allem besonders wertvolle Langstreckenwaffen. Solche Raketen könnten im Fall eines Konflikts mit China oder Russland entscheidend sein. Hochrangige Vertreter der Trump-Regierung sind intern so stark alarmiert, dass die Vereinigten Staaten bereits Lieferungen an Kunden in Europa und Asien verzögern. Die Folgen der US-Munitionseinsätze gegen den Iran könnten besonders in Asien spürbar werden. Für den Konflikt in Nahost wurden zahlreiche Tomahawk-Marschflugkörper und andere Langstreckenwaffen aus Beständen des Indo-Pazifik-Kommandos abgezogen, die eigentlich für einen möglichen Krieg mit China vorgesehen waren. Nach Angaben eines US-Beamten sind auch US-Truppen im verbündeten Südkorea dadurch im Fall eines Konflikts mit Nordkorea verwundbarer. Europäische Verbündete suchen wegen der US-Produktionsengpässe zunehmend nach alternativen Waffenlieferanten.