DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,21 % 64.443,67 USD 07:23:55 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Verteidigungsminister Pistorius bei KNDS in Kassel: "Aufbruchsgeist im Werk spürbar"

Wirtschaft

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat auf seiner Sommertour den Standort des deutsch-französischen Rüstungsunternehmens KNDS in Kassel besucht und die Bedeutung des Unternehmens für die Verteidigung und die Wirtschaft in Deutschland betont. An den Einstiegsplänen bei dem Rüstungsunternehmen halte die Bundesregierung fest, bekräftigte Pistorius - trotz des zunächst geplatzten Börsengangs. Die Entscheidung, sich bei KNDS zu beteiligen, bezeichnete Pistorius in Kassel als "zukunftssichernd" - sowohl für die Technologie als auch für Arbeitsplätze und Standorte. Aufbruchsgeist bei KNDS Nach einem Rundgang lobte der Minister den "spürbaren Aufbruchsgeist" im Werk. Alle Mitarbeitenden seien "sehr stolz auf das, was sie hier tun". Deutschland brauche "diesen Mut für Investitionen, der hier bei KNDS sichtbar ist", so der Minister. Das Unternehmen ist laut Pistorius einer der größten Auftragnehmer der Bundeswehr und produziert in Kassel unter anderem den Schützenpanzer Puma, den Kampfpanzer Leopard 2 und die Panzerhaubitze 2000. KNDS hat in Kassel insgesamt drei Produktions- und einen Logistikstandort – und damit "doppelt so viele Standorte wie vor der Zeitenwende", berichtete KNDS-Deutschlandchef Florian Hohenwarter. Nach Unternehmensangaben arbeiten hier etwa 2.000 Menschen. Die Zahl der Beschäftigten habe sich in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich erhöht, mehr als 1.000 neue Mitarbeitende wurden demnach eingestellt. "Der Kasseler Standort hat für uns eine zentrale Bedeutung. Hier sitzt ein Großteil der Entwicklung neben München", betonte Hohenwarter. Man wolle "weiterhin im großen Maße" in Kassel investieren. Schlüsseltechnologien für Deutschland Laut Pistorius will die Bundesregierung mit dem Einstieg bei KNDS "deutsche Schlüsseltechnologien im deutschen Zugriff behalten" - auf Augenhöhe mit den Partnern in Frankreich. Wie genau das geschieht, würden Gespräche und Entscheidungen der nächsten Wochen zeigen, sagte er auf die Frage, ob die derzeitige Eigentümerstruktur für ihn auch langfristig Bestand haben könnte. Derzeit gehört KNDS jeweils zur Hälfte dem französischen Staat und den deutschen Eigentümerfamilien ‌Bode und Braunbehrens. Geplanter Börsengang verschoben Zuletzt hatte der französisch-deutsche Panzer- und Geschützhersteller KNDS seinen Börsengang abgesagt. Grund dafür seien aktuelle Marktschwankungen, teilte das Unternehmen Anfang Juli mit. KNDS-Deutschlandchef Hohenwarter bezeichnete das Unternehmen am Dienstag in Kassel als "börsen-ready". Nun wolle man den Markt weiter beobachten, der Start an der Börse pausiere lediglich. Zum Zeitpunkt des Börsengangs erwerben die Bundesrepublik Deutschland und Frankreich jeweils 40 Prozent an KNDS. Die restlichen 20 Prozent der Anteile sollten dann an institutionelle Investoren verkauft werden. Pistorius für Abschaffung der Zivilklausel Bei seinem Besuch in Kassel äußerte sich Pistorius auch zur möglichen Änderung der Zivilklausel an der hiesigen Uni. Diese untersagt bisher die Forschung zu militärischen Zwecken. Die Uni hatte eine Entscheidung über die Öffnung für militärische Forschung nach Protesten vertagt. Es gehe darum, "die Verteidigungsfähigkeit des Landes weiter aufzubauen und für die Zukunft zu stärken", erklärte Pistorius auf die Frage nach der geplanten Änderung – auch um in den nächsten Jahrzehnten technologisch unabhängiger von anderen zu werden. Er freue sich über jede Hochschule, die sich von dem Verbot des Dual Use verabschiede, so der Minister. Mit dem Begriff "Dual Use" werden Güter sowie Forschungsergebnisse beschrieben, die sowohl militärisch als auch zivil genutzt werden können. KNDS-Chef Hohenwarter betonte auf Nachfrage die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit den Universitäten – auch wegen der Akquise künftiger Mitarbeiter. KNDS als "industrieller Leuchtturm" Vor dem Besuch des Ministers hatte sich schon Stadtkämmerer und Wirtschaftsdezernent Matthias Nölke (FDP) zur Bedeutung von KNDS für die Stadt und die Region geäußert. Er bezeichnete die Verteidigungsindustrie für die Stadt als "industriellen Leuchtturm". KNDS sichere wichtige Arbeitsplätze, stärke mittelständische Zulieferfirmen und diene als Wissenstransfer für Innovationen, erklärte Nölke im hessenschau-Interview. Dazu sei das Unternehmen ein wichtiger Gewerbesteuerzahler für Kassel, berichtet der Wirtschaftsdezernent, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

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