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VfB Stuttgart lässt es gegen Köln nach dem Lattenschießen krachen

Sport

"Die erste Halbzeit war wie aus einem Guss, wir haben umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben dann nachgelassen und darüber müssen wir sprechen. Aber es war wichtig für uns, so ein Ergebnis zu liefern. Das waren schöne Tore und das von Bilal ist eine Augenweide, das können nicht viele, was er da zeigt. Auch der zweite Treffer war ein Genuss", sagte VfB-Coach Sebastian Hoeneß im Sportschau-Interview.

Das Spiel war auch der nächste Anschauungsunterricht für Jürgen Klopp, der am 17. September seinen ersten DFB-Kader nominieren wird. Nichts zu sehen bekam er von Kölns Said El Mala, der aufgrund einer Erkältung fehlte, die Gästen mussten auch auf Thijs Dallinga (Magen-Darm) verzichten, der zum Auftakt gegen die TSG Hoffenheim (3:2) doppelt getroffen hatte. Was Klopp aber zunächst sah: Viele vergebene Chancen seiner möglichen Schützlinge.

Stuttgart macht aus seinen Gelegenheiten zu wenig

Stuttgart drückte von Beginn an aufs Tempo und überforderte die Kölner, aber selbst war das Team auch überfordert beim Toreschießen. Josha Vagnoman hatte bereits in der achten Minute eine Großchance, die nicht größer sein konnte: Aus drei Metern schoss er den Ball aber nicht ins leere Tor, sondern nur an die Latte. Beim Auftakt bei Bayern München (1:5) hatte Vagnoman noch getroffen - ins gegnerische und eigene Gehäuse -, am Deadline Day platzte sein Wechsel zu Hull City, jetzt geschah ihm das nächste Unglück.

Ein solches widerfuhr auch Dzenan Pejcinovic wenig später, als er den Ball aus kurzer Distanz an die Latte köpfte (19.). Die nächste hochkarätige Gelegenheit vergab Deniz Undav, in dem Fall rettete aber nicht die Latte, sondern Marvin Schwäbe (22.), so war es auch bei Prömels abgefälschtem Schuss (22.).

Keiner der von Klopp nominiert werden könnte, hatte die nötige Treffsicherheit - doch dann erlöste El Khannouss die Stuttgarter auf äußerst sehenswerte Art und Weise. Der Marokkaner dribbelte durch das gesamte Kölner Zentrum, verpasste an der Strafraumkante Luka Lochoshvili einen ganz bitteren Beinschuss und krönte seine Aktion mit einem Flachschuss ins Eck zum 1:0 (39.). Die Führung war mehr als verdient, mit 1,72 zu 0,12 expected goals ging es in die Kabine, die Gäste waren mit dem 0:1 gut bedient.

Großchancen für Köln, aber Prömel erhöht

Doch sie arbeiteten direkt nach der Pause daran, sich ein besseres Ergebnis zu verdienen. Doch Ellyes Skhiri vergab eine Chance auf Vagnoman-Niveau, als er aus zwei Metern zum Kopfball kam, aber so unplatziert abschloss, dass Fabian Bredlow die Hände noch hochreißen und parieren konnte (47.). Fernab dieser Szene waren die Kölner deutlich besser im Spiel, aber auch Mikey Moore (scheiterte zweimal an Bredlow) und Tom Krauß (schoss ans Außennetz) ließen Topchancen liegen (53./56.).

Das xG-Verhältnis war in der 58. Minute mit 1,72 zu 1,55 fast ausgeglichen und der Ausgleich auf der Anzeigetafel schien plötzlich auch nur eine Frage der Zeit, so sehr dominierte Köln nach dem Wiederanpfiff. Stattdessen wurde der FC für seinen Chancenwucher bestraft, nach einem wunderschönen Angriff schloss Prömel zum 2:0 ab (60.). Stuttgart wackelte, aber brachte schließlich doch den Gegner zu Fall - mit dem ersten VfB-Torschuss in der zweiten Halbzeit.

Erst trifft Demirovic, Hendriks' Eigentor kommt zu spät

Die Hoeneß-Mannschaft verpasste dann aber den ersten Matchball. Schwäbe spielte einen Fehlpass, den er danach mit einer starken Parde gegen Pejcinovic wieder selbst bereinigte (71.), nach der anschließenden Ecke war der Kölner Torhüter auch beim Kopfball von Jeff Chabot zur Stelle (72.). Doch Stuttgarts Edeljoker nutzte den zweiten Matchball, Demirovic setzte sich mit ganz viel Power durch und überraschte Schwäbe im kurzen Eck zum 3:0 (76.).

Zwar verkürzte Köln noch durch das Eigentor von Ramon Hendriks (81.), doch das große Comeback ließ Stuttgart, das mit einem weiteren Traumtor von Vagnoman (Volleyschuss aus 22 Metern) den krönenden Abschluss hatte, fünf Tage vor dem Champions-League-Auftakt gegen Viking Stavanger (18.45 Uhr) nicht zu. Nach der Bayern-Pleite und dem Heimsieg gegen Köln soll es in der Königsklasse einen weiteren Erfolg geben, nach der Bundesligapartie am Samstag gegen Hoffenheim (15.30 Uhr) soll dann der Begriff Siegesserie verwendet werden können. Für den FC geht es am Samstagabend gegen Werder Bremen (18.30 Uhr) weiter.

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