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Victoria’s Secret Show 2026: Diese Stars und Models sorgten für die größten Überraschungen

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Menschen, die keine Zeit auf TikTok oder Instagram verbringen, aber auch nur die, werden etwas überrascht sein, aber heute Nacht, um 1.30 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit, fand das wichtigste Fashion-Event des Jahres statt, das im Kern nichts mit Mode zu tun hat. Neben den Oscars ist es eines der hochkarätig besetzten. Selbst Nicole Kidman war froh, es ins Publikum geschafft zu haben. Wir durften immerhin den YouTube-Livestream anschauen. Wir, das sind Volker Corsten, Lifestyle-Redakteur, der das Ganze eher nüchtern als Showkritiker betrachtete. Und Josie Rath, Volontärin an der Axel Springer Academy, die die Shows verfolgt, seit sie denken kann und es durfte (ihre Kommentare sind kursiv gesetzt).

Worum es geht: Alles! Zumindest, wenn man ein Super- oder zumindest Topmodel ist, eines werden will – oder irgendwie daran interessiert ist, eine Karriere im erweiterten Fashioninfluencertum zu kickstarten. Seit 1996 gibt es die Show des US‑Wäschelabels „Victoria’s Secret“, die als „normale“ Modenschau im Plaza Hotel in New York begann und – nach zwischenzeitlicher Insolvenz und Pause zwischen 2019 und 2023 – im Jahr 2026 wieder auf dem Gipfel der Aufmerksamkeitsökonomie angekommen ist. Durch TikTok, YouTube und Instagram ist das Event sogar größer denn je. Wie es Supermodel Gigi Hadid, die genauso wie ihre Schwester Bella natürlich auftrat, im Vorfeld sagte: „Das ist der Superbowl für Girlies“. Oder, wie die ähnlich berühmte Kollegin Alex Consani beim Pre-Show-Interview im rosa-weiß gestreiften „Fitting“-Bademantel stellvertretend ihren Part in der Show ankündigte: Es wird „golden, corsetted, titty!“

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Die Erwartungshaltung an 2026: Für mich ist die Victoria’s Secret Fashion Show, was für andere das Champions-League-Finale ist. Und wie bei einem großen Finale will ich die Besten der Besten sehen. Ein Champions-League-Finale würde ich schließlich auch nicht sehen wollen, wenn neben Lennart Karl und ein paar weiteren Bayern-Stars Passanten auflaufen, die sich zuvor an einer Torwand in der Münchner Innenstadt qualifiziert haben. Die gibt es diesmal – etwa wurde bei einer Casting-Show namens „Angels Among Us“ eine Kandidatin gesucht, die mitlaufen durfte. Auch ein paar Influencerinnen und Sportstars wie Trinity Rodman (US-Soccer-Nationalspielerin und Tochter von Basketball-Rüpel Dennis Rodman) wurden eingewechselt. Bei Victoria’s Secret will ich aber die legendären Engel! Adriana Lima, Alessandra Ambrosio, Candice Swanepoel und Rosie Huntington-Whiteley, die Verlobte von „Fast & Furious“-Star Jason Statham, sind immerhin 2026 dabei. Nur meine absolute Favoritin Romee Strijd fehlt.

Was vorher geschah (und natürlich das Drama erst rund machte): Die Show ist der jährliche Abgleich, wer aktuell (immer noch) ganz oben steht in der Nahrungskette der weiblichen Models. Und wer eben nicht mehr. Und da jedes Topmodel heute auch Influencerin ist, idealerweise mit Millionen Followern, lassen viele ihre Fans an ihren Vorbereitungen teilnehmen, am Hoffen und Bangen, (wieder dabei zu sein). Machen Videos, wie sie sich fit für die Show workouten – im Fall von Topmodel Barbara Palvin in nur sechs Wochen nach der Geburt einer Tochter namens Sylvie.

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Da teils bis zur Show ein Geheimnis daraus gemacht wird, wer mitlaufen darf, ist die Aufregung in der Model-Bubble groß. Und auch, wer heute chancenlos ist, erinnert gern daran, wie die Teilnahme, das Einmal-Engel-Sein, die Karriere in andere Sphären schoss (etwa das deutsche Model Lorena Rae). Neu aber war 2026, dass eine beim Wir-sind-so-excited-und-dankbar-Potpourri nicht mitmachte. Das niederländische Topmodel Romee Strijd machte auf TikTok in zwei Videos aus ihrem Frust, nicht dabei zu sein, keinen Hehl. Und auch daraus, lange im Ungewissen gehalten worden zu sein, sich immer weiter gequält zu haben (nach zwei Kindern), zu einem anstrengenden Casting nach New York geflogen zu sein, um erst ein paar Tage vor der Show die Absage zu erhalten. Ein anderes bekanntes Model, Frida Aasen, gab darauf offen zu, ebenfalls abgelehnt worden zu sein. Ein feiner Riss in der rosa Welt von VS – und die Erinnerung, was die Bombastshow eben vor allem ist: strictly business.

Die Show hat noch lange nicht angefangen, da hatte ich das Gefühl, schon mittendrin zu sein. Seit Tagen sehe ich auf Instagram und TikTok kaum etwas anderes: Models zeigen ihre harten Work-outs (Amelia Gray ihren letzten Saunagang vor der Show), Influencerinnen filmen sich beim Kofferpacken für L. A. Überall wird die Vorfreude zelebriert. Ich schaue mir das natürlich alles an, frage mich aber irgendwann, ob nicht ein bisschen „Secret“ besser wäre.

Der Pink Carpet: Dann schalte ich zum Pink Carpet, dem rosafarbenen Teppich vor der Show. Models und Prominente posieren, geben Interviews und werden von der Moderatorin mit einem begeisterten „Baddie!“ oder „Oh my God!“ nach dem anderen empfangen. Nach dem fünften „I love youuu“ frage ich mich, ob hier überhaupt noch jemand in normaler Lautstärke sprechen kann. Aber gut, ein bisschen amerikanischer Größenwahn gehört wohl dazu.

So rosarot die Pre-Show ist, so professionell ist sie eben auch: Frauke Ludowig sollte sich bei Zanna Roberts Rassi noch einmal genau anschauen, wie man trotz größter Aufregung gute Fragen stellt und Substanz ins heillose Geschnatter bekommt.

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Die Show: Entertainment, Showtime, große Bilder und Emotionen absolut professionell künstlich herstellen, so, dass einem manchmal der Atem wegbleibt, obwohl man eigentlich weiß, was kommt – das können sie in L. A. Wo auch sonst (der Showrunner heißt übrigens Adam Selman). New York 2025 sah dagegen nicht nur im Backstage-Bereich etwas schäbig aus. Insgesamt scheint VS sich wieder mehr auf ihren Unique Selling Point zu fokussieren – gnadenlose Sexyness. Es gibt noch einige Curvy-Models, man traut sich nicht ganz, den Zeitgeist der späten Zehnerjahre und frühen 2020er hinter sich zu lassen.

Insgesamt herrscht aber – um es jetzt mal ganz plakativ zu sagen – wieder mehr Sydney Sweeney und weniger Annalena Baerbock.

Es beginnt mit einem „Are you ready“-Grußwort von Ur-Engel Gisele Bündchen, die als – sozusagen – „First Zuschauerin“ in VS-Unterwäsche auf ihrem Sofa sich räkelt (sie macht am Ende auch den Rausschmeißer), geht über in ein weichgezeichnetes James-Bond-artiges Intro.

Bella Hadid eröffnet die Show mit riesigen Flügeln aus rosafarbenen Blüten. Mein erster Favorit ist allerdings Doutzen Kroes. Die Niederländerin gehört zu den OGs – der alten Garde der Victoria’s-Secret-Engel – und lässt meterlang rosafarbene Stoffbahnen hinter sich herwehen. Ein Auftritt wie aus einem Märchen. Genau dafür bleibe ich nachts wach!

Dann übernimmt Tate McRae. Die 23-jährige kanadische Popsängerin, die mit ihren Tanzvideos und Hits der Generation Z begeistert, performt mit ihren Tänzerinnen in knallroter Lingerie ihren neuen Song „Housewife“ … ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinschauen soll. Und zum ersten Mal denke ich: Vielleicht vertragen sich die alten Engel und die neue Generation des Pop ja doch ganz wunderbar.

Die Show selbst ist ein perfekt geöltes Defilee. Es gibt zu jeder Unterwäschelinie ein Thema mit passenden Performerinnen (nur Frauen 2026!): Vom rosa Rosenrausch mit eher romantischer Wäsche (zu einer völlig überdimensioniert beflügelten Country-Lady namens Megan Moroney) über Tate McRaes Girl-Pop zu aggressiverer roter Sexyness und die K-Pop-Diven von Katseye für den pinken High-School-Nachwuchs. Dann etwas unmotiviert, aber schön daherkommender karibisch-indischer Unterwäschekarneval und zum Ende dann die Auftritte der „alten Engelgarde“. Lauter Superstars – und jede einzelne bekommt mindestens einen großen Auftritt. Man mag von der Show halten, was man will: Aber die Dramaturgie stimmte – und hatte Klasse.

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Die Deutsche: Ich muss zweimal hinschauen: Ist das etwa Lena Mantler? Tatsächlich! Die einstige Hälfte des Internetduos Lisa und Lena läuft als erste Deutsche seit Lorena Rae 2018 über den Victoria’s-Secret-Laufsteg. Gut, nur im PINK-Segment, wo der Modelnachwuchs unterwegs ist und selbst ich kaum jemanden erkenne. Aber ausgerechnet Lena? Die mit ihrer Zwillingsschwester auf der Vorgänger-App von TikTok brave Tanzvideos drehte und später öffentlich über ihren christlichen Glauben sprach? Jetzt läuft sie in Dessous für Victoria’s Secret. Offenbar sind die Wege des Herrn tatsächlich unergründlich.

Die Überraschung: Kylie Jenner! Ausgerechnet die jüngste Kardashian-Schwester erscheint mit weißen Engelsflügeln und dem legendären Fantasy-Bra, einem BH im Wert von sagenhaften 50 Millionen Dollar. Genialer Coup, klar, aber eindeutig falsche Schwester! Kendall Jenner ist schließlich das Laufstegmodel der Familie und war schon bei Victoria’s Secret dabei. Gut, kann man entgegenhalten: Kylie bringt für den Push-up-Glamour wohl die passendere Oberweite mit. So unterhaltsam ich den Kardashian-Clan finde, muss diese Familie wirklich überall mitmischen? Kim hat mit Skims längst ihre eigene Unterwäschemarke. Früher machte die Show Models zu Stars. Heute reicht offenbar ein berühmter Nachname, und schon gibt’s die Flügel dazu.

Das Finale: Den letzten Auftritt vor dem großen Rosa-Konfetti-Finale (das wie immer etwas billig aussieht) hatte das brasilianische Supermodel Adriana Lima (seit 21 Jahren dabei). Mit riesigen Flügeln schritt sie nach vorn und voller Gesten, als ob sie dem Publikum und der Show ihren Segen geben wollte. Den hatte sich die Show auch verdient. Bis auf ein paar Ausreißer in alte Gähn-Zeiten (der Hip-Hop-Girls-Empowerment-Part von Megan Thee Stallion) stimmten Timing, Rhythmus, Highlights.

Oder, wie es auf dem Pink Carpet natürlich geheißen hätte: „Victoria’s Secret is so back!“

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