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Video von Fußballfans wurde als Aufnahme aus Ceuta ausgegeben

Welt

Im Netz verbreitet sich ein Video, das Migranten in der spanischen Exklave Ceuta zeigen soll, die sagen, sie würden nach Deutschland weiterreisen. Das stimmt nicht. Das Video zeigt feiernde Menschen in Casablanca, nachdem die marokkanische Nationalmannschaft bei der Fußball-WM Kanada besiegt hatte. Behauptung: Ein Video zeige einen Jungen in Ceuta, der sage, er wolle nach Deutschland weiterreisen. Bewertung: Falsch. Das Video wurde am 4. Juli in Casablanca, Marokko, aufgenommen und entstand nach dem Sieg Marokkos über Kanada bei der Fußball-WM. Mit den Ereignissen in Ceuta hat es nichts zu tun. In der Nacht vom 30. auf den 31. Juli kamen laut Medienberichten und Angaben der spanischen Regierung 50.000 Menschen von Marokko in die spanische Exklave Ceuta. Seitdem verbreiten sich online Videos, mit denen offenbar Ängste geschürt und Stimmung gegen Migrantinnen und Migranten gemacht werden soll. Im aktuellen Fall geht es um ein Video von einem Jungen, der angeblich sagt: "Allah hat uns hierher gebracht, nach Europa. Die nächsten Tage werden wir nach Deutschland weiterreisen." Auf TikTok erreichte es über 150.000 Ansichten (Stand: 10. August 2026). Doch das Video entstand bereits am 4. Juli, mit den Geschehnissen in Ceuta hat es nichts zu tun. Die angebliche Übersetzung in der Video-Beschreibung ist falsch. Video entstand in Casablanca während der Fußball-WM CORRECTIV.Faktencheck hat zunächst mithilfe einer Bilder-Rückwärtssuche nach dem Logo in der oberen rechten Ecke des Videos recherchiert, wo und wann das Video entstand. Die Suche führte auf die Facebook-Seite eines Mediums namens "Zenatanews". Zenata ist ein Stadtteil in der marokkanischen Stadt Casablanca. Auf der Facebookseite von Zenatanews gibt es einen Beitrag mit dem Video. Es wurde bereits am 4. Juli 2026 veröffentlicht und kann daher nichts mit den aktuellen Geschehnissen in Ceuta zu tun haben. Das Video selbst kommentierte die Nachrichtenseite auf Arabisch mit den Worten: „فرحة هستيرية وتصريح للتاريخ من هذا الشاب المغربي: "ها شنو غانديرو لفرنسا!“ Laut übereinstimmenden Angaben von Google Translate und dem Übersetzungsdienst Deepl heißt das: "Hysterische Freude und eine historische Aussage von diesem jungen Marokkaner: 'Ich sage euch, was wir mit Frankreich anstellen werden'". Das, zusammen mit den offenbar feiernden Menschen im Hintergrund, die teilweise Trikots tragen, bringt das Video in den Kontext der Fußball-WM 2026. Denn am 4. Juli hatte Marokko Kanada besiegt, der nächste Gegner im Viertelfinale war anschließend Frankreich. Empfehlungen der Redaktion Schiedsrichter Omar Artan schreibt Geschichte beim europäischen Supercup Keine Vernichtung von AfD-Stimmen: Video zeigt gefälschte Wahlunterlagen Transgender-Streit in den USA eskaliert Auch wo das Video aufgenommen wurde, wird im Video selbst gesagt. Laut Übersetzungen von Google Translate und Deepl sagt der Junge, "wir sind in Bernoussi-Casablanca". Das konnte CORRECTIV.Faktencheck anhand von Bildern im Video und von Google Maps bestätigen. Darin sind in einer Aufnahme eine Zahnarztpraxis und zwei Geschäfte zu sehen. Alle drei Orte sind auf Google Maps in Casablanca im Stadtteil Sidi Bernoussi verzeichnet. CORRECTIV.Faktencheck hat den TikTok-Account, der mit dem Video über 150.000 Ansichten erreichte, um eine Stellungnahme gebeten. Bis zur Veröffentlichung antwortete der Account nicht (Stand: 10. August) Über CORRECTIV CORRECTIV ist ein gemeinnütziges, unabhängiges und vielfach ausgezeichnetes Recherchezentrum. Die investigativen Journalisten recherchieren langfristig zu Missständen in der Gesellschaft, wie dem Cum-Ex-Steuerraub oder illegaler Parteifinanzierung. Eine eigene Faktencheck-Redaktion - CORRECTIV.Faktencheck - überprüft irreführende Behauptungen und Gerüchte in den sozialen Medien. Die Faktenchecker erklären, wie Falschmeldungen unsere Wahrnehmung beeinflussen und wie du dich vor gezielten Falschmeldungen schützen kannst. Immer freitags erhältst du die neuesten Faktenchecks zu Gerüchten im Netz direkt im Postfach: Abonniere hier den CORRECTIV Newsletter. Wenn du auf mögliche Falschmeldungen oder Gerüchte stößt, kannst du diese CORRECTIV.Faktencheck zur Überprüfung schicken — entweder über den CrowdNewsroom oder über WhatsApp an die +49-151-17535184.

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