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Video von Jackson Irvine: Kein Wort über Fans und den FC St. Pauli!

Sport

Auch wenn es keine Nachricht war, die aus dem Nichts kam: Der Abgang vom langjährigen St. Pauli-Liebling Jackson Irvine traf viele Anhänger des Kiezklubs hart. Schließlich gab es über die Jahre hinweg kaum einen, der die Werte des Vereins so sehr widerspiegelte, wie der oftmals auch polarisierende Australier. Und doch fühlte sich der Abschied irgendwie kalt an. Am Freitagmorgen hat sich Irvine nun erstmals selbst zu Wort gemeldet – und sich zwar mit warmen Worten vom Stadtteil verabschiedet, aber die typischen Danksagungen Richtung Klub und Fans blieben aus. Dieses Irvine-Video spricht Bände! Es ist mittlerweile üblich, dass sich Profis zu ihrem Abschied via Social Media bei ihren Fans melden, sich noch ein letztes Mal gebührend an sie wenden und klar werden lassen, wie viel ihnen die gemeinsame Zeit bedeutet hätte. Häufig entstehen Gänsehaut-Momente, Tränen fließen und eines steht quasi immer im Fokus: Der Klub und dessen Fans. Irvine und St. Pauli fanden kein Happy End Anzeige Bei Irvine war es anders, irgendwie trocken und so weit entfernt. Die Hollywood-reife Beziehung hatte längst Risse bekommen. Irvines Einlassungen zum Gaza-Israel-Krieg im vergangenen Jahr spaltete die Fanszene und das Meinungsbild über den Kapitän. Dass Irvine nach dem Abstieg vor aller Öffentlichkeit davon sprach, dass sich jeder im Klub hinterfragen müsse, führte zum nächsten Bruch zwischen Irvine und den Verantwortlichen. Nach einer fünfjährigen Zusammenarbeit, die mehr war, als nur ein Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis, fiel der Abschied überraschend kühl aus. Vom Verein gab es eine nett gemeinte Danksagung mit den bekannten Abschiedssätzen und einen 1:20-minütigen Zusammenschnitt von spielerischen Highlights bei St. Pauli. Hätte man den Namen in den Abschiedsbotschaften gestrichen, hätte man kaum darauf kommen können, um wen es sich handelt, was für eine Bedeutung diese Person im Klub und für die Fans gehabt hatte. Anzeige Am Mittwoch fand sich in Irvines Instagram-Profil ein Post wieder, der ihn als neuen Spieler des japanischen Erstligisten Cerezo Osaka vorstellte. Zwei Tage später wandte er sich an seine alte Heimat. Dass es allen Anscheins nach kein Happy End war, in dem sich die Wege von Irvine und St. Pauli trennten, lässt nun auch seine Abschiedsnachricht deutlich werden, die er am Freitagmorgen absetzte. „St. Pauli. Ich werde niemals in Worte fassen können, was diese Jahre mir und uns bedeutet haben“, begann der 33-Jährige. Irvine: „Der Kiez wird für immer ein Part von mir sein“ Anzeige In den 53 dankenden Sekunden geht es derweil keineswegs um den Fußballklub, dem er bis vor zwei Tagen noch angehört hatte. Das Wort „Fans“ ließ er ebenfalls aus. „Alles, was wir wollen, ist zu einer Community zu gehören. Danke an unsere Nachbarn und Freunde, die jetzt zu unserer Familie gehören, all den Leuten dieser Stadt, die uns auf allen Ebenen willkommen geheißen haben“, ließ Irvine den Dank dem Stadtteil St. Pauli zukommen. Von Orten, die er mit Musik verbindet über Festivals, Pizza, Pasta, Chicken, Bier, Musik, Tanz und Cafés. Bei allen St. Paulianern bedankte er sich. Nur der Fußball findet keinen Platz in dem Video. „Das war echtes Leben“, sagte Irvine. Abschieds-Video von Jackson Irvine: Kein Wort über Fans und den FC St. Pauli! „Der Kiez wird für immer ein Part von mir sein. Danke an alle, die mich ein Part davon haben sein lassen“, beendete Irvine seine Nachricht. Es werden sicher auch Fans seines Ex-Klubs gemeint sein. Aber er nennt sie eben nicht direkt. Es wäre vermessen, Tränen in einem solchen Video vorauszusetzen. Vielmehr ist es als positiv zu sehen, dass sich Irvine nicht verstellt, keine Dinge nennt, die er nicht auch so meint. Und doch hinterlässt das vermeintlich letzte St. Pauli-Video von Irvine ein komisches Gefühl entstehen: Den Eindruck eines bitteren und plötzlich so kühlen Abschieds einer Identifikationsfigur des Klubs, die in diesem Ausmaß womöglich nie wiedergefunden wird.

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