DAX -0,94 % 26.091,33 Pkt 18:00:00 MDAX -1,65 % 31.822,47 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,37 % 6.444,46 Pkt 18:00:00 Dow Jones +0,15 % 53.539,33 Pkt 18:23:13 S&P 500 -0,13 % 7.735,21 Pkt 18:23:03 Nasdaq -0,77 % 26.439,77 Pkt 18:23:12 Nikkei -3,16 % 65.326,42 Pkt 08:45:03 Gold +4,37 % 4.556,60 USD 18:13:12 Silber +3,27 % 66,04 USD 18:13:10 Brent +1,52 % 92,40 USD 18:12:56 WTI +0,59 % 85,44 USD 18:13:10 Bitcoin +6,17 % 68.672,99 USD 18:23:11 EUR/USD +0,76 % 1,16710 USD 18:22:54 EUR/GBP +0,30 % 0,85740 GBP 18:23:13 EUR/CHF -0,69 % 0,93240 CHF 18:23:13 EUR/JPY +0,17 % 184,841 JPY 18:23:13

Viel Licht, viel Schatten

Wirtschaft

Den Mitsubishi Outlander gibt es in der mittlerweile vierten Generation. Und zwar ausschließlich als Plug‑in-Hybrid. Wie weit der leistungsstarke Antrieb mit dem Familien-SUV harmoniert und wo der Outlander Stärken und Schwächen hat, klärt der ADAC Test. Aktueller Outlander seit April 2025 bei den Händlern In Deutschland nur als Plug‑in-Hybrid erhältlich Preisliste startet bei 50.000 Euro Mit dem Outlander war Mitsubishi ganz vorn dabei: Als erstes SUV kam er 2013 als Plug‑in-Hybrid auf den Markt – und erfreute sich großer Beliebtheit. Trotzdem verkündete die Marke 2019, sich ab 2020 vom europäischen Markt zurückzuziehen. Aber es sollte anders kommen. Zusammen mit Renault wurden die Modelle Colt und ASX auf Basis des Renault Clio (Auslaufmodell) und des Captur neu aufgelegt und Mitsubishi weiterhin in Deutschland vertrieben. 2025 ist auch der Outlander zurückgekommen. Nicht als Renault-Ableger, sondern als "richtiger", in Japan entwickelter Mitsubishi. Ganz neu ist das Modell, das seit April 2025 bei den Händlern steht, nicht: Bereits seit 2021 ist das SUV in seiner vierten Generation in den USA erhältlich. Für Europa wurde es adaptiert. Wie gut das Flaggschiff geworden ist, zeigt der aktuelle ADAC Autotest. Moderner Look für den Outlander Im Vergleich zum Vorgänger fällt vor allem die neu gestaltete Front mit ihren zweigeteilten Lichtern auf. LED-Tagfahrlicht und Scheinwerfer wurden gesplittet und verleihen dem SUV damit ein kraftvolles Auftreten. In der Seitenansicht unterstreichen klare Sicken und ausgeformte hintere Kotflügel die stämmige Optik, das Heck kann mit schmalen LED-Rückleuchten bestechen. Innenraum mit feinen Materialien Innen probt Mitsubishi den Spagat zwischen konservativ und modern, sehr edel wirkt die Cockpitlandschaft allemal: Hier finden sich feine Materialien, durchgängig weich gepolsterte Flächen und absolut kein Billigplastik. Große, mit Kunstleder überzogene Flächen geben dem Japaner das gewisse Etwas. Gut verarbeitet ist alles obendrein, den Vergleich mit deutschen Premiumprodukten muss der Japaner in dieser Hinsicht nicht scheuen. Smartphones lassen sich in der vierten Generation des japanischen SUVs bequem über Apple CarPlay und Android Auto kabellos verbinden. Musikinhalte werden über eine Yamaha-Soundanlage mit bis zu zwölf Lautsprechern wiedergegeben. Eine – allerdings nicht besonders gut funktionierende – Sprachsteuerung ist ebenfalls an Bord. Gute Bedienung, nervige Assistenten Erfreulich ist, dass nicht alles über den Touchscreen bedient werden muss und es noch eine Vielzahl an "richtigen" Knöpfen gibt, für die Klimaanlage und die Fahrmodi etwa. Und auch auf dem Lenkrad dürfen noch griffige Tasten gedrückt werden, die nicht von Touchelementen ersetzt worden sind. Das 12,3-Zoll-Kombiinstrument ist volldigital ausgeführt, das Infotainment wird ebenfalls über einen 12,3-Zoll-Touchscreen bedient. So wünscht man sich die Bedienung eines modernen Fahrzeugs grundsätzlich, wenngleich der Outlander nicht alles perfekt macht. So sind zu viele Einstellungen über die Lenkradtasten und über das Menü hinter dem Lenkrad vorzunehmen. Das ist fummelig und ließe sich besser über den großen Touchscreen einstellen. Der Mitsubishi kann außerdem sehr aufdringlich sein, etwa wenn das vielstimmige Bimmel- und Tüüüt-Konzert der Assistenzsysteme einsetzt und man schon auf den ersten Metern davon so genervt ist, dass man am liebsten alles sogleich wieder abschalten möchte. Ist es wirklich nötig, dass der Aufmerksamkeitsassistent sofort Alarm schlägt, sobald der Fahrer oder die Fahrerin nur kurz auf die Instrumente schaut? Ein bisschen mehr Gelassenheit wäre hier wünschenswert, was auch für den gesetzlich verpflichtenden Tempolimitwarner gilt, der bereits beim ersten km/h drüber verrücktspielt. Der Aufmerksamkeitsassistent lässt sich zudem nur sehr umständlich abschalten. Sage und schreibe fünf Bedienschritte sind hierfür nötig. Das Deaktivieren dauert so lange, dass das System den Fahrer währenddessen zu mehr Aufmerksamkeit ermahnt! Beim nächsten Fahrzeugstart ist alles wieder aktiv und das Ärgernis geht von vorne los. Komfortable Federung, schwach beim Ausweichtest Die Malaise mit den Assistenten ist besonders ärgerlich, da der neue Outlander ansonsten ein angenehmes Auto ist. Innen herrscht echte Wohlfühlatmosphäre – was zum einen an den bereits erwähnten hochwertigen Materialien liegt, zum anderen am guten Platzangebot für Passagiere und Gepäck. Hier zwickt nichts, große Reisen mit der Familie sollten daher mit dem Mittelklasse-SUV kein Problem sein. Einzig die Kopffreiheit im Fond wird durch das Glasschiebedach mit seinem Verdunklungsrollo geschmälert. Beim Federungskomfort hat Mitsubishi einen guten Kompromiss zwischen straff-sportlich und komfortabel gefunden, auch wenn die Konkurrenz, die teilweise mit adaptiven Dämpfern aufwartet, noch besser ist. Die Lenkung ist weder zu leichtg�ängig noch zu indirekt abgestimmt, sie liegt satt in der Hand und liefert genügend Rückmeldung von der Straße. Das passt. Wegen seiner weichen Auslegung quält sich der Outlander dagegen durch den ADAC Ausweichtest. Das Heck drängt nach außen, auch beim Lastwechsel übrigens, und ESP-Eingriffe erfolgen teilweise zu spät. Insgesamt vermittelt der Mitsubishi bei dynamischen Ausweichmanövern "ein unterdurchschnittliches Sicherheitsgefühl", wie die ADAC Testingenieure notieren. Der Übergang zwischen den Antrieben klappt sehr gut Auf der Positivliste steht, dass der Outlander während der Fahrt sehr leise ist. Das gilt nicht nur für den Elektromodus des Plug-ins, auch der Benziner hält sich selbst bei stärkerer Beschleunigung akustisch zurück und hat beim Hochdrehen einen angenehm sonoren Klang. Bei 130 km/h fällt der Innengeräuschpegel mit 67,3 Dezibel jedoch relativ hoch aus. Ursache: das serienmäßige Schiebedach, das Windgeräusche verursacht. Der Übergang zwischen Elektroantrieb und Benziner funktioniert extrem geschmeidig. Selbst wer gut aufpasst, weiß manchmal nicht, ob der Benziner schon mit von der Partie ist oder nicht. Über die Schaltwippen am Lenkrad lässt sich zudem die Rekuperation (Energierückgewinnung) für den E-Antrieb einstellen, in sechs Stufen sogar. Prima! Der Antrieb kombiniert einen 2,4-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor mit zwei Elektromotoren, die jeweils an Vorder- und Hinterachse angebracht sind. Zusammengenommen ermöglicht der Antrieb eine Systemleistung von 225 kW/306 PS. Die Leistung ist gut spürbar, im Hybridmodus zumindest, wenn beide Antriebe im Einsatz sind: Dann nimmt der Outlander schnell Fahrt auf und sprintet in 7,9 Sekunden auf Tempo 100. Im reinen E-Betrieb geht es nicht ganz so energisch voran, aber immer noch flott genug: Dann kann der Japaner auf die 85 kW des vorderen und die 100 kW des hinteren E-Motors zugreifen. Rein elektrisch kann der Outlander bis zu 135 km/h schnell fahren. Ein 22,7 kWh großer Akku sorgt nach WLTP für eine vollelektrische Reichweite von bis zu 86 Kilometern, für längere Strecken steht ein 53 Liter großer Tank zur Verfügung. In der Praxis bleiben auf der Landstraße von der versprochenen E-Reichweite in etwa 70 Kilometer übrig, was für die meisten Strecken im Alltag ausreichen sollte. Als starkes Zugfahrzeug wie einst der Pajero eignet sich der Outlander Plug‑in-Hybrid nicht mehr ganz so gut, bei 1600 Kilogramm Anhängelast ist Schluss. Beim Laden ist der Outlander veraltet Wie bei den neuen Plug‑in-Hybriden mit großer Batterie und entsprechend guter Reichweite mittlerweile üblich, kann auch der Outlander an einer Schnellladesäule geladen werden – theoretisch zumindest, denn die Japaner setzen hier auf den japanischen CHAdeMO-Anschluss, der im öffentlichen Schnellladenetz in Deutschland kaum noch zu finden ist. Eine Adaption für Europa hat sich Mitsubishi wohl nicht leisten wollen. Es gib zwar auch Adapterlösungen für den Betrieb an den hierzulande gebräuchlichen CCS-Steckern, doch wie gut das funktioniert, ist fraglich. Den Outlander Plug‑in-Hybrid lädt man daher besser an einer "normalen" AC-Säule in der Stadt oder an der heimischen Wallbox voll. Doch auch hier braucht man Geduld, denn mehr als 3,5 kW gibt das bordeigene Ladegerät nicht her, sodass die Batterie erst nach 6,5 Stunden gefüllt ist. Entlastend kann man einräumen, dass der Zeitfaktor beim Laden an der eigenen Wallbox über Nacht keine Rolle spielt. Laternenparker haben dieses Privileg nicht und müssen an öffentlichen Ladesäulen nach 4 Stunden Standzeit unter Umständen eine "Blockiergebühr" fürchten. Für diese Zielgruppe ist der Outlander also nicht ideal, so man ihn denn rein elektrisch bewegen möchte. Im Test: Zu hoher Verbrauch Dem Lob über den geschmeidigen Antrieb zum Trotz: Die Effizienz des Mitsubishi lässt zu wünschen übrig. Fährt man den Outlander ausschließlich elektrisch, ist zwar eine E-Reichweite von 70 Kilometern drin. Der reine Stromverbrauch liegt bei 32,7 kWh/100 km. Wobei der horrende Verbrauchswert unter anderem durch die hohen Ladeverluste durch das langsame Laden begründet ist. Diese rechnet der ADAC mit ein. Ist die Batterie leer gesogen, wird es nicht besser: Dann verbraucht der Japaner im ADAC Test stolze 9,3 Liter Super auf 100 Kilometer. Preise ab 49.990 Euro nach Liste Angeboten wird der Outlander in fünf Ausstattungsstufen. Schon die Basisversion "Diamant" für 49.990 Euro hat das Nötigste an Bord, wie etwa LED-Scheinwerfer, ein schlüsselloses Zugangssystem, Licht- und Regensensor, Klimaautomatik und eine ganze Armada vom Assistenzsystemen. Gut ist auch, dass man über die Antriebsbatterie externe Geräte für Freizeit- und Outdooraktivitäten mit bis zu 1500 Watt betreiben kann. Wer Lenkradheizung, Ledersitze, Head-up-Display oder ein Panoramadach möchte, muss zu den besseren Versionen greifen. Die teuerste Ausstattung, "Black", kostet 63.690 Euro (Stand August 2026). Da Mitsubishi erfahrungsgemäß recht umtriebig mit "Sonderaktionen" ist, sind diese (hohen) Preise sicher nicht das letzte Wort. Interessant ist, dass sich die 5-jährige Garantie auf das Fahrzeug um je ein Jahr auf bis zu 8 Jahre verlängert – sofern der jährlich vorgeschriebene Kundendienst in der Markenwerkstatt durchgeführt wird. Das wird nicht nur die Kunden, sondern auch die Mitsubishi-Händler freuen. Das hat uns gefallen: gutes Platzangebot, flotte Fahrleistungen, sehr umfangreiche Serienausstattung, großzügige Fahrzeuggarantie Das hat uns nicht gefallen: sehr hoher Verbrauch, geringe AC-Ladeleistung, schlecht nutzbarer ChaDeMo-DC-Schnellladeanschluss, unterdurchschnittliche Fahrstabilität, Fahrerüberwachung nervig und umständlich zu deaktivieren ADAC Messwerte ADAC Testergebnis

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren