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„Vielleicht ist das einfach nichts für sie“: Trump entlässt seine neue Sprecherin Zacharia nach nur fünf Tagen

Welt

US-Präsident Donald Trump hat seine neue Pressesprecherin Katie Zacharia wieder entlassen. Zacharia sei freigestellt worden, sagten zwei US-Regierungsvertreter am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Ihre erste Pressekonferenz war vielfach als Fiasko bewertet worden, zudem geriet die Sprecherin wegen Angaben zu ihrer beruflichen Qualifikation unter Druck.

Trump selbst hatte Zacharia nahegelegt, ihre Zukunft zu überdenken. „Ich habe zu Katie gesagt: ‚Du musst das nicht tun, wenn du nicht willst‘“, gab Trump am Freitag vor Reportern bekannt und fügte hinzu, dass sie bislang „mies“ und „sehr schlecht“ von den Medien behandelt worden sei, wobei er auch den ihm nahestehenden Sender Fox News einbezog. „Ich habe zu ihr gesagt: Ganz ehrlich, an deiner Stelle würde ich es mir noch einmal überlegen.“

Trump fügte an, Zacharia sei ein „netter Mensch“ und ihm gegenüber „immer loyal“ gewesen. Er überlasse ihr die Entscheidung. „Vielleicht ist das einfach nichts für sie“, fügte er hinzu. „Ich habe ihr gesagt, dass es für sie wohl besser wäre, glücklich zu sein. Ich bin mir nicht sicher, ob man in diesem Job überhaupt glücklich werden kann. An diesem Job ist absolut nichts einfach“, so Trump.

Vance ließ sie aus einem Interview herausholen

Einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge verlief der Abgang von Zacharia abrupt. Reporter der Zeitung waren am Freitag um kurz vor 13 Uhr in ihrem Büro zum Interview verabredet. Als sie gerade von ihren Plänen für den neuen Job erzählte, sei ein Berater Trumps eingetreten: „JD wollte kurz mit dir sprechen“, habe dieser zu Zacharia gesagt und damit Vizepräsident JD Vance gemeint. Laut „Journal“ verließ Zacharia daraufhin den Raum, und kehrte nie zurück – weder zum Interview noch zu ihrem Job.

Später am Freitag erklärte Steven Cheung, Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses, dass Zacharia „eine neue Position übernehmen wird, die zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben wird“. Die Entlassene selbst schrieb auf der Plattform X, es sei „eine Ehre“ gewesen, für Trump zu arbeiten. „Präsident Trump ist ein freundlicher, wunderbarer, liebenswürdiger, rücksichtsvoller, begeisterter und fleißiger Mann. Ich wünschte, mehr Amerikaner würden ihn zu schätzen wissen.“

Zacharia war kurzfristig in ihr Amt berufen worden und stolperte in ihrem ersten Pressebriefing mehrfach über ihre Worte. Das Briefing beendete sie nach nur wenigen Fragen. Sie folgte als Pressesprecherin auf Karoline Leavitt, die aufgrund der schwierigen Vereinbarung des Amtes mit ihrer Familie im August ihr Amt niederlegte.

Trump soll peinlich berührt gewesen sein

CNN berichtet mit Berufung auf interne Quellen, Trump sei von Zacharias Auftritt peinlich berührt gewesen. Als er andere Mitarbeiter nach ihr befragte, soll sich kaum jemand für Zacharia ausgesprochen haben. Trumps Wunsch sei es, mehr Leute zu haben, die ihn und seine Politik im Fernsehen verteidigen. Dies sei Zacharia aber nicht überzeugend gelungen. Der TV-Sender CBS News berichtete unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person, dass Zacharia die Woche „ungewöhnlich isoliert“ verbracht und nicht als Pressesprecherin fungiert habe.

Für Schlagzeilen sorgte Zacharia auch, weil sie sich als Anwältin („lawyer“) bezeichnet hatte. Die Absolventin einer US-Jurafakultät hatte die Anwaltsprüfung in Kalifornien 2011 nicht bestanden. Zacharia hatte erklärt, ihr sei gesagt worden, sie dürfe sich trotzdem „lawyer“ nennen, aber nicht „attorney“. Während „attorney“ definitiv eine Anwaltszulassung voraussetzt, wird „lawyer“ im US-Sprachgebrauch teils auch für Juraabsolventen verwendet, kann aber unter Umständen auch rechtlich problematisch sein. Trump selbst hatte sie bei ihrer Ernennung als „attorney“ vorgestellt.

Kürzeste Amtszeit der Geschichte

Für Kritik sorgte die Berufung Zacharias auch, weil Trump in der Vergangenheit behauptet hatte, unter ihm würden Qualifikationen und Können bei der Vergabe von Posten entscheiden und nicht etwa Hautfarbe oder Geschlecht. De facto zählt für Trump aber vor allem Loyalität.

Zacharias Amtszeit gilt als die kürzeste in der Geschichte der Sprecher und Sprecherinnen des Weißen Hauses. Bis dahin hielt Anthony Scaramucci den Rekord, Pressesprecher während Trumps erster Präsidentschaft. Im Jahr 2017 verlor er nach zehn Tagen seinen Posten als Kommunikationsdirektor. (jmi/doe/Reuters/dpa)

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