Viertelfinale, Norwegen
Große Aufregung um François Letexier Thierry Henry, Ronaldo Nazário, Rio Ferdinand, Wayne Rooney, Roy Keane und Patrick Vieira. Nur um mal ein paar Namen zu nennen. Nicht aus unserer völlig aus dem Ruder gelaufenen FIFA-03-Karriere, in der wir unseren Lieblingsklub zur Weltherrschaft geführt haben. Sondern aus einer nicht abschließenden Liste von Legenden, die sich seit Dienstagabend über die Schiedsrichterleistung von François Letexier erregt haben. Müsste man all die Empörungsbekundungen in einem Wort zusammenfassen, könnte man sich bei Julian Nagelsmann bedienen: Vollskandal. Am deutlichsten wurde Ägyptens Trainer: „Das war ganz klar ein manipuliertes Spiel, und die ganze Welt hat es gesehen“, so Hossam Hassan, der später noch einen Instagram-Post mit einem Bild von Letexier und der Caption „The World is watching“ nachschob. Die Frage, ob Letexier mehrfach fälschlicherweise zugunsten der Argentinier entschieden oder für seine Spielführung die kicker-Note zwei verdient hat, ist längst egal. Die Erzählung, dass nicht die Spieler auf dem Platz, sondern zwielichtige Männer in Anzügen die Hauptrollen bei dieser WM spielen, lässt sich nicht mehr einfangen. Donald Trumps Anruf bei Gianni Infantino hätte es gar nicht gebraucht, um diesem Turnier auch noch den Beigeschmack der Wettbewerbsverzerrung zu verpassen. Wer der Verschwörungstheorien gestern noch nicht müde war, durfte sich mit Blick auf die ausgewählten Unparteiischen für das Viertelfinale der Franzosen gegen Marokko jedenfalls über neues Futter freuen. Das gesamte Schiedsrichterteam kommt aus Argentinien. Spätestens an dieser Stelle wäre es aber vielleicht doch mal wieder Zeit, ein bisschen frische Luft unter den Alu-Hut zu lassen: Letexier ist Franzose.