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Vietnam Airlines: Flugzeugstart hinter Landebahnende hätte in Katastrophe enden können

Allgemein

Der verzögerte Start einer Boeing-Passagiermaschine am Flughafen München ist nach Meinung von Experten nur knapp einer Katastrophe entgangen. »Das hätte einen Feuerball mit hunderten Todesopfern geben können, wenn die Piloten die Maschine nicht noch hochgezogen hätten«, sagte Luftfahrt-Experte Heinrich Großbongardt. Auch außerhalb des Flughafengeländes seien Menschen in Gefahr gewesen.

Die Boeing 787 der Vietnam Airlines brauchte am Samstagnachmittag ungewöhnlich lange zum Starten und hob erst hinter dem Ende der Südbahn ab. Videos zeigen, wie der langsame Start große Staubwolken aufwirbelte. Nach Informationen der Plattform Aviation Herald blockierten vor dem Start außerdem mindestens die Bremsen auf der rechten Seite den Jet. Durch die geringe Startgeschwindigkeit setzte zudem das Heck des Flugzeuges auf und wurde schwer beschädigt.

Die Boeing landete kurz nach dem Start außerplanmäßig wieder in München. Zuvor musste das Flugzeug allerdings mehrere Schleifen über den Flughafen und den Raum München drehen. Dabei ließ es bis zu 60 Tonnen Kerosin ab, um ein sicheres und zulässiges Landegewicht zu erreichen.

Untersuchung des Flugunfalls könnte Monate dauern

Bei der Rückkehrlandung auf der Nordbahn wurden zudem die Reifen des Hauptfahrwerks zerfetzt. Die Passagiere sind nach Angaben des Flughafens unverletzt mit Bussen in das Flughafengebäude gebracht worden.

Die Boeing konnte die Fahrbahn nicht mehr aus eigener Kraft verlassen. Sie wurde daher stabilisiert und in einen Hangar transportiert. Bis in die Nacht erfolgten Aufräumarbeiten, bei denen Reifenteile aufgesammelt und Beschädigungen an der Fahrbahn ausgebessert wurden, so ein Sprecher.

Den genauen Hergang des Unfalls müsse nun die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung klären, sagte Luftfahrexperte Großbongardt. Mithilfe der Flugdatenschreiber und Voicerecorder müsse geklärt werden, was im Cockpit passiert sei. Das werde Monate dauern. Zum Beispiel stelle sich die Frage, warum die Crew den Start nicht rechtzeitig abgebrochen habe. Eigentlich habe die Münchner Bahn mit 4.000 Metern Länge ausreichend Sicherheitsreserven dafür.

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