Vingegaard stürmt beim Tour-Auftakt ins Gelbe Trikot
Zeitfahr-Weltmeister Remco Evenepoel vom deutschen Team Red Bull-Bora-hansgrohe musste sich mit dem fünften Platz begnügen. Sein Teamkollege Florian Lipowitz musste 2,2 km vor dem Ziel abreißen lassen. In der Gesamtwertung liegt der Deutsche jetzt auf dem achten Platz (+35 Sekunden). Vingegaard liegt nun acht Sekunden vor Ganna und zwölf Sekunden vor Pogacar. "Einzelzeitfahren" im Finale am Montjuic Wie erwartet war es am 800 Meter langen Schlussanstieg hinauf zum Ziel am Olympiastadion zu einem regelrechten Einzelzeitfahren der Klassementfahrer gekommen. Dazu hatte ein neues Reglement beigetragen. Im Ziel auf Barcelonas Hausberg Montjuic zählte die Zeit eines jeden einzelnen. Die Zeit des besten Fahrers war dann auch maßgeblich für das Mannschaftsergebnis. Die erste ernste Duftmarke im Ziel hatte Zeitfahrspezialist Filippo Ganna für Netcompany Ineos gesetzt. Der Italiener fuhr wie die meisten Kapitäne als Solist über die Ziellinie mit einen Durchschnittstempo von 53,6. Nur Vingegaard konnte diese Zeit unterbieten (Schnitt 53,7 km/h). Frankreichs Shootingstar Paul Seixas (Schnitt 52,4 km/h) musste sich mit dem zehnten Platz benügen. Vingegaard: "Teamkollegen haben sich für mich geopfert" Vingegaard lobte im Sieger-Interview des Veranstalters die Teamleistung: "Es ist das größte Rennen der Welt. Es ist ein toller Sieg für uns. Ich habe sieben Teamkollegen, die sich heute für mich geopfert haben. Ich trage zwar das Gelbe Trikot, aber sie haben auch die Etappe gewonnen und ich möchte meinen Teamkollegen und meinem Team dafür danken." Sprint ums Grüne Trikot bei erster Zwischenzeit Für eine kleine Kuriosität sorgte die Vergabe des ersten Grünen Trikots. Der Profi mit der Bestzeit bei der ersten Zwischenzeit nach 5,1 km verdiente sich damit das Leibchen für den Punktbesten. Und so ging das Team Picnic PostNL hier schon früh aufs Ganze. Der deutsche Profi Niklas Märkl in Diensten der niederländischen Equipe erklärte nachher im Interview mit der Sportschau: "Wir hatten einen Plan, auf die ersten fünf Kilometer zu gehen, um uns das erste Grüne Trikot zu schnappen." Der Rest der Strecke sei dann "Horror" gewesen, "da steht man voll im Laktat und muss noch 15 km fahren." Lange blieb Märkls Team bei der Zwischenzeit dann auch in Führung, erst Ineos mit Ganna konnte die Zeit unterbieten und blieb auch bis zum Ende vorne. Mit Highspeed zu Barcelonas Hausberg Der Parcours des ersten Mannschaftszeitfahrens bei der Tour seit 2019 war auch für die Anwärter auf den Tagessieg eine Herausforderung. Die ersten 15 km waren flach, die besten Teams fuhren bis zur letzten Zwischenzeit mehr rund 59 km/h im Schnitt, auf den letzten fünf Kilometern ging es kurvig hinauf auf Barcelonas Hausberg Montjuic, dabei musste auf den letzten 800 Metern ein Anstieg mit im Schnitt 7 Prozent Steigung überwunden werden. Im Finale waren also explosive Fahrer wie Pogacar oder Evenepoel gefragt. 2. Etappe mit steiler Rampe im Finale