Virus breitet sich unkontrolliert aus
Startseite Panorama Ebola-Fieber breitet sich unkontrolliert aus – sieben neue Zonen betroffen Von: Kilian Bäuml Uns auf Google folgen Seit Mai breitet sich eine besonders gefährliche Variante des Ebola-Virus aus – fast die Hälfte der Erkrankten stirbt und bisher gibt es keine Behandlung. Kinshasa – Seit Mai breitet sich das Ebola-Virus mit „außergewöhnlichem Tempo“ aus. Im Osten der Demokratischen Republik Kongo in Zentralafrika steigen die Infektionszahlen seit Wochen massiv. Schon Ende Mai rief die WHO den internationalen Notstand wegen des Ebola-Ausbruchs aus. Wie das afrikanische Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldet, sind in sieben weiteren Gesundheitszonen erstmals Ebola-Infektionen nachgewiesen worden: Gombari in Haut-Uélé, Lubero in Nord-Kivu, Bafwasende, Kabondo, Tshopo und Wanie-Rukula in der Provinz Tshopo sowie Buta in Bas-Uélé. Der Ausbruch entwickelt sich damit zu einer geografisch immer breiter gestreuten Infektionswelle. Die Zahlen sind erschreckend: Über 5.000 Menschen haben sich in der Demokratischen Republik Kongo bislang mit dem Virus angesteckt. Laut den Daten der WHO starb fast die Hälfte der infizierten Personen an dem Virus. Besonders betroffen ist laut der Tagesschau die Provinz Ituri: Mehr als 80 Prozent aller bestätigten Infektionen und fast 80 Prozent aller Todesfälle entfallen auf diese Region. Ebola-Epidemie breitet sich aus: Behandlung und Medikamente gegen Virus-Varinate gibt es nicht Besonders gefährlich macht diesen Ebola-Ausbruch die Variante des Virus: Es handelt sich um das sogenannte Bundibugyo-Virus. Gegen diese seltene Form des Ebola-Virus gibt es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine gezielte Behandlung, wie das Robert Koch-Institut (RKI) bestätigt. Rund 60 Prozent der Toten werden außerhalb von Behandlungszentren gemeldet – ein Zeichen dafür, wie schwer es ist, Kranke rechtzeitig zu erkennen und zu isolieren. Die Bedingungen im Kongo spielen dem Virus in die Hände: ein marodes Gesundheitssystem, kaum ausgebaute Straßen, bittere Armut. Dazu kommt seit Jahrzehnten anhaltende Gewalt im Ostkongo, wo Milizen um Macht und Rohstoffe kämpfen. All das macht die Eindämmung des Ausbruchs fast unmöglich. Africa CDC-Direktor Jean Kaseya warnte bereits deutlich: „Wenn wir diesen Ausbruch nicht stoppen, wird er länger als ein Jahr andauern und der größte weltweit sein.“ Das Risiko einer Ausbreitung auf Nachbarländer wie Uganda oder den Südsudan bleibt hoch. Für die DR Kongo ist es die 17. Ebola-Epidemie seit der Entdeckung des Virus im Jahr 1976 – und bereits jetzt die tödlichste in der Geschichte des Landes. (Quellen: RKI, Tagesschau, dpa) (kiba)