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Virus: Sänger Tommaso Paradiso nach Sandmücken

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Sänger nach Sandmücken-Stich infiziert: Was das Toscana-Virus so gefährlich macht

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Sänger Tommaso Paradiso infiziert sich mit dem Toscana-Virus – einem kaum bekannten Erreger, der im Mittelmeerraum grassiert. Er kann Meningitis auslösen.

Rom – Ein Stich eines Insekts, das deutlich kleiner ist als eine Stechmücke, hat Tommaso Paradiso zum Pausieren gezwungen. Der Sänger berichtete in den sozialen Netzwerken, sich nach einem Stich durch eine Sandmücke mit dem Toscana-Virus infiziert zu haben. Er erklärte, dass es ihm den Umständen entsprechend gut gehe, kündigte aber an, auf die RTL Power Hits am 1. September und die Radio Zeta Future Hits am folgenden Tag in der Arena von Verona verzichten zu müssen.

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Dieser Artikel von Ruggiero Corcella entstand in Kooperation mit Corriere della Sera

Im Vergleich zu Stechmücken, ihren nahen Verwandten, und den zugehörigen Viren (etwa West-Nil, Chikungunya, Dengue) hört man vom Toscana-Virus sehr viel seltener. Für die breite Öffentlichkeit ist er nahezu unbekannt, doch für Infektiologen und Epidemiologen stellt er keine Neuheit dar.

Das Toscana-Virus (TOSV) ist ein Arbovirus, das zur Gattung Phlebovirus gehört. Genetische Studien haben das Vorhandensein von drei TOSV-Linien (A, B und C) nachgewiesen. Es ist seit mehr als einem halben Jahrhundert bekannt. Erstmals wurde es 1971 in der Toskana aus in der Region gesammelten Sandmücken isoliert, wovon sich auch sein Name ableitet. Immer wieder breitet sich das West-Nil-Virus in Italien aus.

Ein endemischer Erreger im Mittelmeerraum

Heute gilt es als endemisches Virus des Mittelmeerraums und ist in Südeuropa eine der möglichen Ursachen von Meningitis und Meningoenzephalitis während der warmen Jahreszeit. Viele Infektionen bleiben unbemerkt, weil sie asymptomatisch verlaufen oder nur leichte Beschwerden verursachen. Wenn die Krankheit nach einer meist nur wenige Tage dauernden Inkubationszeit ausbricht, können Fieber, starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Muskelschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl auftreten.

In einer Minderheit der Fälle kann das Virus jedoch das zentrale Nervensystem erreichen und Meningitis, Meningoenzephalitis oder Enzephalitis hervorrufen. Schwere Verläufe sind selten und Todesfälle kommen nur vereinzelt vor, doch die neurologischen Symptome können eine Krankenhausbehandlung erforderlich machen.

Zahlen zu Italien und zur Verbreitung in Europa

Italien ist eines der europäischen Länder, in denen die Zirkulation des Virus besonders gut dokumentiert ist. Eine Studie des Istituto Superiore di Sanità verzeichnete 331 bestätigte Fälle neuroinvasiver Infektionen zwischen 2016 und 2021, mit 292 Krankenhausaufenthalten. Die anschließende Überwachung zeigte einen Anstieg der Inzidenz in den Jahren 2022–2023, im Jahr 2023 wurden 130 bestätigte neuroinvasive Fälle registriert und weitere 130 im Jahr 2024.

Im Jahr 2025 wurden laut dem ISS-Update zum 31. Dezember 116 Fälle von Toscana-Virus gemeldet, davon 115 autochthone, sowie ein Todesfall. Die offiziellen Zahlen entsprechen jedoch nicht der tatsächlichen Gesamtzahl der Infektionen: Gerade weil viele Ansteckungen keine Symptome verursachen, bleibt ein erheblicher Teil undiagnostiziert.

Übertragende Insekten und saisonale Häufung

Das Virus ist trotz seines Namens nicht ausschließlich italienisch. Seine Zirkulation ist vor allem in den Ländern Südeuropas und des Mittelmeerraums dokumentiert. Autochthone Fälle oder Hinweise auf eine Zirkulation des TOSV wurden neben Italien in Ländern wie Spanien, Frankreich, Portugal, Griechenland, Kroatien und Zypern festgestellt. Währenddessen haben epidemiologische Studien das Vorhandensein des Virus oder die Exposition der Bevölkerung auch in anderen mediterranen und Balkangebieten belegt.

Die Verbreitung folgt im Wesentlichen derjenigen der Sandmücken, die es übertragen können, und die Infektionen konzentrieren sich vor allem auf die warmen Monate, wenn diese Insekten besonders aktiv sind. Aktuell gibt es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische antivirale Therapie gegen das Toscana-Virus, sodass die Behandlung symptomorientiert erfolgt und bei ausgeprägten neurologischen Verläufen ein Krankenhausaufenthalt notwendig sein kann.

Prävention: Schutz vor Stichen der Sandmücken

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