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Vitamin B12: Als Tabletten oder Tropfen einnehmen? Ärztin klärt auf

Gesundheit

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Die Ernährung deckt den Bedarf an Vitamin B12 häufig nicht ab. Vor allem Veganer oder Menschen mit chronischen Erkrankungen sind auf eine Nahrungsergänzung angewiesen. Vitamin B12 ist sowohl als Tropfen als auch in Tablettenform erhältlich. Die Vorteile und Risiken der Darreichungsform hängen oft mit der Tagesdosierung zusammen. In manchen Fällen sind jedoch weder Vitamin-B12-Tropfen noch -Tabletten die beste Wahl, um einen Mangel auszugleichen. Von bestimmten Präparaten raten Verbraucherexperten dringend ab.

Vitamin B12: Tagesbedarf und wer supplementieren sollte

Für Erwachsene liegt der geschätzte Tagesbedarf an Vitamin B12 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zufolge bei vier Mikrogramm. In der Schwangerschaft und Stillzeit sind 4,5 beziehungsweise 5,5 Mikrogramm am Tag notwendig. In manchen Fällen kann die Ernährung den Bedarf nicht decken. Denn Vitamin B12 steckt fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln: Es wird von Bakterien gebildet, die hauptsächlich im Verdauungstrakt von Wiederkäuern vorkommen.

„Sich vegan ernährende Personen sollten daher unbedingt und dauerhaft ein Vitamin-B12-Präparat einnehmen“, betont die DGE. Da Milchprodukte, Käse und Eier gute Vitamin-B12-Quellen darstellen, können Vegetarier ihren Tagesbedarf grundsätzlich erreichen. Laut DGE besteht bei ihnen jedoch ein erhöhtes Risiko für einen Mangel, wenn der Nährstoffbedarf steigt. Das ist bei Frauen etwa während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit der Fall. Diese Symptome sind Warnzeichen für einen Vitamin-B12-Mangel.

Auch chronische Magen-Darm-Erkrankungen und Medikamente können die Aufnahme von Vitamin B12 erschweren. Denn damit der Körper es verwerten kann, braucht er den sogenannten Intrinsic Factor: „Dieser ist ein Eiweiß aus dem Magen, das normalerweise dafür sorgt, dass B12 im Darm aufgenommen werden kann“, erklärt Josephine Reiche, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Spezialistin für funktionelle Medizin aus Berlin. Auch Medikamente wie Magensäurehemmer können für die Vitamin-B12-Versorgung auf Dauer zum Problem werden, da sie die Freisetzung des Vitamins aus Nahrungsproteinen hemmen.

Vitamin B12 als Tropfen oder Tabletten – was ist besser?

Wenn sich der Vitamin-B12-Bedarf nicht auf natürliche Weise decken lässt, können Präparate einen Mangel verhindern oder ausgleichen. Das Vitamin lässt sich über Tabletten oder in Form von Tropfen einnehmen. In ihrer Wirksamkeit würden sich die beiden Formen nicht unterscheiden, erklärt Reiche: „Tropfen und Tabletten können beide gut funktionieren. Entscheidend sind vor allem die enthaltene Menge und die individuelle Aufnahmesituation.“

Während Tabletten die Tagesdosierung vorgeben, geschmacksneutral und eher für Reisen geeignet sind, erlauben Tropfen eine flexiblere Anpassung der Dosierung. Bei Magen-Darm-Erkrankungen könnten oral eingenommene Präparate mitunter nur in einer hohen Dosierung wirksam sein, erklärt die Medizinerin: „Ein Teil des B12 kann auch ohne den normalerweise notwendigen Aufnahmehelfer aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden“, so Reiche.

In manchen Fällen seien aber weder Tropfen noch Tabletten wirksam gegen einen Mangel: „Bei bestimmten Erkrankungen des Magens oder Darms oder nach entsprechenden Operationen kann die Aufnahme so stark beeinträchtigt sein, dass eine Behandlung per Spritze oder Infusion sinnvoller ist“, erklärt die Ärztin.

Übrigens: Auch Vitamin D gibt es als Tabletten und Tropfen. „Öko-Test“ kann aber nur wenige empfehlen: Das sind die besten Vitamin-D-Tabletten und -Tropfen.

Vitamin-B12-Präparate: Keine Nahrungsergänzungsmittel bei Mängeln

Welche Vitamin-B12-Präparate zum Einsatz kommen sollten und welche Tagesdosierung notwendig ist, sollten Betroffene immer mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin abklären. Diese können über Tests bestimmen, wie viel Vitamin B12 im Blut zirkuliert und ob eine Supplementierung nötig ist. Wenn bereits ein Mangel besteht, können Präparate ihn beheben. Dabei gibt es sowohl Arzneimittel als auch Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin B12.

Nahrungsergänzungsmittel können einem Mangel vorbeugen, ihn aber nicht behandeln. Darauf weist das Verbrauchermagazin „Öko-Test“ hin, das 29 Vitamin-B12-Präparate untersucht und die besten ermittelt hat. Denn Nahrungsergänzungsmittel gehören zur Gruppe der Lebensmittel und dürfen daher keine medizinische Wirkung entfalten.

Keinen Effekt haben nach Angaben der DGE auch pflanzliche Vitamin-B12-Präparate aus Meeresalgen wie Spirulina. Sie könnten zwar Vitamin B12 liefern, enthielten allerdings schwankende Mengen. Zudem handele es sich dabei um inaktive, für den Körper nicht verfügbare Formen von Vitamin B12, die die Aufnahme von Cobalamin sogar hemmen könnten. Auch andere vermeintliche vegane Vitamin-B12-Quellen wie Shiitake-Pilze oder Sauerkraut könnten die Versorgung nicht decken, stellt die DGE klar. Auch interessant: Nährstoffe ab 60: Diese drei Präparate würde eine Ärztin „definitiv jedem empfehlen“

Hochdosierte Präparate: Laut Ärztin nur in einem Fall sinnvoll

Bei der Einnahme von Vitamin-B12-Präparaten sollten Anwender außerdem die empfohlene Tagesdosierung beachten. Um einen nachgewiesenen Mangel zu beheben, kann der Arzt oder die Ärztin hohe Tagesmengen Vitamin B12 verordnen. Für frei verkäufliche Präparate gelten aber Höchstmengen: Nahrungsergänzungsmittel, wie sie etwa in Drogerien oder in Apotheken ohne Rezept erhältlich sind, sollten pro Dosis nicht mehr als 25 Mikrogramm liefern, rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Viele Präparate liegen der „Öko-Test“-Untersuchung zufolge jedoch über der Höchstmengenempfehlung. Das Verbrauchermagazin hat ausschließlich Vitamin-B12-Tabletten geprüft, doch ein Blick in verschiedene Online-Shops zeigt, dass auch Vitamin-B12-Tropfen die Empfehlungen häufig um ein Vielfaches überschreiten. Viele Präparate liefern 400 bis 500 Mikrogramm pro Tropfen. Unachtsamkeit bei der Anwendung kann dann schnell zu einer hohen Dosierung führen.

Im Unterschied zu Vitamin D, das bei hohen Mengen zu akuten Vergiftungserscheinungen führen kann, zählt Vitamin B12 zu den wasserlöslichen Vitaminen, sodass der Körper überschüssige Mengen ausscheiden kann. Studien zeigen aber, dass eine dauerhafte Überdosierung von Vitamin-B12-Präparaten möglicherweise mit gesundheitlichen Risiken einhergeht.

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