DAX +0,15 % 25.410,84 Pkt 18:00:00 MDAX +0,67 % 30.287,68 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.116,23 Pkt 18:00:00 Dow Jones -1,00 % 52.337,04 Pkt 20:52:33 S&P 500 +0,18 % 7.676,85 Pkt 20:52:34 Nasdaq +0,67 % 26.181,99 Pkt 20:52:32 Nikkei -0,80 % 62.189,65 Pkt 07:45:03 Gold +0,44 % 4.025,40 USD 20:42:32 Silber -0,04 % 53,93 USD 20:42:32 Brent -0,74 % 110,87 USD 20:42:30 WTI -1,30 % 101,93 USD 20:42:25 Bitcoin -0,23 % 79.839,97 USD 20:52:32 EUR/USD -0,33 % 1,11840 USD 20:51:45 EUR/GBP +0,06 % 0,83760 GBP 20:52:34 EUR/CHF +0,55 % 0,92510 CHF 20:52:33 EUR/JPY +0,27 % 176,066 JPY 20:52:34

Vitamin D im Winter: Weniger Sonne kann Schuppenflechte und Ekzeme verschlimmern

Allgemein

Mit dem Beginn der kälteren Jahreszeit geht die Intensität der natürlichen UV-Strahlung spürbar zurück. Fachleute weisen darauf hin, dass diese jahreszeitliche Veränderung die körpereigene Bildung von Vitamin D bremst und damit bestehende Hauterkrankungen verschlimmern kann.

Wie Dr. Ayda Kart A?kar vom Medicana Bursa Hastanesi darlegt, sinkt der Vitamin-D-Spiegel im Winterhalbjahr deutlich ab, was bei Betroffenen chronischer Dermatosen zu spürbaren Schüben führen kann.

Verstärkte Symptome bei Schuppenflechte und Ekzemen

Nach Angaben von Kart A?kar machen sich die Folgen des jahreszeitlichen UV-Rückgangs besonders bei entzündlichen Hautkrankheiten bemerkbar. Bei Psoriasis (Schuppenflechte) verdicken sich demnach die typischen Plaques, während Rötungen und Schuppenbildung zunehmen.

Auch bei Ekzemen komme es zu häufigeren Schüben; Betroffene leiden unter verstärkter Hauttrockenheit und intensivem Juckreiz. Zudem zeigen sich fettige Schuppungen an Kopfhaut, Augenbrauen und Nasenflügeln.

Ein weiteres Symptom, das sich vor allem beim Übergang der Jahreszeiten verstärkt, ist vermehrter Haarausfall. Darüber hinaus verweist die Dermatologin auf systemische Auswirkungen einer Unterversorgung: Neben einem erhöhten Osteoporose-Risiko und Muskelschwäche drohen Stimmungsschwankungen, depressive Episoden, eine gesteigerte Infektanfälligkeit sowie kardiovaskuläre Risiken.

Auch Dr. Wu Zhiqiang, Chef der Dermatologie am Changsha Fourth Hospital, betont, dass Kälte, trockene Heizungsluft und abrupte Temperaturschwankungen im Herbst und Winter das Rückfallrisiko bei Schuppenflechte erhöhen. Zur Vorbeugung rät er neben der strikten Einhaltung verordneter Medikamente zu einer sanften Reinigung sowie intensiver Feuchtigkeitspflege.

Eine parfümfreie medizinische Creme sollte idealerweise innerhalb von 3 Minuten nach dem Baden aufgetragen werden. Ergänzend seien geregelter Schlaf, eine ausgewogene Ernährung, der Verzicht auf Rauch- und Alkoholkonsum, atmungsaktive Baumwollkleidung, der Einsatz von Luftbefeuchtern und konsequenter Infektionsschutz ratsam.

Natürliche Versorgung und Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln

Um den Vitamin-D-Spiegel auf natürlichem Weg zu unterstützen, empfiehlt Kart A?kar, Gesicht und Arme an drei bis vier Tagen pro Woche jeweils für 15 bis 20 Minuten der Mittagssonne auszusetzen.

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Bei der Ernährung können fettige Fischarten wie Lachs und Sardinen sowie Eigelb, Leber und angereicherte Milchprodukte einen Beitrag leisten. Nahrungsergänzungsmittel sollten jedoch keinesfalls unkritisch eingenommen werden, sondern erst nach einem laborchemischen Bluttest und unter ärztlicher Kontrolle.

Vor den Gefahren einer unkontrollierten Einnahme warnt auch die Internistin Dr. ?rem Köro?lu. Hochdosierte Vitamin-D-Präparate könnten im Herbst und Winter zu Nierenschäden sowie Vergiftungserscheinungen führen.

Zu den Symptomen einer solchen Toxizität gehören Hyperkalzämie, Übelkeit, Erbrechen, übermäßiger Durst und häufiges Wasserlassen. Da ein Mangel oft ohne spezifische Beschwerden verläuft, lässt sich der Status verlässlich nur über einen 25(OH)D-Bluttest bestimmen, dessen Indikation von Medizinern geprüft werden sollte.

Zu den Risikogruppen zählen Personen mit geringem Aufenthalt im Sonnenlicht, Menschen mit dunkler Haut, Patientinnen und Patienten mit Resorptionsstörungen, Personen mit Adipositas sowie ältere Menschen. Eine anlasslose Routinetestung für die breite Bevölkerung wird nicht befürwortet.

Medizinische Richtlinien und Dosierungsempfehlungen

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Für die medikamentöse Therapie hat nach Auskunft des Internisten und Endokrinologen Dr. Stephan Scharla die tägliche Zufuhr von Vitamin D klare Vorteile gegenüber intermittierenden Stoßtherapien. Wöchentliche Depotgaben seien lediglich bei ausgeprägtem Mangel, wie etwa einer Osteomalazie, angezeigt.

In solchen Fällen kommen zunächst Einzeldosen von 10.000 bis 20.000 IE zum Einsatz, bevor auf eine reguläre Erhaltungsdosis umgestellt wird. Der geschätzte tägliche Bedarf beläuft sich auf 800 IE. In Mittel- und Nordeuropa ist von November bis Februar ohnehin keine ausreichende körpereigene Bildung über die Haut möglich.

Ein test von 25 frei verkäuflichen Präparaten ergab, dass der Großteil im Handel zu hoch dosiert ist. Fünf Produkte wurden aufgrund des Risikos von Nierenschäden bei einer Langzeiteinnahme als nicht geeignet bewertet; lediglich zwei Präparate – „Vitamin D compact“ von GSE mit einer Tagesdosis von 200 i.E. und „Vital Vitamin D“ von Rotkäppchen mit 400 i.E. – erfüllten die Kriterien.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, über Nahrungsergänzungsmittel maximal 20 µg beziehungsweise 800 i.E. pro Tag aufzunehmen. Laut Daten des Robert Koch-Instituts sind 44 Prozent der Erwachsenen in Deutschland gut versorgt, ein diagnostischer Bluttest schlägt mit rund 20 bis 50 Euro zu Buche.

Internationale Leitlinien stützen diese Zurückhaltung: Gemäß der Clinical Practice Guideline 2024 der Endocrine Society wird gesunden Erwachsenen unter 75 Jahren ohne spezifische medizinische Indikation weder eine routinemäßige Testung noch eine Supplementierung empfohlen.

Erst ab dem 75. Lebensjahr rät das Gremium zu einer niedrig dosierten Gabe. Vor diesem Hintergrund bleibt die gezielte Unterstützung der Hautbarriere durch konsequente Basispflege, kombiniert mit einer ärztlich abgestimmten Diagnostik, die verlässlichste Strategie für die Wintermonate.

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