Vitamin D2 und D3: Neue Studien zeigen wichtige Unterschiede
Vitamin D2 kann den D3-Spiegel im Blut senken
Wer Vitamin D2 als Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, hat anschließend häufig niedrigere Vitamin-D3-Werte im Blut als Menschen, die kein zusätzliches Vitamin D erhalten. Das zeigt eine Übersichtsarbeit mit 20 Studien, von denen 11 in eine Metaanalyse einflossen.
Im Durchschnitt lag der Blutwert von 25-Hydroxyvitamin D3, einer Speicherform von Vitamin D, am Ende der Studien um etwa 18 nmol/l niedriger als in den Kontrollgruppen. Die Forscher vermuten, dass Vitamin D2 den Abbau von Vitamin-D-Verbindungen im Körper beeinflusst. Ob sich daraus gesundheitliche Nachteile ergeben, ist bislang unklar.
Neue Studie zeigt: Auch Vitamin D2 wirkt im Körper
Eine weitere Metaanalyse aus dem Jahr 2026 mit 26 randomisierten Studien zeigt, dass Vitamin D2 durchaus wichtige Wirkungen entfaltet. So senkte die Einnahme den Spiegel des Parathormons, das den Kalziumhaushalt reguliert. Gleichzeitig stieg der Kalziumspiegel im Blut leicht an. Vitamin D2 kann also zum Vitamin-D-Haushalt beitragen, auch wenn es den D3-Wert senkt.
Dennoch spricht einiges dafür, bei Nahrungsergänzungsmitteln Vitamin D3 zu bevorzugen. Diese Form, die der Körper mithilfe von Sonnenlicht auch selbst bildet, erhöht den gesamten Vitamin-D-Spiegel im Blut in der Regel stärker und hält ihn länger aufrecht als Vitamin D2.
Studienleiterin Dr. Emily Brown von der Universität Surrey erklärte: „Diese Studie legt nahe, dass Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D3 für die meisten Menschen wahrscheinlich vorteilhafter sind als Vitamin D2.“
Vitamin D3 könnte die Immunabwehr stärker unterstützen
Die Ergebnisse passen zu einer früheren Studie der Universität Surrey. Darin zeigte sich, dass Vitamin D3 einen wichtigen Signalweg der angeborenen Immunabwehr, das sogenannte Typ-I-Interferon-System, aktiviert. Für Vitamin D2 wurde dieser Effekt nicht beobachtet.
Ob die Unterschiede tatsächlich dazu führen, dass Menschen mit einer besseren Vitamin-D3-Versorgung seltener an Infektionen erkranken, ist jedoch noch nicht geklärt.
Gerade in den Wintermonaten kann eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung schwierig sein, weil die Sonneneinstrahlung in Deutschland häufig nicht ausreicht, um genügend Vitamin D zu bilden. Ob eine Nahrungsergänzung sinnvoll ist, hängt vom individuellen Bedarf ab.