Volker Dusch verhinderte PHP-GAU: „Einer muss es ja machen“
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Berlin – Millionen Webseiten waren bedroht, Behörden nahmen ihre Internet-Auftritte vom Netz, IT-Experten arbeiteten fieberhaft an einer Lösung. Einer der Männer, die den drohenden Cyber-GAU verhinderten, kommt aus Deutschland: Volker Dusch arbeitet für eine Bonner Firma und gehört zum vierköpfigen IT-Team der „PHP Foundation“.
Zwei Monate lang kämpften die Spezialisten gegen eine gefährliche Sicherheitslücke in der Programmiersprache PHP, die hinter unzähligen Webseiten und Onlineshops steckt. Dem „WDR“ sagte er: „Ich war jede Woche 70 bis 80 Stunden damit beschäftigt. In einer solchen Phase muss man gucken, dass man auch nach vielen Stunden Arbeit noch klar im Kopf ist und die richtigen Entscheidungen trifft.“
Die Gefahr war groß: Hacker hätten durch die Sicherheitslücke in Websites eindringen und dann Nutzer mit manipulierten Hinweisen dazu verleiten können, Viren herunterzuladen. Damit wären sie möglicherweise an persönliche Daten gelangt und hätten diese missbrauchen können. Als Internet-Held will Dusch trotzdem nicht gefeiert werden. Er meint: „Einer muss es ja machen“, das „Beheben von Sicherheitslücken“ sei Teil seines Jobs.
Das Problem war laut Dusch deutlich größer als bei gewöhnlichen Softwarefehlern. Normalerweise müssten nur wenige Zeilen im Quellcode geändert werden, erklärte Dusch. Diesmal hat die Schwachstelle jedoch tief in der Programmiersprache gesteckt. Das Team habe deshalb wochenlang intensiv an der Lösung gearbeitet. Die Lücke hätte laut Dusch jeden Internetnutzer treffen können.
„Wir stellen immer öfter Sicherheitslücken fest“
Der Experte warnt in der „Aktuellen Stunde“ dabei vor einem wachsenden Problem: „Wir stellen immer öfter Sicherheitslücken fest.“ Immer mehr IT-Fachleute verbrächten einen großen Teil ihrer Zeit damit, „dass das Internet sicher bleibt“. In vielen Fällen kümmerten sich IT-Experten laut Dusch sogar ehrenamtlich um Internet-Sicherheitslücken.
Sein eigentlicher Traum sei aber ein anderer: „Der Traum von Leuten in der IT ist, dass wir coole Sachen bauen können, die Spaß machen beim Benutzen.“ Sicherheitslücken zu schließen, gehöre zwar zu seiner Verantwortung. Aber: „Das ist nicht der Grund, warum ich für meinen Beruf brenne.“