DAX +0,41 % 25.810,02 Pkt 17:03:25 MDAX -0,02 % 30.418,57 Pkt 17:03:31 Euro Stoxx 50 -1,28 % 6.127,35 Pkt 17:03:30 Dow Jones -0,98 % 51.958,46 Pkt 17:18:30 S&P 500 -1,91 % 7.595,73 Pkt 17:18:30 Nasdaq -4,00 % 25.489,08 Pkt 17:18:26 Nikkei -2,12 % 63.290,11 Pkt 07:45:03 Gold -3,02 % 3.909,70 USD 17:08:28 Silber -5,48 % 49,33 USD 17:08:26 Brent -1,03 % 113,70 USD 17:08:25 WTI +2,11 % 104,15 USD 17:08:26 Bitcoin -0,35 % 77.506,52 USD 17:18:28 EUR/USD +0,13 % 1,11710 USD 17:17:46 EUR/GBP -0,44 % 0,83320 GBP 17:18:31 EUR/CHF -0,45 % 0,91940 CHF 17:18:30 EUR/JPY -0,13 % 175,836 JPY 17:18:31

Volksbank Braunschweig-Wolfsburg: Über 600 Millionen Euro fehlen

Wirtschaft

Stand: 15.09.2026 19:27 Uhr

Bis zu 720 Millionen Euro benötigt die Volksbank Braunschweig-Wolfsburg (BRAWO), um zahlungsfähig zu bleiben. Die Bank selbst will ihr Geschäftsmodell neu ausrichten.

von Alysha Kraft

Beim Jahresabschluss für das Jahr 2025 hat der BRAWO-Vorstand am Dienstag einen Fehlbetrag von mehr als 600 Millionen Euro ausgewiesen. Damit der Fehlbetrag ausgeglichen wird und die Bank auch künftig zahlungsfähig bleibt, muss der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) die BRAWO mit bis zu 720 Millionen Euro unterstützen. 473 Millionen Euro erhält die BRAWO an Garantien. Noch in diesem Monat soll außerdem darüber entschieden werden, ob der BVR als zusätzliche Deckungsmaßnahme Anteile der BRAWO im Wert von bis zu 250 Millionen Euro übernimmt. Darüber hinaus habe die Bank Reserven aus einem Fonds in Höhe von 136 Millionen Euro aufgelöst.

Geschäfte im Immobiliensektor als Hauptgrund

Laut Lars Berkefeld, Interims-Vorstandssprecher der Volksbank BRAWO, ist der Fehlbetrag vorrangig durch Geschäfte der BRAWO entstanden, die nichts mit dem reinen Bankengeschäft zu tun haben. Vor allem im Immobilienbereich hatte die Bank maßgeblich investiert. Da der aber in den vergangenen Jahren eingebrochen ist, musste die Bank die Immobilien deutlich niedriger bewerten. Allein das mache 80 Prozent des ausgewiesenen Fehlbetrags aus, so Berkefeld. Auch Unternehmensbeteiligungen waren weniger erfolgreich als angenommen und trugen maßgeblich zu dem Minus bei. Der reine Finanzbereich - etwa durch negative Bewertungen bei Krediten und Wertpapieren - habe dagegen nur einen Bruchteil ausgemacht.

Ein Kurswechsel im Geschäftsmodell

Die Volksbank BRAWO will ihre Geschäftsstrategie neu ausrichten. "Mehr Bank, mehr Region, weniger Komplexität. Wir wollen die kommenden Jahre nutzen, um die Volksbank BRAWO wieder zu einer klassischen Volksbank in unserer Heimatregion zu machen", sagt Berkefeld. Das bisherige Geschäft mit Immobilien soll stark reduziert werden. 15 Immobilien will die BRAWO verkaufen. Um welche es sich konkret handelt, teilte der Vorstand nicht mit. Laufende Bauvorhaben der BRAWO in der Region sollen laut Vorstand aber fertiggestellt werden. Die Sanierung der Bank soll in fünf Jahren abgeschlossen sein. So lang habe der Branchenverband BVR seine Garantien zugesichert.

Experte sieht die Situation unter Kontrolle

Laut Finanzwirtschaftler Olaf Korn von der Universität Göttingen befindet sich die BRAWO in einer Krise. Die Lage sei aber kontrolliert. "Der BVR möchte natürlich auf keinen Fall, dass irgendein Institut in die Insolvenz geht. Daher hat man diese Sicherungsmechanismen: Um die Bank zu stützen und eine Änderung der Geschäftstätigkeit, nämlich die Fokussierung auf ein klassisches Bankgeschäft, überhaupt wieder möglich zu machen."

Fusion mit anderen Volksbanken nicht geplant

Für die Mitglieder der BRAWO werde die Dividende für 2025 entfallen. In den Folgejahren sollen die Mitglieder zwischen ein und zwei Prozent erhalten. Die Volksbank BRAWO wolle eigenständig bleiben. Eine Fusion etwa mit der Volksbank Hannover ist laut dem designierten Vorstandschef Jürgen Wache nicht geplant. Der 66-Jährige war bis Juni der Vorstandsvorsitzende bei der Volksbank Hannover. Damit er künftig die Vorstandsspitze bei der BRAWO besetzen kann, muss zunächst die Altersgrenze aufgehoben werden. Über die Satzungsänderung soll bei einer Vertreterversammlung am 22. September entschieden werden.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren