Volkswagen: IG Metall stellt VW Ultimatum und droht mit Arbeitskampf
Düsseldorf. Die IG Metall verschärft im Streit um den Sparkurs bei Volkswagen den Druck auf den Vorstand. Die Gewerkschaft fordert den Autobauer auf, die Kündigung von zehn Tarifverträgen bis Ende Oktober zurückzunehmen. Andernfalls werde sie einen Arbeitskampf vorbereiten, sagte Verhandlungsführer Thorsten Gröger am Freitag in Hannover vor dem zweiten Überprüfungsgespräch mit dem Unternehmen. „Wir suchen den Konflikt nicht, aber wir sind vorbereitet.“
Gröger verwies ausdrücklich auf das Ende der Friedenspflicht am 31. Dezember. Dieses Datum sollten sich die Vorstände „schon mal dick in den Kalender einkreisen“. Wie hart die Auseinandersetzung werde, liege in den Händen von Konzernchef Oliver Blume und seinen Kollegen. Die Gewerkschaft werde in den kommenden Wochen die Belegschaften enger einbinden und eine Eskalation vorbereiten.
Auf Nachfrage nannte Gröger organisatorische Vorbereitungen für mögliche 24-Stunden-Warnstreiks oder eine Urabstimmung. Zudem sollten sich die gewerkschaftlichen Vertrauensleute mit den rechtlichen Rahmenbedingungen vertraut machen. Einzelheiten zur Strategie und zum Zeitplan wollte er nicht offenlegen.
Zugleich fordert die IG Metall einen Verhandlungsbeginn am 24. November. Nach der mit Volkswagen vereinbarten Schieds- und Schlichtungsvereinbarung müssten die Tarifgespräche spätestens am 3. Dezember beginnen, sagte Gröger. Mit ihrem Vorschlag will die Gewerkschaft neun Tage vor dieser Frist starten. Eine Verständigung mit dem Unternehmen auf den Novembertermin gab Gröger nicht bekannt.