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Volkswagen kündigt wichtige Tarifverträge

Wirtschaft

Sparkurs beim Autobauer

VW kündigt fast alle Tarifverträge

Stand: 30.09.2026 20:39 Uhr

Volkswagen kündigt zum Jahresende zahlreiche Haustarifverträge, darunter den Manteltarif für mehr als 100.000 Beschäftigte. Der Konzern verweist auf Kostendruck, die IG Metall kündigt Widerstand an. Zudem sieht die Gewerkschaft die sächsischen Werke doppelt belastet, denn die Produktion in Zwickau soll auslaufen.

von MDR AKTUELL

Volkswagen will zum Jahresende fast alle Tarifverträge kündigen.

Die IG Metall sieht besonders die Standort in Sachsen belastet.

Darunter auch der Manteltarif, der Arbeitsbedingungen für mehr als 100.000 Beschäftigte in Deutschland regelt.

Die IG Metall kündigte Widerstand gegen die Entscheidung an.

Volkswagen hat im Ringen um weitere Einsparungen eine Reihe von Tarifverträgen zum Jahresende gekündigt – und damit einen Sturm der Entrüstung auf Gewerkschafts- und Betriebsratsseite ausgelöst.

Volkswagen begründete den Schritt mit einer deutlich verschärften wirtschaftlichen Lage. Verschiedene Regelungen müssten angesichts des gestiegenen Kostendrucks angepasst werden. Mit der Kündigung zum 31. Dezember 2026 wolle das Unternehmen Raum für neue Verhandlungen schaffen.

Der Personalvorstand der Marke Volkswagen, Arne Meiswinkel, erklärte, die Veränderungen in der Autoindustrie seien strukturell und tiefgreifend. Unter anderem erhöhten günstige Exporte chinesischer Hersteller nach Europa den Preis- und Wettbewerbsdruck.

VW Standort Sachsen besonders belastet

Besonders betroffen sieht die IG Metall die Volkswagen-Standorte in Sachsen. Bezirksleiter Jan Otto sagte im Interview mit MDR AKTUELL, für die Werke komme die Kündigung der Tarifverträge zu einer ohnehin angespannten Situation hinzu. So gebe es für den Standort Zwickau über 2030 hinaus bislang keine gesicherte Auslastung.

"Das heißt, heute ist ein dramatischer Tag. Das ist nicht weniger als eine klare Kampfansage von Volkswagen an unsere Mitglieder, an unsere Beschäftigten, aber natürlich auch an die IG Metall", sagte Otto. Die Gewerkschaft werde alles dafür tun, die Werke in Sachsen zu erhalten und den Beschäftigten Sicherheit zu geben, sagte Otto.

Auch Manteltarifvertrag betroffen

Nach Angaben der IG Metall betrifft die Kündigung zehn der insgesamt 13 Verträge im VW-Haustarif, darunter auch den wichtigen Manteltarifvertrag. Dieser regelt grundlegende Arbeitsbedingungen für mehr als 100.000 Beschäftigte in Deutschland. Dazu gehören unter anderem Arbeitszeiten, Urlaub, Zulagen und Schutzregelungen.

Nicht gekündigt worden ist nach Angaben von Volkswagen der Zukunftstarifvertrag von 2024. Damit bleibt auch die darin vereinbarte Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 bestehen. Der damalige Tarifabschluss sieht unter anderem den Abbau von 35.000 Stellen in Deutschland bis 2030 vor. Im Gegenzug hatte Volkswagen unter anderem auf betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen verzichtet.

IG Metall will gegen Entscheidung vorgehen

Die IG Metall warf Volkswagen vor, damit unter anderem tarifliche Zulagen, die Übernahme von Auszubildenden sowie Schutzregelungen für ältere und gesundheitlich eingeschränkte Beschäftigte infrage zu stellen.

Verhandlungsführer Thorsten Gröger warf Volkswagen zudem vor, die wirtschaftlichen Probleme des Konzerns auf die Beschäftigten abzuwälzen. Er sprach von einem "schamlosen Versuch, in die Geldbeutel der Beschäftigten greifen zu wollen". Auch VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo rechnet mit einer heftigen Auseinandersetzung zum Jahreswechsel.

Vertreter von Volkswagen, IG Metall und Betriebsrat hatten sich am Mittwoch in Hannover zu einem sogenannten Überprüfungsgespräch getroffen. Anlass waren die verschärften Sparpläne des Konzerns. Nach Angaben von Volkswagen sollen die Gespräche in der zweiten Oktoberhälfte fortgesetzt werden.

AFP/dpa (jst)

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