Volkswagen: Oliver Blume bezeichnet Situation bei VW als "mehr als kritisch"
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Autokonzern unter Druck VW-Chef Blume: »Die Lage ist mehr als kritisch«
VW hat bereits deutlich gespart. Doch Konzernchef Oliver Blume verlangt weitere Einschnitte und wendet sich nun an die Beschäftigten. Die Sorge vor zusätzlichem Stellenabbau wächst.
22.08.2026, 20.13 Uhr
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Volkswagen-Chef Oliver Blume hat sich vor Betriebsversammlungen über die wirtschaftlich angespannte Situation des Konzerns geäußert. »Die Lage ist mehr als kritisch«, sagte Blume in einem im VW-Intranet veröffentlichten Interview, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet.
Der Konzern sei weiterhin handlungsfähig, habe aber akuten Handlungsbedarf, sagte Blume. Die operative Rendite von 3,8 Prozent sei angesichts des schwierigen Umfelds zwar solide. Aber sie reiche »bei Weitem nicht aus, um dauerhaft ausreichende Mittel zu erwirtschaften für neue Technologien, neue Produkte und unsere Standorte«, so der Vorstandsvorsitzende.
Kostensenkungen reichen nicht
Auch die bisherigen Sparmaßnahmen würden nicht genügen. Zwar habe VW die Fabrikkosten an seinen deutschen Autofabriken im vergangenen Jahr im Schnitt um 20 Prozent gesenkt. Weitere Schritte seien aber nötig.
Bereits im Frühjahr hatte Blume angekündigt, ein neues »Zielbild 2030« für Volkswagen zu erarbeiten und den Sparkurs dabei deutlich zu verschärfen. Vor der Sommerpause erklärte er, das Maßnahmenpaket noch in diesem Jahr verabschieden zu wollen. Seither sorgen sich Beschäftigte verstärkt um ihre Arbeitsplätze.
Blumes Pläne würden den Konzern radikal verändern. Der Konzern würde außerhalb des Stammwerks Wolfsburg in einigen Jahren keine Autos mehr in Deutschland produzieren. Die Werke in Zwickau und Emden sollen laut Blumes Vorhaben 2031 schließen, in Hannover wäre 2032 Schluss.
Auch die Konzernstruktur stünde zur Disposition. Die Kernmarke VW und der interne Zulieferbereich »Komponente« könnten in eigenständige Gesellschaften ausgegliedert werden. Bei VW-Tochter Audi bliebe in diesem Szenario neben Ingolstadt nur noch bis 2034 das Werk Neckarsulm in Betrieb.
Widerstand von Niedersachsen und IG Metall
Blumes Pläne sehen auch vor, dass VW weltweit bis 2030 weitere 50.000 Stellen abbaut – zusätzlich zu bereits vereinbarten 50.000 Arbeitsplätzen. Die geplanten Investitionen für die Jahre 2027 bis 2031 würden von zuvor 180 Milliarden auf 135 Milliarden Euro sinken.
Allerdings ist unklar, was Blume tatsächlich umsetzen kann. Das Land Niedersachsen als Anteilseigner sowie die mächtige IG Metall wehren sich. In einer Aufsichtsratssitzung vor dem Sommer bekam Blume erwartungsgemäß keine Mehrheit für seine Pläne. In den kommenden Monaten ist mit zähen Verhandlungen zu rechnen.
Bis Ende August sind neun Betriebsversammlungen geplant, unter anderem in Hannover, Braunschweig, Salzgitter, Dresden, Chemnitz und Kassel-Baunatal. Der Vorstand soll dort Fragen der Belegschaft beantworten.
Den Auftakt macht am 25. August die Versammlung in Wolfsburg, einen Tag später folgen Emden und Zwickau. Den Abschluss bildet am 31. August eine zweite Versammlung in Hannover.
tsc/dpa