Völler wirbt um Weltmeister von 2014: Was machen die Stars heute?
Nach dem enttäuschenden WM-Aus will sich der DFB neu aufstellen. Sportdirektor Rudi Völler möchte dafür auch die Weltmeister-Generation von 2014 mit ins Boot nehmen und sich seinen Nachfolger aufbauen: "Da gibt es welche, die nach mir oder auch mit mir, Thema werden können", sagte er am Dienstag in einer Medienrunde in Frankfurt am Main. "Da gibt es einige, die das wollen und das wird auch so kommen", sagte der 66-Jährige weiter und forderte: "Die Generation ist auch ein bisschen in der Pflicht, vielleicht mal Verantwortung zu übernehmen." Völler nannte auch direkt einige Kandidaten, die er im Blick habe: Per Mertesacker, Mats Hummels, Thomas Müller und Bastian Schweinsteiger und fügte an: "Hoffentlich habe ich niemanden vergessen." Aber was machen die genannten Weltmeister von 2014 überhaupt? Und kommen noch andere in Frage? Ein Überblick: Per Mertesacker Der ehemalige Innenverteidiger ist wohl der wahrscheinlichste Kandidat auf einen wichtigen Posten innerhalb des DFB. Nach seiner aktiven Karriere übernahm Mertesacker ab 2018 die Nachwuchsabteilung beim FC Arsenal. Seit Ende der Saison ist Mertesacker nicht mehr bei Arsenal tätig. Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern, hatte sich kürzlich für Mertesacker stark gemacht. Mertesacker habe als ehemaliger Profi "große internationale Erfahrung", betonte Hoeneß gegenüber der "Bild": "Er hat immer gezeigt, wie gut er mit Menschen umgehen kann. Und: Er würde es niemals des Geldes wegen machen, sondern weil es ihn reizt, mit seiner Leidenschaft etwas aufzubauen und voranzubringen." Mertesacker hat in seiner Funktion als TV-Experte beim ZDF bereits Interesse signalisiert: "Irgendwann mal beim DFB zu arbeiten und dem deutschen Fußball, dem ich so viel zu verdanken habe, etwas zurückzugeben, reizt mich." Bastian Schweinsteiger Auch Bastian Schweinsteiger hatte bereits grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, beim DFB eine Rolle zu übernehmen. Schweinsteiger ist aktuell als ARD-Experte tätig und wurde von Moderatorin Esther Sedlaczek nach einer möglichen Anstellung beim DFB gefragt: "Ich? Ich hab doch hier mit Dir bei der ARD den schönsten Job der Welt", sagte Schweinsteiger lachend, fügte dann aber hinzu: "Also, natürlich würde ich mich nicht drücken vor einer Verantwortung, so bin ich grundsätzlich nicht." Mats Hummels Mats Hummels hat bis vor einem Jahr noch selbst aktiv Fußball gespielt, arbeitet seither als TV-Experte bei "Magenta TV" und "DAZN". Zudem war er Mitbegründer der Kleinfeldliga "Baller League", die in Deutschland nach drei Saisons mittlerweile eingestellt wurde. Thomas Müller Thomas Müller hat seine aktive Karriere noch nicht beendet. Momentan steht er noch bis zu 31. Dezember 2026 bei dem MLS-Team Vancouver Whitecaps unter Vertrag. Der ehemalige FC-Bayern-Profi ist während der WM ebenfalls als Experte bei Magenta TV tätig. Zuletzt forderte Müller auf LinkedIn eine tiefgreifende Reform des DFB: "Wir benötigen Verantwortungsbewusstsein, Fachwissen und den Mut, notwendige Veränderungen anzustoßen." Philipp Lahm Von Völler nicht genannt wurde Philipp Lahm. Der ehemalige Kapitän der Nationalmannschaft wurde nach seinem Karriereende immer wieder mit einem Posten als Sportdirektor beim FC Bayern in Verbindung gebracht. Für den DFB war Lahm bereits als Chef des Organisationskomitees der EM 2024 tätig. Seit 2022 arbeitet Lahm zudem als sportlicher Berater beim VfB Stuttgart, war auch beim DFB als Berater tätig und ist Jugendtrainer beim seinem Münchner Heimatverein FT Gern. Sami Khedira Auch Sami Khedira hat bereits als TV-Experte für die ARD gearbeitet. Zudem war er von 2022 bis 2023 als Berater für seinen ehemaligen Verein VfB Stuttgart tätig. Zuletzt gab es Gerüchte, dass José Mourinho seinen ehemaligen Spieler als Co-Trainer zu Real Madrid holen wolle. Benedikt Höwedes Benedikt Höwedes seiner Kollegen aus dem Weltmeisterteam von 2014 als TV-Experte (Sky und Amazon Prime) tätig. Zudem war Höwedes schon von August 2021 bis Dezember 2022 als Teammanager der deutschen Nationalmannschaft. Er verlängerte Vertrag jedoch nicht: "Mein Vertrag lief nur bis zum Dezember. Wir bekommen im Mai zum dritten Mal Nachwuchs", erklärte Höwedes seine Entscheidung damals. Schon als Profi sei ihm bewusst geworden, "dass ich mehr Zeit mit der Familie haben möchte, gerade wenn die Kinder noch so klein sind." Toni Kroos Toni Kroos kommentiert in seinem Podcast "Einfach mal Luppen" regelmäßig das Geschehen beim DFB. Zuletzt gab es immer wieder Gerüchte, dass Kroos zu seinem Ex-Verein Real Madrid zurückkehren und eine ähnliche Karriere wie Zinedine Zidane einschlagen könnte, also zunächst als Funktionär tätig sein und anschließend als Trainer aufgebaut werden soll.