Volleyball-EM: Polen zu gut für das deutsche Team
Die große Überraschung ist ausgeblieben: Die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft hat ihr EM-Viertelfinale gegen das favorisierte Polen in Sofia mit 0:3 (25:23, 17:25, 17:25) verloren. Der erste Halbfinaleinzug seit dem Silbergewinn von 2017 ist damit verpasst worden. Dennoch dürfte das Team um Zuspieler Jan Zimmermann insgesamt zufrieden sein.
Aber: Mit dieser neuerlichen Pleite erhöht sich die negative Bilanz gegen das Team von Trainer Nikola Grbic auf 0:6. Der bislang einzige EM-Sieg gegen Polen liegt 33 Jahre zurück.
Satz auf Augenhöhe
Bis zum 6:6 im ersten Satz war die Partie völlig ausgeglichen, doch dann zogen die Polen das Tempo an. Plötzlich hatten sie vier Punkte Vorsprung und zogen auf 10:6 davon. Aber das deutsche Team blieb dran, kämpfte sich auf 10:12 heran. Das Niveau war auf beiden Seiten hoch
Die Spieler von Trainer Massimo Botti spielten aggressiv, konsequent und ließen sich von den Polen nicht einschüchtern, im Gegenteil: Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, bei der dem DVV-Team gegen Ende allerdings ein wenig die Konstanz fehlte, um sich den Satz sichern zu können. So setzten sich die Polen mit 25:23 durch, weil Erik Röhrs beim Satzball für Polen seine Angabe ins Aus schlug.
DVV-Team plötzlich hektisch
Im zweiten Satz setzten sich die Polen von Beginn an ab. Das Grbic-Team legte noch eine Schippe drauf, die deutsche Mannschaft wirkte plötzlich hektischer, weniger durchschlagkräftig.
Das bedeutete, dass der große Favorit dauerhaft vorne lag, vor allem Polens Außenangreifer Wilfredo Leon setzte sich mit seinen knallharten Schlägen immer wieder in Szene. Das DVV-Team war in diesem Durchgang, der mit 17:25 verloren ging, nahezu chancenlos.
Guter Start, schlechtes Ende
Der Start in den dritten Satz gelang den deutschen Spielern deutlich besser. Vom zwischenzeitlichen 6:3 zogen sie auf 8:4 davon. Plötzlich war die Spielfreude und das Selbstbewusstsein wieder da. Doch die Polen zeigten dann, weshalb sie als die derzeit eine der besten Mannschaften der Welt gelten.
Sie drehten genau im richtigen Moment auf. Beim Stand von 15:17 zeigten Leon und Co. ihre ganzen Angriffs- und Verteidigungs-Qualitäten. Sie glichen erst aus und zogen dann auf 19:16 davon - um dann auch den dritten Satz noch ganz souverän mit 25:17 für sich zu entscheiden.