„Völlig ungeeignet“: KI plant Wanderern gefährliche Gletscher-Route zum Gardasee
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„Völlig ungeeignet“: KI plant Wanderern gefährliche Gletscher-Route zum Gardasee
Von: Martina Hunger
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Eine Gruppe junger Urlauber lässt sich von einer Künstlichen Intelligenz eine Wanderroute zum Gardasee erstellen. Was zunächst nach einer spektakulären Tour klingt, hätte die Bergungeübten jedoch über einen Gletscher geführt – völlig unvorbereitet. Erst ihre Gastgeber erkennen die Gefahr.
Südtirol/Gardasee – Künstliche Intelligenz kann bei der Urlaubsplanung praktisch sein – im Hochgebirge kann blindes Vertrauen in ihre Vorschläge allerdings gefährlich werden. Genau davor warnt nun die Bergrettung Meran nach einem ungewöhnlichen Vorfall in Südtirol. Eine Gruppe junger, sportlicher Urlauber hatte sich von einer KI eine mehrtägige Wanderroute in Richtung Gardasee zusammenstellen lassen.
Die vorgeschlagene Strecke führte von Dorf Tirol über den Vinschgau und das Martelltal weiter Richtung Gardasee. Das Problem: Unterwegs hätte die Gruppe einen Gletscher überqueren müssen. Auf eine solche hochalpine Passage waren die Wanderer laut Bergrettung überhaupt nicht vorbereitet.
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Wanderer für Gletscher überhaupt nicht ausgerüstet
Stefan Gruber, Rettungsstellen-Leiter der Bergrettung Meran, spricht gegenüber Rai Südtirol von einem „sehr skurrilen Vorfall“. Die Gruppe sei zwar jung und sportlich gewesen, eine entsprechende alpine Erfahrung oder Ausrüstung für die Gletscherpassage habe sie jedoch nicht gehabt.
Die von der KI vorgeschlagene Tour sei „für Bergungeübte völlig ungeeignet“, warnt Gruber. Bei einer Gletscherüberquerung können je nach Route und Bedingungen unter anderem alpine Erfahrung sowie spezielle Ausrüstung erforderlich sein – genau das hatte die KI bei ihrer Empfehlung offenbar nicht ausreichend berücksichtigt.
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Vermieter stoppen Gruppe vor Tour Richtung Gardasee
Dass die Urlauber tatsächlich aufbrachen, verhinderten schließlich die Vermieter ihrer Unterkunft. Sie sahen sich den Routenvorschlag an, erkannten die Schwierigkeiten der Strecke und machten die Gruppe auf die Gefahren aufmerksam. Die geplante Tour über den Gletscher in Richtung Gardasee wurde daraufhin nicht angetreten.
Für die Bergrettung ist der Fall ein Beispiel für ein zunehmend relevantes Problem. Immer häufiger würden Wanderer bei der Planung auf KI-Anwendungen und automatisierte Routenvorschläge zurückgreifen. Gerade im alpinen Gelände könne das schnell problematisch werden.
Bergrettung warnt vor blindem Vertrauen in KI
Denn eine KI kann zwar vorhandene Informationen kombinieren, aktuelle Bedingungen vor Ort aber nicht zwangsläufig zuverlässig bewerten. Im Gebirge können sich Wetter, Schneelage, Wegzustand oder Gefahrenstellen kurzfristig verändern. Deshalb empfiehlt die Bergrettung, Routenvorschläge zusätzlich von ortskundigen Personen prüfen zu lassen.
Gruber verweist dabei ausdrücklich auf Hotels und Pensionen. Gastgeber vor Ort könnten bei der Tourenplanung helfen und einschätzen, ob eine geplante Strecke tatsächlich zum Können und zur Ausrüstung der Gäste passt.
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Ähnlicher KI-Fall endete bereits mit Hubschrauber-Rettung
Dass eine fragwürdige digitale Routenplanung tatsächlich in einer Rettungsaktion enden kann, zeigt laut Focus ein weiterer Fall aus den Alpen. Zwei Wanderer waren einer KI-Empfehlung auf einen alten Jägersteig gefolgt, verloren dort die Orientierung und mussten schließlich mit einem Hubschrauber gerettet werden.