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Volvo EX40 Facelift: Matrix-LED serienmäßig, größerer Touchscreen und mehr

Wirtschaft

Der Volvo EX40 erhielt kürzlich ein Facelift. Die neue Version wird als Modelljahr 2027.5 bezeichnet. Neben der geänderten Optik gibt es mehr Ausstattung, darunter ein größerer Touchscreen und serienmäßige Matrix-LED-Scheinwerfer.

Antriebe und Akkus bleiben gleich, erhalten aber die neue P-Nomenklatur: Zum Beispiel heißt die Basisversion nicht mehr EX40 Single Motor, sondern EX40 P5 electric. Außerdem entfiel in Deutschland die coupéhafte Version EC40. Wir stellen Ihnen die Baureihe in der Übersicht vor.

Volvos erstes Serien-Elektroauto ist in Deutschland seit 2020 auf dem Markt. Es startete als XC40 Recharge Pure Electric. Aus technischer Sicht ist das treffend, denn die Basis ist die Compact Modular Architecture (CMA), also die Plattform des XC40. Seit Februar 2024 heißt das Modell jedoch einfach EX40.

Exterieur | Interieur | Antriebe/Batterien | Preise

Bildergalerie: Volvo EX40 (2027)

Exterieur

Der EX40 ist 4,44 Meter lang und stolze 1,65 Meter hoch. Damit hat er ähnliche Maße wie der Hyundai Kona Elektro oder der Mini Countryman Electric, während der BMW iX1 (4,50 Meter), der elektrische Mercedes GLA (4,57 Meter) und der Audi Q4 e-tron (4,59 Meter) etwas größer sind. Hier sind die Außenmaße des EX40 im Vergleich zum derzeit meistverkauften Konkurrenten in Deutschland, dem BMW iX1:

Die Optik des Volvo EX40 erhielt beim Facelift eine sanfte Auffrischung. Es bleibt natürlich bei der markentypischen "Thors Hammer"-Lichtsignatur, aber die Scheinwerfer haben einen deutlich anderen Umriss. Erstmals sind Matrix-LED-Scheinwerfer serienmäßig. Auch der Frontstoßfänger sieht nun deutlich anders aus; hier fehlen vor allem die schwarzen Elemente außen:

Volvo EX40 (2024)

Bilder von: Volvo

Volvo EX40 (2027)

Bilder von: Volvo

Am Heck bekam der Volvo EX40 vor allem filigranere Rückleuchten. An der Heckklappe fallen neue Kanten auf, am Heckstoßfänger die tiefer gerutschten und nun weniger auffälligen Rückstrahler. Zudem gibt es neue Räder in den Größen 19 und 20 Zoll. Die in der Pressemeldung erwähnten 18-Zöller fehlen in der Preisliste. Nach dieser hat schon die Basisversion 19-Zöller (wie bisher). Es bleibt auch bei den Bügelgriffen – die extravaganten WingGrip-Griffe des EX60 werden nicht übernommen.

Volvo EX40 (2024)

Bilder von: Volvo

Volvo EX40 (2027)

Bilder von: Volvo

Bei der Außenfarbe stehen für die Basisversion Essential nur vier nüchterne Lacktöne zur Wahl (zwei weiße Varianten, Grau und Schwarz), ab der folgenden Variante Core kann man acht Lacke wählen, darunter das neue Heather Bronze und Denim Blue. Ab der dritten Ausstattung Plus kann man auch ein Dach in schwarzer Kontrastfarbe bestellen.

Interieur

Innen erhält der EX40 einen größeren Touchscreen: Statt 9 Zoll misst er nun 11,2 Zoll, während das Instrumentendisplay nach wie vor 12,3 Zoll misst, und damit größer als der Touchscreen ist. Damit wirkt diese Displaylandschaft deutlich moderner, der Infotainment-Monitor ist nun eindeutig vertikal orientiert; bisher wirkte er fast quadratisch – und reichlich antiquiert.

Volvo EX40 (2024)

Volvo EX40 (2027)

Das Instrumentendisplay ist allerdings nach wie vor in einer Hutze untergebracht, was an Verbrennermodelle erinnert. Es bietet zwei konfigurierbare Rundinstrumente und ein Infodisplay (zum Beispiel für eine Kartenansicht). Da die Navigation auf Google Maps basiert, lassen sich die Navi-Karten auch als Satellitenbild darstellen, was in vielen Situationen hilfreich ist.

Der Systemstart erfolgt wie bisher ohne Knopfdruck: Man aktiviert einfach bei gedrücktem Bremspedal den Vorwärts- oder Rückwärtsgang (D oder R). Letzteres geschieht wie gehabt über einen knubbeligen Hebel in der Mittelkonsole, für den P-Modus gibt es eine Taste daneben. Auch die charakteristischen, senkrechten Luftausströmer blieben erhalten.

Neu an Bord ist Google Gemini: Nach dem Debüt im EX60 zieht die Künstliche Intelligenz nun schrittweise in die übrigen Modelle ein. Zu den Vorteilen gehört, dass damit eine natürliche Unterhaltung möglich sein soll.

Volvo EX40: Der Kofferraum

Bild von: Volvo

Der Kofferraum fasst unverändert 410 bis 1.295 Liter. Dazu kommt ein 31 Liter großer Frunk. Zum Vergleich: Beim BMW iX1 sind es mit 490 bis 1.495 Litern deutlich mehr, aber hier fehlt der Frunk. Der Mercedes GLA bietet 410 bis 1.400 Liter plus einen 110 Liter großen Frunk, der Audi Q4 e-tron 515 bis 1.460 Liter (Maximalvolumen laut ADAC). Zumindest den Herstellerdaten nach bieten Audi und BMW also das größte Gepäckraumvolumen.

Antriebe und Batterien

Schon beim Start des elektrischen Kompaktstromers im Jahr 2020 hatten die Motorisierungen Bezeichnungen wie P8 AWD. Diese P-Bezeichnungen kehren nun zurück, was die Nomenklatur etwas einfacher macht. Die beiden Batterien mit 70 bzw. 79 kWh netto bleiben im Programm, aber der Allradler mit 300 kW entfiel. So bleiben noch drei Varianten, deren Daten fast unverändert blieben:

Hinten wird ein Permanentmagnet-Synchronmotor (PSM) eingesetzt, und zwar offenbar immer der gleiche. Beim Allradler kommt vorne noch eine Asynchronmaschine (ASM) hinzu. Wenn nicht die komplette Leistung benötigt wird, lässt sie sich einfach stromlos schalten.

Die Antriebe sind ziemlich unterschiedlich: Während die Hecktriebler wie beim frontgetriebenen BMW iX1 eher schwach ausgelegt sind, stellt der Allradler mit seinem 4,6-Sekunden-Sprint fast schon ein Sportmodell dar. Die Reichweiten können mit denen des BMW iX1 und Q4 e-tron mithalten, während der elektrische GLA bis zu 655 km schafft. Die Rekuperation lässt sich einstellen, allerdings nur per Touchscreen. Zum Zeitpunkt unseres Tests im Jahr 2023 hatte man nur die Wahl zwischen One-Pedal-Driving und Segeln. Inzwischen kam noch ein adaptiver Modus hinzu, wie aus einer Support-Seite von Volvo hervorgeht.

Die 79-kWh-Batterie des Hecktrieblers: An der arg aufgesplitterten Batterie erkennt man, dass die verwendete Common Modular Architecture eine Verbrenner-Plattform ist (Fahrvorstellung 2023)

An den Lademodalitäten hat sich nichts geändert. Mit Wechselstrom sind stets bis zu 11 kW möglich, mit Gleichstrom bei der kleinen Batterie 180 kW, bei der großen sogar 205 kW. Für ein 400-Volt-Modell sind das beachtliche Werte. Das Gleiche gilt für die durchschnittliche Ladegeschwindigkeit von bis zu 2,0 kWh pro Minute (Rechenweg beim großen Akku: 67 kWh × 0,7 / 28 min).

Die durchschnittliche Ladeleistung im Bereich von 10 bis 80 Prozent ergibt sich aus der Ladegeschwindigkeit in kWh/min multipliziert mit 60 min/h, während sich die Werte fürs Nachladen von Reichweite aus der WLTP-Reichweite ergeben (Rechenweg beim Long-Range-Modell: 576 km × 0,7 / 28 min). Auch hier liegt die Long-Range-Version nicht schlecht, auch wenn es nicht für die Top Ten der 400-Volt-Autos reicht. Plug & Charge wird unterstützt, nicht jedoch bidirektionales Laden (V2L).

Preise und Ausstattung

Die Preise beginnen wie bisher bei 47.490 Euro, die Long-Range-Variante gibt es nun ab 53.090 Euro, was eine moderate Preiserhöhung gegenüber den bisher verlangten 52.990 Euro darstellt. Der Allradler mit 325 kW ist ab 60.590 Euro zu haben; dafür erhält man die Plus-Version, die bisher für die Topmotorisierung nicht angeboten wurde. Die Ultra-Variante gibt es nach wie vor ab 64.090 Euro. Hier alle Preise des Volvo EX40:

Für ein Modell, das von Januar bis September 2026 nur etwa 2.600 Neuzulassungen verzeichnete, ist die Palette sehr umfangreich. Die Preise wirken zunächst ziemlich hoch, aber die Premium-Konkurrenz ist kaum günstiger. Die 150-kW-Basisversion des BMW iX1 gibt es ab 49.400 Euro (als 230-kW-Allradler ab 56.600 Euro), der Audi Q4 e-tron mit 150 kW kostet ebenfalls mindestens 47.500 Euro, während der elektrische Mercedes GLA mit Mercedes-Rabatt für Privatleute nur wenig günstiger ist (ab 46.170 Euro, als reichweitenstarker 250+ ab 52.290 Euro).

Schon die Basisversion Essential bietet 19-Zoll-Alufelgen, Dachreling, LED-Scheinwerfer mit Fernlichtassistent, Regensensor, elektrisch einstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Sitz- und Lenkradheizung und eine Wärmepumpe. Auch Parksensoren vorn und hinten, eine Rückfahrkamera, ein Abstandsregeltempomat, ein Spurhalteassistent und ein Totwinkelwarner sind Standard.

Die fehlende Sitz- und Lenkradheizung sowie die Wärmepumpe kann man auch nicht gegen Aufpreis bestellen. Deswegen und wegen der eingeschränkten Lackpalette empfiehlt sich wohl eher die Version Core. Neben Sitz- und Lenkradheizung sowie der Wärmepumpe kommen noch induktives Smartphone-Laden, eine sensorgesteuerte Heckklappe und Keyless Drive (automatisches Entriegeln mit Schlüssel in der Tasche, Verriegeln per Taste am Türgriff) hinzu. Die weiteren Ausstattungen bieten unter anderem ein Premium-Audiosystem, das teilautonome Fahrsystem Pilot Assist, die größeren Felgen (20 Zoll), elektrisch einstellbare Sitze und ein Glasschiebedach.

Gebaut wird das Auto im belgischen Gent, wo auch der EX30 vom Band läuft.

Konkurrenten, Tests und Beurteilung

Wir haben den Volvo EX40 schon etliche Male getestet:

Volvo XC40 Recharge P8 AWD im Test (2021)

Volvo XC40 und C40 nach dem Facelift im Test (2022)

Volvo XC40 Single Motor Extended Range und Twin Motor im Test (5/2023)

Volvo XC40 Recharge Pure Electric Single Extended Range (12/2023)

Volvo EX40 Twin Motor Performance (1/2025)

Unter dem Strich

Das Facelift des Volvo EX40 kannten Sie schon? Nicht so schnell. Die neue Version bietet mehr, als die Pressemitteilung versprach. Dort ist nur der neue Look der Matrix-LED-Scheinwerfer erwähnt, dass diese nun erstmals serienmäßig sind, wird nicht erwähnt. Auch dass die 300-kW-Allradvariante nicht mehr angeboten wird, wird verschwiegen.

Dagegen war die hervorgehobene Wärmepumpe schon beim Vorgänger ab Core serienmäßig. Letztlich ist eben doch die Preisliste entscheidend und nicht die Pressemeldung – und auch der Vergleich mit den älteren Versionen bringt etwas.

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