Vom Festland abgeschnitten: Wie Helgoland ohne Netz auskommt
Stand: 16.09.2026 19:22 Uhr
Helgoland wird wegen Arbeiten am Seekabel zeitweise vom Festlandstrom und vom Internet abgeschnitten sein. Die Hochseeinsel ist darauf vorbereitet. Alle Entwicklungen im Blog.
Fragezeichen am Abend: Spielt das Wetter mit?
Es bleibt noch ein Fragezeichen: Macht das Wetter am Ort der Kabelarbeiten vor St. Peter-Ording nicht mit, könnten die Arbeiten kurzfristig noch verschoben werden, heißt es von SH Netz. Eine Entscheidung darüber wird demnach am Donnerstagmorgen getroffen. An der Nordsee ist aktuell für den Morgen frischer Wind vorhergesagt. Der Deutsche Wetterdienst hat allerdings eine Warnung vor Böen für Donnerstagfrüh ausgegeben - mit Sturmböen bis zu acht Windstärken.
Internet wird am Donnerstag ab 8 Uhr abgestellt
Ab Donnerstag um 8 Uhr wird auf der Insel das Internet abgestellt. Dann funktionieren auch Bankautomaten und Kartenlesegeräte nicht mehr. Die Sparkasse und einige Geschäfte bleiben deswegen morgen geschlossen. Auch das Rathaus bleibt wegen der Bauarbeiten am Seekabel geschlossen. Einige Geschäfte haben sich vorbereitet: Sie nutzen den satellitengestützte Internetdienst Starlink. Hier können Kunden auch während der Bauarbeiten mit EC- und Kreditkarte zahlen.
Die wichtigsten Fragen und Antworten
Insel-Kraftwerk übernimmt Stromversorgung
Die alten Dieselaggregate laufen bereits seit 12 Uhr und versorgen die Insel autark mit Strom, berichtet NDR Reporter Marcus Jürgensen von Helgoland. Dass bereits umgeschaltet wurde, hat offenbar niemand mitbekommen, denn es gab nach Angaben der Versorgungsbetriebe keinerlei Einschränkungen.
Taschenlampe und Kurbel-Radio - Insulaner sind vorbereitet
Bis Freitagnachmittag soll Helgoland durch Dieselaggregate versorgt werden, wie Netzbetreiber SH-Netz mitteilt. Wenn die Umschaltung klappt, wird der Strom also weiter normal aus der Steckdose kommen. Im Interview berichtet Hotel-Chefin Legitta Reininger, dass sie vorsorglich Taschenlampen, Kurbelradios und Wassereimer bereit gestellt haben. Von einem möglichen Stromausfall wäre nämlich auch die Wasserversorgung betroffen.
Problemzone ist der Strand von St. Peter-Ording
Gebuddelt wird nicht auf Helgoland selbst, sondern am Strand von St. Peter-Ording (Kreis Nordfriesland). Dort wurde in der Vergangenheit die Verbindungsmuffe zwischen dem Seekabel und Erdkabel auf dem Festland immer wieder freigespült. Die Verbindungsmuffe mit dem Widerlager liege in einer Flutungszone, sagte Projektleiter Thorsten Hansen. "Im Laufe der Jahre hat sich dort ein Priel gebildet." Erst im vergangenen Jahr musste die Muffe nach Freispülungen den Angaben zufolge wieder vergraben werden. Damit so etwas künftig nicht mehr passiert, wurde das Seekabel um etwa 700 Meter verlängert. In der vergangenen Woche hat eine Spezialmaschine das Kabel bereits verlegt.
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