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Vom reichsten Mann der Welt in die Schuldenfalle

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Vom reichsten Mann der Welt in die Schuldenfalle

Von: Tobias Utz

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Larry Ellison galt kurzzeitig als vermögendster Mensch auf dem Planeten. Jetzt kämpft sein Unternehmen Oracle mit explodierenden Schulden – und einer gefährlichen Abhängigkeit von OpenAI.

Washington, D.C. – Anfang 2025 stand Larry Ellison ganz oben: als erster Redner bei Trumps Rückkehr ins Weiße Haus, als vorübergehend reichster Mensch der Welt und als Mitgestalter des gigantischen KI-Projekts „Stargate". Anderthalb Jahre später hat sich das Bild grundlegend gewandelt. Sein Unternehmen Oracle steht sinnbildlich für die wachsende Nervosität unter Investoren, wenn es um die astronomischen Ausgaben der Technologiebranche im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) geht.

„Er ist eine unglaubliche Persönlichkeit, ein herausragender Geschäftsmann“, sagte Donald Trump damals über Ellison. Das angesprochene Großprojekt „Stargate“ sei „das mit Abstand größte KI-Infrastrukturprojekt in der Geschichte", betonte der US‑Präsident. Konkret kündigten die Verantwortlichen Investitionen von 500 Milliarden US-Dollar in Rechenzentren an. Die Börsen reagierten darauf euphorisch, Oracles Aktie schoss in die Höhe. Ellison hielt kurzzeitig ein Vermögen von rund 400 Milliarden US-Dollar in den Händen, jedenfalls theoretisch.

Oracles Höhenflug im Herbst 2025 – dann setzte der Abschwung ein

Im September 2025 erreichte die Oracle-Aktie ihren Höchststand. Kein anderer Technologiegigant legte in den Monaten nach der „Stargate“-Präsentation so stark zu. Ellison galt damals als wohlhabendster Mensch der Welt. Doch bereits im Herbst 2025 begann sich die Stimmung zu drehen. Investoren stellten zunehmend unbequeme Fragen: Wie will Oracle die massiven Baupläne überhaupt finanzieren?

Die Zahlen sprechen mittlerweile eine deutliche Sprache. Oracles Schuldenlast beläuft sich laut übereinstimmenden Medienberichten derzeit auf 129,5 Milliarden US‑Dollar. Hinzu kommen rund 260 Milliarden US-Dollar an Rechenzentrums-Leasingverträgen, die bislang nicht als Schulden verbucht werden.

Was genau macht das Unternehmen Oracle?

Oracle ist ein US-Unternehmen, das sich auf Cloud- und Softwarelösungen spezialisiert hat. Gegründet wurde es im Jahr 1977 von Larry Ellison und zwei Mitgründern. Bekannt wurde Oracle vor allem als Anbieter von Datenbanksoftware. Mittlerweile gilt Oracle hauptsächlich für Services wie Amazon Web Services (AWS) als Konkurrenz im Cloud‑Geschäft. Neben diesem Geschäftszweig investiert Oracle aber auch im KI-Markt massiv.

Ellison gab im Jahr 2014 nach 37 Jahren an der Spitze die Rolle des Oracle-CEO auf. Seitdem hält er Anteile am Unternehmen.

Als Oracle im Juni ankündigte, weitere 450 Milliarden Dollar in den Rechenzentrumsausbau zu stecken, zog die Ratingagentur S&P die Konsequenzen und stufte das Unternehmen auf „BBB-“ herab, nur noch eine Stufe über dem sogenannten Junk-Status. Für Henrik Karlsen ist das ein Alarmsignal. Karlsen ist Geschäftsführer des dänischen Investmentfonds Horizon3. „Es ist ungewöhnlich, dass ein so großes Technologieunternehmen sich so nah an einer spekulativen Kreditbewertung befindet, während es gleichzeitig die größte Investitionswelle seiner Geschichte durchführt“, sagte er dem dänischen Rundfunk TV2. Fällt die Bewertung weiter, müssten bestimmte Investoren ihre Oracle-Papiere zwangsweise verkaufen.

Gefährliche Abhängigkeit: Oracle braucht OpenAI – und OpenAI braucht Oracle

Im Zentrum von Oracles Zukunft steht Sam Altman, Chef von OpenAI, der im Januar 2025 ebenfalls an Ellisons Seite bei der „Stargate“-Präsentation stand. Die Verflechtung ist eng: OpenAI benötigt Oracles riesige Rechenzentrumskapazitäten, während Oracle darauf angewiesen ist, seine KI-Infrastruktur an OpenAI zu vermarkten.

Larry Ellisons Vermögen

Auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen rangiert Larry Ellison derzeit auf Platz Fünf. Sein Privatvermögen wird auf circa 230 Milliarden US-Dollar geschätzt.

„Oracle ist sehr abhängig von OpenAI. Das ist wahrscheinlich eine der konzentriertesten Kundenbeziehungen, die wir heute auf dem Markt sehen“, warnte Karlsen. Der KI-Markt als auch die Börsen beobachten diese Verflechtung sehr genau: Beispielsweise sagten die Firmen im März 2026 den Bau eines Rechenzentrums im US-Bundesstaat Texas ab, da man sich nicht über die Finanzierung und OpenAIs verändertes Anforderungsprofil einigen konnte, wie die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg berichtete. Daraufhin gab es Unruhe an den Börsen. Medienberichten zufolge soll OpenAI vertraglich eine Summe von mehr als 300 Milliarden US-Dollar an Oracle zugesichert haben.

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