Vom Schiffskiller zur Startplattform für Angriffe
Startseite Politik Ukraine-Kriegsführung in neuer Dimension: Magura-Seedrohnen feuern erstmals auf Krim-Ziele ab Von: Simon Schröder Uns auf Google folgen Ukraines Magura-Seedrohnen greifen erstmals Bodenziele auf der Krim an – und zerstören dabei russische Radar-Systeme. Eine neue Kriegsdimension. Kiew – Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR hat nach eigenen Angaben erstmals Magura-Seedrohnen im Ukraine-Krieg eingesetzt, um FPV-Drohnen gegen russische Bodenziele abzufeuern. Die Operation wurde von der Spezialeinheit „Group 13“ Ende Juli durchgeführt, wie der Kyiv Independent berichtet. Dabei wurden nach ukrainischen Angaben ein Kommandofahrzeug des Podlet-Radarsystems sowie ein Parol-4-Radarsystem auf der besetzten Krim-Halbinsel zerstört, wie der HUR am 3. August mitteilte. „Von nun an bedrohen unsere Maguras die russischen Besatzer auch an Land – das verlagert den Kampf grundlegend in eine neue Dimension“, erklärte der HUR. Die Magura-Drohne war bislang vor allem für Angriffe auf russische Marineziele im Schwarzen Meer bekannt. Die ukrainische Spezialeinheit hatte mit ihrem Einsatz nach Angaben des Geheimdienstes bereits neun russische Schiffe zerstört, fünf weitere beschädigt sowie drei Hubschrauber und zwei Kampfjets vernichtet. Magura-Seedrohnen im Ukraine-Krieg: Startplattform für Luftdrohnen Die ukrainische Seedrohne Magura V5 hat sich seit ihrem ersten Kampfeinsatz im Februar 2024 als eine der wirkungsvollsten Waffen des Krieges gegen Russland erwiesen. Damals versenkten zwei dieser unbemannten Seedrohnen erstmals in der Kriegsgeschichte ein feindliches Kriegsschiff: die russische Raketenkorvette Iwanowez der Klasse Tarantul-III sowie das 4000 Tonnen schwere Landungsschiff Zesar Kunikow der Roputscha-Klasse, wie das „U.S. Naval Institute“ schreibt. Damit schrieben die Drohnen Militärgeschichte – als erste Seedrohnen überhaupt, die im Gefecht ein feindliches Kriegsschiff versenkten. Innerhalb eines Jahres nach ihrem öffentlichen Bekanntwerden zerstörten Magura-V5-Drohnen acht russische Kriegsschiffe und beschädigten sechs weitere. Der entstandene Schaden an der russischen Flotte wird auf mehr als 500 Millionen US-Dollar geschätzt. Die Ukraine erklärte, bei Bedarf bis zu 50 Einheiten pro Monat im Inland produzieren zu können. Ukrainische Magura-Drohnen als Revolution der Kriegsführung zur See Technisch ist die Magura V5 darauf ausgelegt, möglichst lange vor dem gegnerischen Radar unentdeckt zu bleiben. Der V-förmige Kohlefaserrumpf misst lediglich 5,5 Meter in der Länge, was die Drohne radar- und thermisch schwer erfassbar macht. Angetrieben durch Wasserstrahlantrieb erreicht sie eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 42 Knoten. Die Reichweite beträgt mehr als 740 Kilometer. Zur Steuerung dienen GPS, Trägheitsnavigation sowie zwei Kameras mit Echtzeit-Bildübertragung. Die Nutzlast von bis zu 320 Kilogramm kann neben Sprengstoff auch Maschinengewehre, Panzerabwehrraketen oder sogar Boden-Luft-Raketen umfassen. Erstmals öffentlich vorgestellt wurden die neuesten Magura-Plattformen am 14. Mai 2025. (Quellen: Kyiv Independent/U.S. Naval Institute) (sischr)